4. Portaltag: Der Angst ins Auge schauen

Am heutigen, vierten Portaltag, ist es Zeit, sich mit der Angst zu beschäftigen. Ängste sind Fesseln in unserem Leben und viele gute Entscheidungen werden nicht getroffen, weil die Angst dazwischen steht. Die Angst anzuschauen, sie zu fragen, was sie uns sagen will, ist das heutige Thema.

Wovor hast Du Angst?

Oftmals haben wir Angst vor dem Leben, weil es unkontrollierbar erscheint. Und das ist es ja auch. Das Leben hat ganz eigene Gesetzmäßigkeiten und am Portaltag lässt sich das noch leichter erkennen, als an anderen Tagen. Es ist gut, am heutigen Portaltag der Angst einmal näherzutreten.

  • Wovor genau habe ich Angst?
  • Welche Menschen, Umstände, Situationen versetzen mich in Angst?

Was tut die Angst mit Dir?

Wir dürfen uns am heutigen Portaltag auch anschauen, wie wir normalerweise auf Angst reagieren. Lähmt sie uns? Macht sie uns willenlos? Bringt sie uns dazu, uns viel kleiner zu machen, als wir in Wahrheit sind? Hindert sie uns daran, weitere Schritte in unserem Leben zu setzen? Bringt sie uns immer wieder dazu, die aktuelle Situation zu akzeptieren, auch wenn diese gar nicht passend ist? Hindert uns die Angst am Leben?

Vor Angst gestorben ist auch tot

Wenn wir uns von der Angst unterkriegen lassen, dann sind wir auf einem sinkenden Schiff. Die Angst darf gefühlt und gesehen werden und dann dürfen die Willenskräfte und die Mutkräfte die Oberhand gewinnen.

Der Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Menschen

Wenn man Menschen betrachtet, die erfolgreich sind in ihrem Leben und mutig Schritt für Schritt voranschreiten, eine Hürde nach der anderen überwinden, dann sieht das oftmals aus, als ob diese Menschen furchtlos wären. Aber auch diese Menschen haben Angst. Der einzige Unterschied ist, dass sie das alles TROTZ der Angst tun.

Der heutige Portaltag und die Angst

Am heutigen Portaltag unterstützt dich die geistige Welt darin, zumindest eine deiner Ängst abzulegen. Stelle Dir folgende Fragen:

  • Welche Angst blockiert mich am meisten?
  • Von welcher Angst möchte ich mich verabschieden?
  • Was kann ich am heutigen Portaltag tun, um die Angst zu überwinden?

Das Mantra des heutigen Portaltages zur Angst:

„Ich fühle die Angst und schreite trotzdem weiter.“

Wir alle dürfen uns von unseren Ängsten befreien, um die neue Zeit wirklich willkommen zu heißen. Wenn wir uns selbst im Weg stehen, verpassen wir den Zug, mit dem wir fahren wollten.

Und noch etwas in eigener Sache

Ich weiß nicht, ob und wie lange ich noch auf Facebook sein werde, da ich hier immer wieder eingeschränkt bin, das auszudrücken, was mir auf dem Herzen liegt. Bitte, falls Ihr es noch nicht getan habt, tragt Euch auf meiner Webseite ganz rechts ein, um den Tagesimpulsen zu folgen. Ihr erhaltet dann jeden Morgen eine E-Mail, sobald der Impuls online ist. Das macht das Ganze wesentlich freier. Abhängigkeiten von sozialen Medien möchte ich für die Zukunft vermeiden.

