Die Erdenreise Teil 39 und 40 – Ende

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Bei den Dunklen herrschte wieder einmal helle Aufregung. Heute würden sie es schaffen, die Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Sie waren mittlerweile viel mehr geworden. Der große Dunkle hatte noch Verstärkung für seine Schergen geholt. Es war nicht so einfach, die Wesen vom Saturn auf die Erde zu transportieren, da die Erde auf dem Saturn bereits als verbrannter Planet galt. Da gab es interessantere Planeten mit ihren Bewohnern in anderen Sonnensystemen, die von den Asuras eingenommen werden konnten. Dort ging alles einfacher. Die Asuras selbst verstanden auch nicht, dass die Erde mit ihren menschlichen Bewohnern derzeit der wichtigste Planet war, weil hier die Entwicklung aller Wesenheiten entschieden werden sollte. Der große Dunkle gab sich auch nicht besonders viel Mühe, ihnen das zu erklären, da er wusste, dass sie nicht besonders intelligent waren. Aber er brauchte sie auch nicht zum Denken, sondern er brauchte sie für seine Pläne.

Sie hatten sich alle versammelt und der große Dunkle erklärte ihnen, was sie zu tun hatten. Sie würden nicht die Menschen angreifen, die waren mittlerweile schon viel zu resistent geworden für ihre Verführungsversuche. Die paar wenigen, die ihnen noch auf den Leim gingen, waren längst nicht genug. Daher brauchten sie einen völlig anderen Plan. Sie würden statt den Menschen die Erde direkt angreifen. Er versuchte den Asuras zu erklären, dass die Erde über eine Menge Erdenhüter verfügte, die seit Anbeginn aller Zeiten tief in der Erde vergraben waren. Aber seit einigen Jahrzehnten kamen sie immer mehr an die Oberfläche, weil die Erde wusste, dass ihnen eine harte Zeit bevorstand. Diese Erdenhüter waren in riesengroßen physischen Kristallen verborgen und wirkten von dort um die Erde immer wieder zu unterstützen und auch die Menschheit immer wieder zu unterstützen auf den richtigen Pfad zurückzukehren. Diese Kristalle mussten sie zerstören. Sie waren über die ganze Erde verteilt.

Der Große warnte die Asuras vor den feinstofflichen Kristallen mit dem lila-goldenen Licht, die viele Menschen im Geiste manifestiert und ebenfalls auf der Erde verteilt hatten. Denen durften sie auf keinen Fall zu nahekommen, denn das würde sie sofort töten. Die Asuras hörten zu, verstanden nur die Hälfte, wussten aber, dass sie die physischen Erdenhüter Kristalle zerstören sollten. Der große Dunkle verstand es gut, sie in Kriegsstimmung zu versetzen. Wie wilde Hummeln surrten sie vor sich hin. Heute war der Tag. Es war gut, richtig ausgelassen zu sein und zu zerstören, was ihnen in den Weg kam. Der Große hatte ja gesagt, dass sie ihrer Zerstörungslust freien Lauf lassen sollten. Das war für die Asuras wie ein Fest. Sie liebten diese feurige aufgeheizte Stimmung und sie lechzten danach, endlich hinaus zu dürfen und alles kurz und klein zu schlagen.

Der große Dunkle verstand es gut, diese blutrünstige Meute so aufzustacheln, dass sie wie ein wütender Mob über die Erde und ihre Bewohner herfallen würden. Es würde heute kein Stein auf dem anderen bleiben. Das war endlich der Tag seines Triumphes. So lange hatte er darauf gewartet und nun hatte er die Methode gefunden, die auf jeden Fall zu seinem Sieg führen würde. Da würden die Erdlinge schauen, wenn ihnen plötzlich nur noch die Splitter der Erdenhüter um die Ohren fliegen würden. Und binnen weniger Stunden würde die Erde alle Kraft verlieren und sie würden einfach zugrunde gehen. Warum war der da nicht früher drauf gekommen. Wie lange hatte er versucht, die Erdlinge auszutricksen und sie sich gefügig zu machen. Ja, das wäre natürlich auch ein großer Triumph geworden, denn dann hätte er die Menschen als Geiseln gehabt. Aber bevor er sich geschlagen gab, würde er lieber alles zerstören. Auf der Erde würde nichts als Chaos, Wut und Zerstörung bleiben – und das genau in dem Moment, in dem sich die dummen Erdlinge in Sicherheit wiegte. Sie dachten ja, dass die helle Seite das Ruder übernommen hatte. Aber da hatten sie sich getäuscht. Der große Dunkle lachte sein rauhes, hässliches Lachen und peitschte die Asuras weiter auf. Wenn er sie loslies, waren sie nicht mehr aufzuhalten. Und je mehr er ihre Wut anstachelte, umso verheerender wurde die Zerstörung, die sie anrichten würden. Heute war der Tag seines größten Triumphes!

