2. Weihnachtsfeiertag – 3. Tag der 13 heiligen Nächte

Heute begehen wir den zweiten Weihnachtsfeiertag. So langsam sind auch die Erschöpftesten unter uns in der Ruhe angekommen. Und das ist gut so. Der zweite Weihnachtsfeiertag gibt uns die Möglichkeit, noch einmal ganz einzutauchen, in das Mysterium der Weihe-Nacht an sich. Und in der kommenden der dreizehn heiligen Nächte, stehen wir in Verbindung mit den Erzengeln. Die Erzengel haben viel mit dem Fühlen zu tun. Das Fühlen ist die Verbindung zu unserer Seele. Erzengel sind auch in der Entwicklung der Sprache involviert, die ja auch ganz stark in der Verbindung zum Fühlen steht. Wer mehrere Sprachen spricht, kennt das Phänomen, dass man in den unterschiedlichen Sprachen auch anders fühlt. Ich spreche nur eine einzige Fremdsprache gut genug, dass ich dem folgen kann, nämlich Englisch, und es ist für mich so, dass ich oft gerne die Sprache wechseln möchte, wenn ich etwas erkläre oder erzähle, das mir auf Englisch leichter fallen würde. Alle anderen Sprachen spreche ich zu schlecht, als dass sich mir dieses Phänomen erschließen würde.

Das Fühlen als Wirkung in die geistige Welt hinein

Wir betreten mit unserem Fühlen automatisch die geistige Welt, das heißt, unsere Gefühle erreichen die geistige Welt und daher sollten wir gut darauf achten, wie und was wir fühlen. Es ist nicht so, dass unsere Gefühle (ebensowenig wie unserer Gedanken) nur uns alleine betreffen, sondern mit unseren Gefühlen dringen wir ein in die Welt, die wir nur unter besonderen Voraussetzungen wahrnehmen. Die geistige Welt jedoch kann gar nicht anders, als unser Fühlen wahrzunehmen. Und natürlich hat das seine Auswirkungen.

Die Erzengel und ihr Wirken

Es gibt sieben führende Erzengel:

Oriphiel – der dem Saturn zugeordnet ist

Zachariel – der dem Jupiter zugeordnet ist

Samael – der dem Mars zugeordnet ist

Michael – der der Sonne zugeordnet ist

Anael – der der Venus zugeordnet ist

Raphael – der dem Merkur zugeordnet ist

Gabriel – der dem Mond zugeordnet ist

Außerdem gibt es vier führende Erzengel der Jahreszeiten, die sich teilweise überschneiden

Raphael – Frühjahr und Ostern

Uriel – Sommer und Johanni

Michael – Herbst und Michaeli

Gabriel – Winter und Weihnachten

Eine Sonderstellung unter den Erzengeln nimmt, laut Rudolf Steiner, Phanuel ein. Phanuel gilt als der Schutzgeist der Einzuweihenden und begleitet die Geistesschüler auf ihrem Schulungsweg.

Erzengel sind auch immer Zeitgeister, da wo etwas Neues entsteht, haben wir die Verbindung zu den Erzengeln.

Wie können wir selbst in der kommenden Nacht die Verbindung zu den Erzengeln herstellen?

Wenn wir uns für das kommende Jahr etwas Neues vornehmen, wenn wir etwas entstehen lassen wollen, dann ist es gut, dies in Absprache mit den Erzengel zu tun. Sie sind diejenigen, die das Neue begleiten. So, wie bestimmte Erzengel und auch durch bestimmte Zeiten begleiten – derzeit begleitet uns Michael, das ist der Erzengel mit dem Schwert, so begleiten die Erzengel auch neue Projekte und Vorhaben.

Was können wir heute konkret tun?

Wir können die heute Rauhnacht (von heute Abend Einbruch der Dunkelheit bis morgen Einbruch der Dunkelheit) dazu verwenden, dass wir uns überlegen, was wir im kommenden Jahr in die Welt bringen wollen. Was wollen wir (er-)schaffen? Und in der Verbindung mit diesem Vorhaben wenden wir uns an die Erzengel und bitten diese, dass uns einer oder mehrere davon begleiten. Achten wir auf unsere Wahrnehmungen. Welcher der Erzengel möchte uns begleiten? Wer ist uns hilfreich? In wessen Aufgabengebiet geht unser Vorhaben?

Nutzen wir also den Tag, an dem wir ja noch in der zweiten, der dreizehn heiligen Nächten stehen, also mit den Engeln in Verbindung sind und bereiten wir uns vor auf die Dämmerung, wenn die zweite in die dritte Nacht übergeht. Dann tragen wir unser Anliegen in die geistige Welt hinein und fühlen hin, welche Botschaften wir dazu erhalten.

Habt Vertrauen, gerade jetzt ist die geistige Welt sehr daran interessiert, mit uns zusammenzuarbeiten.

Ich wünsche Euch und Ihnen einen wunderschönen zweiten Weihnachtsfeiertag und eine erkenntnisreiche Rauhnacht!

Manou Gardner aka Manuela Pusker

Wenn im Außen alles zusammenbricht…

Manchmal passiert es einfach. Etwas, das wir als feste Tatsache betrachtet haben, fällt plötzlich weg. Das kann der Job sein, den wir verlieren oder der beste Kunde. Es kann eine ernste Diagnose sein, die wir erhalten oder es kann sein, dass uns der Partner oder die Partnerin verlässt, oder dass ein geliebter Mensch stirbt… Auf jeden Fall haben wir in diesem Moment das Gefühl, dass uns der Boden unter den Füßen wegbricht. Wir stehen unter Schock. Alle Ressourcen zur Krisenbewältigung sind im ersten Moment nicht erreichbar. Unsere Welt ist von einem Moment auf den anderen nicht mehr das, was sie noch kurz davor war. Wir stehen vor einer völlig veränderten Situation und haben das Gefühl, als würden wir von außen gelebt. Wir fühlen uns als wären wir vollkommen handlungsunfähig.