Hier sind noch ein paar weitere Artikel, die ich zum Thema Angst geschrieben habe:

Ängste überwinden-Träume leben

Angst als Wesenheit

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Freitag

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Bild von Joe auf Pixabay

Niemals aufgeben… die Heldenreise

Egal, was wir tun oder was wir uns vorgenommen haben, es gibt sie immer, diese Momente in denen alles so erscheint, als würden wir das Ziel niemals erreichen. Hindernisse tauchen auf, Schwierigkeiten legen sich in den Weg und die Geduld geht langsam zu Ende. Doch dies ist alles vollkommen normal, wenn wir uns auf den Weg gemacht haben. Anfangs geht es oft leicht, und sobald die ersten Erfolge sichtbar sind, wird der Weg steiniger. Viele Menschen geben dann auf, gerade weil der Anfang so leicht gegangen ist. Sie haben das Gefühl, die geistige Welt zeigt, dass es nicht der richtige Weg ist. Doch das stimmt meist nicht. Es ist vollkommen normal, dass Weg mal bergab und dann wieder bergauf gehen, dass eine höhere Anstrengung notwendig ist, um den nächsten Schritt zu schaffen. Aber es lohnt sich. Jeder Erfolg von Menschen beruht einzig und alleine darauf, drangeblieben zu sein, auch wenn es schwierig war.

Die Heldenreise

Wir alle lieben Bücher oder Filme, in denen der Held oder die Heldin aufgerufen wird, ein Abenteuer zu bestehen. All diese Geschichten folgen einem klassischen Schema, einer archetypischen Grundstruktur, die Joseph Campbell als das Motiv der „Heldenreise“ erforscht hat.

  1. Der Held ist in einer Situation, die ihn unzufrieden macht
  2. Der Ruf zu einem Abenteuer erfolgt. Der Held weigert sich oftmals zunächst, weil er/sie dazu Sicherheiten aufgeben muss
  3. Der Held erlebt einen Konflikt – entweder mit sich selbst oder mit anderen Menschen, aber er macht sich auf den Weg
  4. Das Überschreiten der Schwelle. Der Held setzt Schritte, die nicht mehr rückgängig zu machen sind und macht sich auf den Weg.
  5. Der Held schreitet voran und erlebt erste Schwierigkeiten
  6. Ein Mentor/eine Mentorin taucht auf und hilft dem Held oder der Heldin weiter
  7. Der Held findet ein Amulett – etwas, das ihn an seine Reise erinnert und das er/sie bei sich trägt
  8. Der erste Widersacher taucht auf. Es wird schwierig – viele HeldInnen drehen hier um. Aber der echte Held geht weiter
  9. Es kommt zum Kampf mit dem Widersacher, den der Held gewinnt
  10. Dadurch kommt es zur Freisetzung verborgener Kräfte und Fähigkeiten des/der HeldIn
  11. Magische Werkzeuge kommen zur Hilfe
  12. Der Held kommt ans Ziel seiner Reise und birgt den Schatz
  13. Der Held kommt zurück und bringt den Schatz in die Oberwelt mit – Er/sie ist nun MeisterIn der zwei Welten

Dies sind die Stationen der (von mir etwas gekürzten) Heldenreise. Wenn wir sie auf unser Leben übertragen wollen, sieht das in etwa so aus:

  1. Unzufriedenheit – wir sind unglücklich mit der Situation, in der wir uns gerade befinden. Wissen aber nicht, wie wir sie ändern könnten.
  2. Der Ruf – eine Idee oder Möglichkeit taucht auf, aber wir haben Angst, weil wir unsere Komfortzone verlassen müssesn
  3. Konflikt – Wir hadern mit uns, überlegen hin oder her. Es raubt uns den Schlaf. Oder Menschen in unserem Umfeld sind nicht glücklich mit dem Gedanken der Veränderung und wir müssen uns dagegen stemmen.
  4. Überschreiten der Schwelle – das kann die Kündigung des Arbeitsplatzes sein, der Umzug in eine andere Stadt, oder die Trennung von einem Partner/einer Partnerin sein….und vieles mehr. Auf jeden Fall setzen wir den ersten Schritt, der nicht mehr so leicht rückgängig gemacht werden kann.
  5. Der Held schreitet voran – wir gehen den Weg, aber bald tauchen die ersten Schwierigkeiten auf. Wir hadern wieder und fragen uns, ob dies der richtige Weg gewesen ist. Dieser Punkt ist der Moment der ersten Zweifel. Viele kehren an dieser Stelle um.
  6. Ein Mentor/eine Mentorin taucht auf – wenn der Held nicht umkehrt, wird er/sie durch das Auftauchen eines/einer MentorIn belohnt. Es taucht ein Mensch auf, der uns entweder einen kürzeren oder längeren Weg begleitet und uns die notwendigen Informationen oder aber die Zuversicht gibt, dass wir es schaffen können.
  7. Das Amulett – wir finden etwas, oder legen uns etwas zu, das uns daran erinnert, warum wir diesen Weg gehen. So wie die Menschen, die den Jakobsweg gehen wollen, eine Muschel bei sich tragen, so finden wir ein Amulett, das uns an unsere eigene Heldenreise erinnert.
  8. Der Widersacher taucht auf – Hier taucht der eigentliche Widersacher auf, der wir meist selbst sind. Wir stehen uns selbst im Weg, weil Zweifel und Anstrengung auftauchen und alles irgendwie sinnlos erscheint.
  9. Kampf mit dem Widersacher – Wir kämpfen die Zweifel nieder und machen einfach weiter. Dadurch besiegen wir den Widersacher.
  10. Freisetzung verborgener Kräfte und Fähigkeiten – Wir haben es geschafft, den Widersacher zu besiegen. Dadurch entstehen in uns ganz neue Mut- und Durchhaltekräfte und wir gehen gestärkt den Weg weiter.
  11. Magische Werkzeuge kommen zur Hilfe – dies können Fähigkeiten, aber auch Hilfestellungen von außen sein. Auf jeden Fall erweitert sich hier unser Ressource.
  12. Der Held kommt ans Ziel – wir haben es geschafft. Wir sind nun da, wohin wir wollten.
  13. Rückkehr in die Oberwelt – wir verschließen uns nicht vor der Welt und genießen unseren Erfolg für uns alleine, sondern wir nehmen all die Fähigkeiten und zeigen sie der Welt und stellen uns selbst als Mentor/Mentorin zur Verfügung

Jeder Held in jeder uns bekannten Geschichte, geht diesen Weg. Und wir lieben diese Geschichten so sehr, weil unsere Seele sie als Archetypus erkennt. Unsere Seele weiß, dass auch wir uns immer wieder auf die Heldenreise begeben. Es kann sogar sein, dass wir in verschiedenen Bereichen auf verschiedenen Stationen der Heldenreise angelangt sind.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen einen wunderschönen Montag und eine spannende Heldenreise durch das eigene Leben. Und vielleicht mag sich nun der/die Eine oder Andere auf den Weg machen und dem Ruf folgen.

Ganz liebe Grüße

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Foto: Meine eigene Tafelzeichnung

100 Tage Morgen-Impulse

Heute ist tatsächlich schon Tag 100 meiner Morgen-Impulse und ich möchte mich bei euch, meinen LeserInnen, sehr herzlich bedanken. Denn schließlich seid Ihr es, die der ganzen Sache erst einen Sinn geben. Was sind schon Texte, wenn keiner sie liest? Mir kommt es vor, als wäre es noch gar nicht lange her, als ich mir vorgenommen habe 365 Tage lang jeden Morgen einen Impuls zu schreiben. Und ein wenig stolz bin ich auf mich, weil ich nicht einen einzigen Tag ausgelassen habe.

So, die nächsten 100 Tage liegen nun vor uns und ich hoffe, ich darf euch noch weiter in den Tag hinein begleiten. Es wäre ja schön, wenn es im Außen ruhiger werden würde, damit wir uns wieder primär spirituellen Themen widmen können, aber es sieht noch nicht danach aus. Also werde ich weiterhin versuchen, die allgemeine Situation aus einem spirituellen Gesichtspunkt heraus zu beleuchten.

Aber grundsätzlich geht es mir in den Morgen-Impulsen um das Leben insgesamt. Darum, sowohl in der physischen Welt als auch in der Verbindung mit unserer Seele und der geistigen Welt jeden Tag aufs Neue Freude und Motivation zu empfinden. In einer Gesellschaft, die primär leistungsorientiert ist, in der stets von Leistungsträgern etc. gesprochen wird, wieder aufmerksam zu machen auf die weniger spektakulären Dinge, auf das, was sich in unserer Seele bewegt.