In Wien indessen herrschte emsiges Treiben. Mittlerweile saßen drei Elohim in Klaras Wohnzimmer in der Wiener Innenstadt und konzentrierten sich darauf, ihre Energie über die ganze Erde zu verteilen. Hannes, Klara, Martin, die pensionierten Juristen, Klaras Wohltätigkeitsdamen und vielen andere Helfer waren damit beschäftigt alle Sender anzurufen, die bisher mit ihnen kooperiert hatten, und ihnen verständlich zu machen, dass sie nun handeln mussten.

Durch die Tatsache, dass so viele Tage die Engel über den Himmel gezogen waren, war Vieles einfacher. Was sie früher stundenlang hätten erklären müssen, war nun relativ rasch gesagt. Sie hatten einen Masterplan, der aber nur funktionieren würde, wenn alle daran mitwirkten.

Der Plan sah vor, dass alle Sender gleichzeitig die Musik mit den Obertönen spielen würden. Wann genau das war, würden die Elohim ihnen noch sagen, aber bis dahin mussten sie die Bevölkerung auf der ganzen Erde dazu motivieren, ihre Fernseher, Radios, Computer einzuschalten und auf ganz laut zu stellen. Alle Musiker und Musikerinnen sollten mit ihren Instrumenten ins Freie gehen und wer kein Instrument hatte, sollte sich mit Singen und Tönen beteiligen. Ganze Gruppen auf der Erde machten sich bereit in eine tiefe Meditation einzusteigen, sobald das Signal zum Start kommen würde. Kein einziger Mensch auf der Erde durfte sich nun entziehen. Es hing ihr aller Leben und der Fortbestand der Erde davon ab. Schon einmal hatten sie gedacht, dass sie die dunklen Mächte besiegt hatten, aber damals hatten sie diese nur verjagt. Heute mussten sie einen Schritt weitergehen. Sie mussten die dunklen Schergen und die Drahtzieher mit ihrer Energie neutralisieren. Dies würde deren Tod bedeuten.  Es war nicht leicht, den Menschen zu verstehen zu geben, dass es diese drastische Maßnahme nun brauchte, um ein für alle Mal Ruhe auf der Erde einkehren zu lassen. Und die Sender hatten alle Hände voll zu tun, Überzeugungsarbeit zu leisten. Es war ein finaler Kampf des Guten gegen das Böse und wenn sie nun zu zögerlich wären, dann hätten sie vielleicht ihre allerletzte Chance verspielt. Die Moderatoren sprachen mit Engelszungen auf die Menschen ein und immer mehr Menschen fassten den Mut nun in den Kampf einzutreten und die Menschheit, die Erde, die Natur, die Tiere und alle Wesenheiten, die sonst noch die Erde bevölkerten, zu beschützen.

Martin, Hannes und Klara liefen zur Höchstform auf. Sie wussten, dass sie einen unglaublich wichtigen Beitrag leisten würden und sie wussten auch, dass die Erzengel, Theo und Luisa fast am anderen Ende der Welt ebenfalls alles tun würden, was in ihrer Macht stand.