Wenn der erste Schock abgeklungen ist, fangen wir meist an, uns selbst in Frage zu stellen. Was habe ich falsch gemacht? Warum immer ich? Wie hätte ich das verhindern können? Und wir stellen fest, dass wir nun beginnen, an den Grundfesten des Lebens zu zweifeln. Wir stellen uns selbst, Gott und die Welt in Frage. Wir sind in einer Hilflosigkeit gefangen und die Gedanken kreisen immer wieder um die selben Fragen. Wir können einfach den Sinn in der Situation nicht entdecken. Wollten wir doch mit dem Partner/der Partnerin alt werden, den Job behalten, bis wir in Pension gehen, das Unternehmen zum Erfolg führen…etc. Wir fragen nach dem „Warum?“. Ganz viele verloren geglaubte Träume tauchen auf und wir zermartern unser Gehirn um möglichst wieder in den alten Zustand zurückzufinden.

Wenn wir in diesem Bemühen bleiben, erschöpfen wir all unsere Kräfte. Und auch wenn es leichter gesagt ist als getan, so gilt es dann doch, sich in der veränderten Situation zurecht zu finden.

Der große Blick auf das Ganze

Wenn wir das Leben nur betrachten von der Geburt bis zum Tod, macht tatsächlich Vieles, das uns passiert, keinen Sinn. Aber wenn wir unser Leben betrachten können, als eine Reihe von Inkarnation…Geburt – Tod – Zeit zwischen Tod und neuer Geburt – Geburt – Tod….etc.dann bekommen einzelne Ereignisse eine ganz andere Gewichtung. Wenn wir zum Beispiel einen geliebten Menschen durch seinen Tod verlieren, und wir sind der Meinung, dass wir ihn/sie nun endgültig verloren haben, ist der Schmerz wesentlich größer, als wenn wir in der Gewissheit sind, dass wir niemanden verlieren können. Natürlich ist es traurig, dass dieser Mensch nicht mehr in unserem physischen Leben vorhanden ist, aber wir wissen dann, dass wir uns weitere unzählige Male treffen können. Oder wenn unser Unternehmen zusammenbricht, und wir haben das Gefühl, all unsere Pläne sind gescheitert, können wir aus diesem Wissen die Kraft schöpfen, dass vielleicht etwas Wichtigeres und Besseres auf uns wartet.

Das Leben macht oft nur Sinn, wenn wir es im größeren Zusammenhang betrachten

Erst wenn wir uns als unsterbliche Wesen betrachten können, die eine Reise in dieses Leben angetreten haben, können wir ein Bewusstsein dafür entwickeln, wohin diese Reise überhaupt geht. Was ist das große Ziel unserer aktuellen Inkarnation? Wir sind hier um zu lernen, Kräfte in uns zu entwickeln, Situationen zu überstehen und Neues daraus entstehen zu lassen. Wir dürfen unseren Blick stets nach vorne richten. Und wir verlieren durch die Dinge, die im Außen geschehen, niemals unseren Wert. Wir sind immer noch wertvoll und liebenswert, auch wenn uns gerade der Partner oder die Partnerin verlassen hat. Wir dürfen aus einer Krankheit, die zu uns kommt, lernen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben. Viele Menschen erkennen erst den Sinn und die Wahrhaftigkeit ihres Daseins, wenn sie mit ihrer Endlichkeit konfrontiert sind. Erst dann kommt die Erlaubnis, nicht mehr funktionieren zu müssen, sondern sich um sich selbst zu kümmern. Die wirklich wahrhaftigen Fragen zu stellen. Nicht umsonst wird oft gefragt: Wenn Du nur noch sechs Monate zu leben hättest, was würdest Du dann tun? Und all dies, was wir dann tun würden, können wir auch tun, auch wenn wir nicht wissen, wie lange die Zeit noch ist, die wir auf dieser Erde in dieser Inkarnation wandeln. Und selbst wenn wir wissen, dass die Zeit begrenzt ist, wissen wir dann doch, dass wir wiederkommen werden, dass wir auch ohne Körper ein Leben haben. Das Leben an sich ist nicht an unseren Körper gebunden. Wir haben auch ein Leben in der geistigen Welt – genauso wie hier.

Mit dem Leben tanzen

Es ist unglaublich befreiend, zu erkennen, dass wir hier auf der Erde sind als Lernende. Wir können nichts falsch machen, da alles was uns widerfährt, nur Lektionen sind, die wir lernen dürfen. Wir können auch niemanden verlieren, weil wir uns immer und immer wieder begegnen. In diesem Wissen steckt soviel Freiheit, soviel Gelassenheit und daraus entsteht dann der Mut, alles mit dem nach vorne gerichteten Blick zu betrachten. Plötzlich werden Katastrophen zu Erfahrungen, werden Zusammenbrüche zu Neuanfängen…Das Leben ist ein Abenteuer und es endet in jedem Fall mit dem Tod. Aber was wir dazwischen erleben und erschaffen liegt zu einem großen Teil in unserer Hand. Wenn wir weniger Opfer und mehr Schöpfer sind, können wir Kräfte in uns entstehen lassen, die auch nachtodlich wichtig für uns sind.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch alles Liebe und einen schönen letzten Arbeitstag in dieser Woche

Manou Gardner Medium