Was wir mitnehmen in die geistige Welt, wenn wir unseren Körper verlassen

All das, was wir uns in der physischen Welt erschaffen, Häuser, Autos…etc. werden wir zurücklassen. Ich bin kein Feind von einem guten materiellen Leben, ich glaube sogar, dass wir materiell gut ausgestattet sein sollten, damit wir uns mit der geistigen Welt auch beschäftigen können und nicht von Existenzsorgen getrieben sind. Aber wir sollten uns bewusst machen, dass dies mehr als vergänglich ist. Wir werden das unseren Erben hinterlassen. Auch dagegen ist nichts einzuwenden, diese werden vermutlich froh darüber sein. Jedoch wird unser Kapital nachtodlich, in der geistigen Welt, das sein, was wir uns an seelischen Kräften erschaffen haben: Mutkräfte, Durchhaltekräfte, Vertrauen, Souveränität, aber auch Fähigkeiten, die wir ausgebaut haben. Das wird uns sowohl in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt als auch in einem nächsten Leben zur Verfügung stehen, so es unserem Seelenplan entspricht.

Die momentane Zeit birgt viele Chancen auf ein reiches Kapital in der geistigen Welt

Wir haben gerade derzeit eine Menge Möglichkeiten, all diese Kräfte in uns entststehen zu lassen. Und wenn wir das Leben nicht nur von der Geburt bis zum Tod, sondern als eine Kette von Leben betrachten, dann verliert das, was wir gerade im Außen erleben, auf der persönlichen Ebene auch etwas von der Schärfe. Aber nichts desto trotz ist es wichtig, dass wir als Menschheit nun den guten, hellen, wahrhaftigen Weg wählen. Und wir wären auch jetzt nicht hier, wenn wir nicht in früheren Leben schon viele Kräfte gesammelt hätten, die wir nun zum Einsatz bringen können. Wir haben also ein reich gefülltes Arsenal an Ressourcen und Kräften.

In diesem Sinne freue ich mich darauf, Sie und Euch auch noch weiterhin mit Impulsen versorgen zu dürfen, die helfen, diese Kräfte aufzubauen und zu stärken, damit wir gemeinsam in eine gute Zukunft gehen können.

In diesem Sinne wünsche ich einen wunderschönen zweiten Adventssonntag!

Eure Manou Gardner aka Manuela Pusker

Bild von lauris auf Pixabay

Michaeli und die Mutkräfte im Menschen

29. September ist Michaeli – der Tag, an dem die Schüler aller Waldorfschulen der Welt Mutproben veranstalten. Denn der heutige Tag bringt die Qualität des Mutes mit sich. Michael als einer der obersten Erzengel wird dargestellt mit dem Schwert – er trennt von allem nicht-dienlichen, wenn wir es zuvor gefunden und benannt haben. Michael ist auch ein Engel der Freiheit. Er hilft uns, alles, worin wir in Freiheit schwingen, in den Kosmos hinauszutragen, sodass es dort weiterwirken kann. Ich habe diese tiefe Beschäftigung mit dem Michaels-Impuls bisher nur in der Anthroposophie gefunden. Steiner erwähnte sogar, dass Michael zum Zeitgeist werden wird.

Rudolf Steiner hat sehr Wichtiges über Michael gesagt. Ich füge einige Zitate ein, weil die Tatsache nur durch die Ausdrucksweise Rudolf Steiners wirklich in ihrer Tiefe zum Ausdruck gebracht wird.