In Bonnotola hatte Herr Liebhart sich wieder etwas beruhigt, weil er bemerkte, dass seine Bedenken nun nicht im Vordergrund standen, sondern dass es um so viel mehr ging. Mongila einzuweihen war nicht so schwer, sie kannte Michael, Raphael und Phanuel ja bereits und sie hatten ihr damals erklärt, was der Angriff auf dem Dorfplatz bedeutet hatte. Sie hatten auch für Mongila und alle Menschen in der Region einen Plan. Es sollte sich so schnell wie möglich von Dorf zu Dorf herumsprechen, dass alle Menschen sich mit Rasseln, Trommel und Gesang auf den Dorfplätzen versammeln sollten. Mongila schaffte es in kürzester Zeit junge Leute zu mobilisieren, die in die entlegendsten Dörfer fuhren. Noch nicht überall waren elektronische Geräte so genutzt, dass sie ständig zur Verfügung standen. Die Menschen waren auch nicht interessiert daran. Sie setzten noch auf die Kommunikation von Mensch zu Mensch und das konnten sie perfekt.

Eine wunderbare Kette von Menschen setzen sich auch über die Landesgrenzen von Bangladesch in Bewegung und immer mehr Menschen versammelten sich in Städten und Dörfern mit all ihren Instrumenten. Auch in Europa, Amerika, Australien, Afrika und allen entlegenen Gebieten versammelten sich die Menschen und die Nachricht verbreitete sich über Fernseher, Radios, Telefone, Computer und von Mund zu Ohr in rasender Geschwindigkeit. Alles ging so schnell, dass die Menschen gar nicht dazu kamen, Angst zu haben, sondern sie erkannten, dass nun die Zeit zum Handeln war. Alle waren auf den Beinen und eines war die wichtigste Erkenntnis: Sie würden diesen Angriff nur gemeinsam abwehren können.

Der große Dunkle hatte die Asuras mit seinen wilden Reden aufgepeitscht und immer wilder surrten sie herum. Sie waren wütend und sie wollten sich nun austoben. Was immer ihnen gegenübertreten würde, sie würden es gnadenlos zerstören.

Die Elohim empfingen von den großen Engeln in der Engelwelt das Signal, dass sie sich nun bereitmachen sollten und gaben dies sofort an Hannes weiter. Von dort verbreitete sich die Nachricht in Minutenschnelle über die ganze Erde. Die Menschen standen bereit und sie standen Seite an Seite und würden siegen, komme was wolle. Wenig später war in der Atmosphäre schon das erste Surren zu vernehmen. Die Erzengel, Luisa, Theo und Mongila setzten sich auf den Dorfplatz inmitten der trommelnden Dorfbewohner und visualisierten das Netz der feinstofflichen Kristalle, die die Menschen überall auf der Welt manifestiert hatten. Sie wussten, dass diese Kristalle nun die einzige Waffe waren, die großen Erdenhüter Kristalle zu beschützen. Die Anstrengung stand ihnen im Gesicht. Aber die Symphonie der Musik, die über die ganze Erde anschwoll, gab ihnen die notwendige Kraft. Und sie wussten, dass sie auch dieses Mal Verstärkung aus der Engelwelt hatten. Aber sie mussten diese Arbeit nun tun.

Überall schwoll der Rhythmus an. Es erklang sanfte Musik von Saiteninstrumenten, rhythmische Trommeln, wundersame Rasseln, Gesang in allen Tonlagen und alles zusammen hob die Schwingung der Erdatmosphäre auf so unglaubliche Weise an, dass alles auf der ganzen Erde und sogar die Erde selbst in Schwingung geriet.

Indessen wurde das Surren immer lauter, alle Menschen intensivierten ihre Bemühungen und gaben alles, was sie zu geben hatten und als die Asuras in die Erdatmosphäre eintreten wollten, fanden sie nur eine dichte Membran aus Energie vor, die sie unmöglich durchdringen konnten. Immer wütender und verzweifelter versuchten sie Schwachstellen in der Membran zu finden, doch die Menschen intensivierten ihre Bemühungen immer mehr. Der Gesang, die Musik, die vielen meditierenden Menschen, die Gebete und Mantras – all dies erschuf einen undurchdringlichen Schutz und nach vielen Stunden wurden die Asuras immer weniger. Einer nach dem anderen verlor die Kraft und löste sich einfach auf. Der große Dunkle im Hintergrund verlor mit jedem seiner sterbenden Schergen ebenfalls ein Stück seiner Kraft und seiner Macht. Er hatte alle, ihm zur Verfügung stehenden, Reserven aktiviert.
Nun verlor er doch seinen letzten großen Kampf gegen die Menschen und die Erde. So sicher war er sich dieses Mal gewesen, dass sie die Menschen und die Erde überrumpeln würden, und so gnadenlos war er gescheitert. Ihm war bewusst, dass dies für sehr lange Zeit sein letzter Versuch gewesen war. Er würde Äonen brauchen, um wieder zu Kräften zu kommen. Diese Schmach und diese Niederlage würden für ihn weitreichendere Konsequenzen haben, als er sich jemals vorgestellt hatte – diese Erkenntnis war der letzte Gedanke, bevor er sich im Universum auflöste.