Michaels Verhältnis zum Menschen

„Seit dem Ende des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts können die Menschen in bewußter Weise dem Geiste Michael begegnen. Aber Michael ist eben eine eigenartige Wesenheit. Michael ist eine Wesenheit, die eigentlich nichts offenbart, wenn man ihr nicht aus emsiger geistiger Arbeit von der Erde aus etwas entgegenbringt. Michael ist ein schweigsamer Geist. Michael ist ein in sich verschlossener Geist. Während andere der regierenden Erzengel vielredende Geister sind – im geistigen Sinne natürlich -, ist Michael ein durchaus verschlossener Geist, ein wenig redender Geist, der höchstens spärliche Direktiven gibt. Denn das, was man von Michael erfährt, ist eigentlich nicht das Wort, sondern -wenn ich mich so ausdrücken darf – der Blick, die Kraft des Blickes. Und das beruht darauf, daß eigentlich Michael sich am meisten zu tun macht mit demjenigen, was die Menschen aus dem Geistigen heraus schaffen. Er lebt in den Folgen des von den Menschen Geschaffenen. Die anderen Geister leben mehr mit den Ursachen, Michael lebt mehr mit den Folgen. Die anderen Geister impulsieren im Menschen dasjenige, was der Mensch tun soll. Michael wird der eigentlich geistige Held der Freiheit sein. Er läßt die Menschen tun, aber nimmt dann das, was aus Menschentaten wird, auf, um es weiter fortzutragen im Kosmos, um dasjenige, was Menschen damit noch nicht wirken können, weiterzuwirken im Kosmos. Man hat anderen Wesenheiten aus der Hierarchie der Archangeloi gegenüber das Gefühl: von ihnen kommen die Impulse, das oder jenes zu tun; im größeren oder geringeren Grade kommen von ihnen die Impulse. Aber Michael ist derjenige Geist, von dem zunächst nicht Impulse kommen, weil seine wirklich repräsentative Herrschaftsperiode diejenige ist, die jetzt kommt, wo die Dinge aus der menschlichen Freiheit kommen. Wenn aber der Mensch aus seiner Freiheit heraus, angeregt durch das Lesen des Astrallichtes, bewußt oder unbewußt dies oder jenes tut, so trägt Michael das, was menschliche Erdentat ist, in den Kosmos hinaus, daß es kosmische Tat wird. Er kümmert sich um die Folgen, andere Geister mehr um die Ursachen. Aber Michael ist nicht nur ein verschlossener, schweigsamer Geist, Michael kommt, indem er an den Menschen herantritt, mit einer deutlichen Abweisung von vielem an den Menschen heran, in dem der Mensch heute noch auf Erden lebt. So zum Beispiel alles das, was sich im Menschen- oder im Tierleben oder im Pflanzenleben an Erkenntnissen bildet, die auf die vererbten Eigenschaften gehen, die auf dasjenige gehen, was sich in der physischen Natur forterbt, das ist so, daß es einem vorkommt: Michael stößt es abweisend von sich. Er will damit zeigen, daß solche Erkenntnisse dem Menschen für die geistige Welt nichts fruchten können. Nur was der Mensch unabhängig von dem rein Vererbbaren in der Menschheit, in der Tierheit, in der Pflanzenheit findet, das läßt sich vor Michael hinauftragen. Und da bekommt man nicht die so vielsagende abweisende Handbewegung, sondern man bekommt den zustimmenden Blick, der einem sagt: Das ist gerecht gedacht vor der Lenkung des Kosmos. – Denn das ist dasjenige, was man immer mehr und mehr erstreben lernt: gewissermaßen zu sinnen, um durchzustoßen bis zum Astrallichte, zu schauen die Geheimnisse des Daseins und dann vor Michael hinzutreten und den zustimmenden Blick zu bekommen, der einem sagt: Das ist richtig, das ist gerecht vor der Lenkung des Kosmos. “ (Rudolf Steiner Lit.:GA 233a, S. 93f)

Steiner weist darauf hin, dass für uns schlussendlich nur das zählt, was wir uns aus dem freien Willen heraus erarbeitet haben und dann kommt Michael und trägt die Früchte unserer Arbeit praktisch in den Kosmos, wo es durch die kosmisch-universelle Kraft weiterentwickelt und „verstärkt“ werden kann. Wenn man die Tatsachen in dieser Art betrachtet, werden wir uns bewusst, dass alles was wir denken und erringen irgendwo im Kosmos weiterwirkt. Das bleibt nicht abgetrennt nur bei uns, sondern wirkt und entwickelt sich draußen im Kosmos weiter.

Rudolf Steiner beschreibt auch, wie wichtig unser Ringen um die Wahrheit und Erkenntnis ist. Und wie wichtig es ist, Impulse zu setzen und davon nicht mehr abzuweichen. Selbst wenn man es in der aktuellen Inkarnation nicht umzusetzen vermag.

Die siegende Michaelskraft im Menschen

„Dieses Sich-Aufschwingen dazu, daß man von den Gedanken über das Geistige so erfaßt werden kann wie durch irgend etwas Physisches in der Welt: das ist Michael-Kraft! Vertrauen haben zu den Gedanken des Geistigen, wenn man die Anlage dazu hat, sie überhaupt aufzunehmen, so daß man weiß: Du hast diesen oder jenen Impuls aus dem Geistigen. Du gibst dich ihm hin, du machst dich zum Werkzeug seiner Ausführung. Ein erster Mißerfolg kommt – macht nichts! Ein zweiter Mißerfolg kommt – macht nichts! Und wenn hundert Mißerfolge kommen – macht nichts! Denn kein Mißerfolg ist jemals ausschlaggebend für die Wahrheit eines geistigen Impulses, dessen Wirkung innerlich durchschaut und ergriffen ist. Denn erst dann hat man Vertrauen, das richtige Vertrauen zu einem geistigen Impuls, den man in einem bestimmten Zeitpunkt faßt, wenn man sich sagt: Hundert Male habe ich Mißerfolg gehabt, das kann mir aber höchstens beweisen, daß für mich in dieser Inkarnation die Bedingungen zur Realisierung dieses Impulses nicht gegeben sind. Daß dieser Impuls aber richtig ist, das schaue ich durch seinen eigenen Charakter. Und wenn es auch erst nach der hundertsten Inkarnation sein wird, daß für diesen Impuls die Kräfte zu seiner Realisierung mir erwachsen – nichts kann mich überzeugen von der Durchschlagskraft oder Nichtdurchschlagskraft eines geistigen Impulses als dessen eigene Natur. – Wenn Sie sich dies im Gemüte des Menschen als das große Vertrauen für irgend etwas Geistiges ausgebildet denken, wenn Sie sich denken, daß der Mensch felsenfest halten kann an etwas, was er als ein geistig Siegendes durchschaut hat, so festhalten kann, daß er es auch dann nicht losläßt, wenn die äußere Welt noch so sehr dagegen spricht, wenn Sie sich dies vorstellen, dann haben Sie eine Vorstellung von dem, was eigentlich die Michael-Kraft, die Michael-Wesenheit von dem Menschen will, denn dann erst haben Sie eine Anschauung von dem, was das große Vertrauen in den Geist ist. Man kann irgendeinen geistigen Impuls zurückstellen, selbst für die ganze Inkarnation zurückstellen, aber hat man ihn einmal gefaßt, so darf man niemals wanken, ihn in seinem Inneren zu hegen und zu pflegen; dann allein kann man ihn aufsparen für die folgenden Inkarnationen. Und wenn auf diese Weise das Vertrauen zu dem Geistigen eine solche Seelenverfassung begründet, daß man in die Lage kommt, dieses Geistige als so real zu empfinden wie den Boden unter unseren Füßen, von dem wir wissen, daß, wenn er nicht da wäre, wir mit unseren Füßen nicht auftreten könnten, dann haben wir ein Gefühl in unserem Gemüte von dem, was eigentlich Michael von uns will.“ (Rudolf Steiner Lit.:GA 223, S. 117f)

Wenn wir den heutigen Michaeli-Tag nun nutzen, um uns innerlich zum Kühnsten aufzuschwingen, dessen wir vermögen, schaffen wir Tatsachen in der geistigen Welt, die uns unter Umständen nicht nur durch diese, sondern auch durch viele weitere Inkarnationen begleiten können. Der heutige Tag ruft uns daher dazu auf, alles in einem viel, viel größeren Zusammenhang zu sehen und zu denken.

Ich wünsche Ihnen kühne und weitreichende Gedanken!

Manou Gardner