Langsam wurde das Surren immer leiser und die Menschen schauten vorsichtig nach oben. Sie hatten die Bedrohung die ganze Zeit über nicht gesehen, lediglich hatte der Himmel sich unheilvoll grau-rot verfärbt als das Surren begann. Nun wurde er wieder klar und erhielt langsam seine ursprüngliche Farbe zurück. Immer leiser wurden die Mantren, die Musik, der Gesang. Irgendwann verkündete sich die Nachricht, dass sie es geschafft hatten.

Überall auf der Welt fielen die Menschen sich in die Arme. Die meisten von ihnen realisierten erst jetzt, welcher Gefahr sie gerade entkommen waren. Sie klopften sich gegenseitig auf die Schultern. Menschen, die schon ewig nicht mehr miteinander gesprochen hatten, umarmten sich, luden sich gegenseitig ein, alles miteinander zu teilen und eine große Erleichterung machte sich auf der Erde breit.

Die Elohim atmeten auf. Endlich war es vollbracht. Sie konnten die Menschenwelt nun verlassen, sogar etwas früher als geplant. Aber es gab nichts mehr für sie zu tun. Und sie würden die Erzengel und die Jung-Engel nun mitnehmen. Die Menschen würden nun in der Lage sein, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Spätestens seit heute wussten sie, dass sie nur bestehen würden, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen. Dies Lektion hatten sie nun gelernt.

Wenige Augenblicke später fanden sich Theorahel und Luisahim und die zehn anderen Jung-Engel gemeinsam mit den Elohim, Michael, Raphael, Uriel, Gabriel und Phanuel wieder in der Engelwelt. Vieles war ganz anders verlaufen, als sie es geplant hatten und doch konnten sie alle miteinander stolz darauf sein, dass sie stets rechtzeitig, gemeinsam mit den Menschen, das Richtige getan hatten. In der Menschenwelt musste man flexibel sein und schnell handeln. Dadurch unterschied die Menschenwelt sich eindeutig von der Engelwelt. Luisahim und Theorahel wussten jetzt schon, dass die die Menschen und die Menschenwelt sicher vermissen würden. Und so sehr sie freuten, dass sie nun zurück in der Engelwelt waren, so sehr hofften sie insgeheim, dass sich eines Tages wieder eine neue Mission auf der Erde für sie auftun würde. Aber nun würden sie ausruhen. Sie würden den Erfolg genießen und erst einmal wieder ihren Engelaufgaben nachkommen. Sie wurden freudig von ihren Freunden begrüßt und zum ersten Mal seit langer Zeit konnten sie sich ganz beruhigt ausschlafen. Es war alles gut!

  • Ende   –

Vielen lieben Dank an alle, die die Abenteuer von Luisahim und Theorahel bis hierher verfolgt haben.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht, ein wunderschönes Jahr 2022 und es ist so: Wenn wir Menschen zusammenhalten, kann das Gute nur siegen!

Alles Liebe Eure
Manou

Ein Kommentar zu „Die Erdenreise Teil 39 und 40 – Ende

  1. Liebe Manou,
    danke für diese besonders schöne Geschichte, die ich mit riesiger Freude verfolgt habe! Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass – bis auf 2 „Störungen“ – nur positive Erlebnisse erzählt werden. Und genau das habe ich sehr genossen. Bitte weiter so!!

    Freu mich auf weitere Texte von dir!
    Liebe Grüße, Antonia

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