Niemals aufgeben… die Heldenreise

Egal, was wir tun oder was wir uns vorgenommen haben, es gibt sie immer, diese Momente in denen alles so erscheint, als würden wir das Ziel niemals erreichen. Hindernisse tauchen auf, Schwierigkeiten legen sich in den Weg und die Geduld geht langsam zu Ende. Doch dies ist alles vollkommen normal, wenn wir uns auf den Weg gemacht haben. Anfangs geht es oft leicht, und sobald die ersten Erfolge sichtbar sind, wird der Weg steiniger. Viele Menschen geben dann auf, gerade weil der Anfang so leicht gegangen ist. Sie haben das Gefühl, die geistige Welt zeigt, dass es nicht der richtige Weg ist. Doch das stimmt meist nicht. Es ist vollkommen normal, dass Weg mal bergab und dann wieder bergauf gehen, dass eine höhere Anstrengung notwendig ist, um den nächsten Schritt zu schaffen. Aber es lohnt sich. Jeder Erfolg von Menschen beruht einzig und alleine darauf, drangeblieben zu sein, auch wenn es schwierig war.

Die Heldenreise

Wir alle lieben Bücher oder Filme, in denen der Held oder die Heldin aufgerufen wird, ein Abenteuer zu bestehen. All diese Geschichten folgen einem klassischen Schema, einer archetypischen Grundstruktur, die Joseph Campbell als das Motiv der „Heldenreise“ erforscht hat.

  1. Der Held ist in einer Situation, die ihn unzufrieden macht
  2. Der Ruf zu einem Abenteuer erfolgt. Der Held weigert sich oftmals zunächst, weil er/sie dazu Sicherheiten aufgeben muss
  3. Der Held erlebt einen Konflikt – entweder mit sich selbst oder mit anderen Menschen, aber er macht sich auf den Weg
  4. Das Überschreiten der Schwelle. Der Held setzt Schritte, die nicht mehr rückgängig zu machen sind und macht sich auf den Weg.
  5. Der Held schreitet voran und erlebt erste Schwierigkeiten
  6. Ein Mentor/eine Mentorin taucht auf und hilft dem Held oder der Heldin weiter
  7. Der Held findet ein Amulett – etwas, das ihn an seine Reise erinnert und das er/sie bei sich trägt
  8. Der erste Widersacher taucht auf. Es wird schwierig – viele HeldInnen drehen hier um. Aber der echte Held geht weiter
  9. Es kommt zum Kampf mit dem Widersacher, den der Held gewinnt
  10. Dadurch kommt es zur Freisetzung verborgener Kräfte und Fähigkeiten des/der HeldIn
  11. Magische Werkzeuge kommen zur Hilfe
  12. Der Held kommt ans Ziel seiner Reise und birgt den Schatz
  13. Der Held kommt zurück und bringt den Schatz in die Oberwelt mit – Er/sie ist nun MeisterIn der zwei Welten

Dies sind die Stationen der (von mir etwas gekürzten) Heldenreise. Wenn wir sie auf unser Leben übertragen wollen, sieht das in etwa so aus:

  1. Unzufriedenheit – wir sind unglücklich mit der Situation, in der wir uns gerade befinden. Wissen aber nicht, wie wir sie ändern könnten.
  2. Der Ruf – eine Idee oder Möglichkeit taucht auf, aber wir haben Angst, weil wir unsere Komfortzone verlassen müssesn
  3. Konflikt – Wir hadern mit uns, überlegen hin oder her. Es raubt uns den Schlaf. Oder Menschen in unserem Umfeld sind nicht glücklich mit dem Gedanken der Veränderung und wir müssen uns dagegen stemmen.
  4. Überschreiten der Schwelle – das kann die Kündigung des Arbeitsplatzes sein, der Umzug in eine andere Stadt, oder die Trennung von einem Partner/einer Partnerin sein….und vieles mehr. Auf jeden Fall setzen wir den ersten Schritt, der nicht mehr so leicht rückgängig gemacht werden kann.
  5. Der Held schreitet voran – wir gehen den Weg, aber bald tauchen die ersten Schwierigkeiten auf. Wir hadern wieder und fragen uns, ob dies der richtige Weg gewesen ist. Dieser Punkt ist der Moment der ersten Zweifel. Viele kehren an dieser Stelle um.
  6. Ein Mentor/eine Mentorin taucht auf – wenn der Held nicht umkehrt, wird er/sie durch das Auftauchen eines/einer MentorIn belohnt. Es taucht ein Mensch auf, der uns entweder einen kürzeren oder längeren Weg begleitet und uns die notwendigen Informationen oder aber die Zuversicht gibt, dass wir es schaffen können.
  7. Das Amulett – wir finden etwas, oder legen uns etwas zu, das uns daran erinnert, warum wir diesen Weg gehen. So wie die Menschen, die den Jakobsweg gehen wollen, eine Muschel bei sich tragen, so finden wir ein Amulett, das uns an unsere eigene Heldenreise erinnert.
  8. Der Widersacher taucht auf – Hier taucht der eigentliche Widersacher auf, der wir meist selbst sind. Wir stehen uns selbst im Weg, weil Zweifel und Anstrengung auftauchen und alles irgendwie sinnlos erscheint.
  9. Kampf mit dem Widersacher – Wir kämpfen die Zweifel nieder und machen einfach weiter. Dadurch besiegen wir den Widersacher.
  10. Freisetzung verborgener Kräfte und Fähigkeiten – Wir haben es geschafft, den Widersacher zu besiegen. Dadurch entstehen in uns ganz neue Mut- und Durchhaltekräfte und wir gehen gestärkt den Weg weiter.
  11. Magische Werkzeuge kommen zur Hilfe – dies können Fähigkeiten, aber auch Hilfestellungen von außen sein. Auf jeden Fall erweitert sich hier unser Ressource.
  12. Der Held kommt ans Ziel – wir haben es geschafft. Wir sind nun da, wohin wir wollten.
  13. Rückkehr in die Oberwelt – wir verschließen uns nicht vor der Welt und genießen unseren Erfolg für uns alleine, sondern wir nehmen all die Fähigkeiten und zeigen sie der Welt und stellen uns selbst als Mentor/Mentorin zur Verfügung

Jeder Held in jeder uns bekannten Geschichte, geht diesen Weg. Und wir lieben diese Geschichten so sehr, weil unsere Seele sie als Archetypus erkennt. Unsere Seele weiß, dass auch wir uns immer wieder auf die Heldenreise begeben. Es kann sogar sein, dass wir in verschiedenen Bereichen auf verschiedenen Stationen der Heldenreise angelangt sind.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen einen wunderschönen Montag und eine spannende Heldenreise durch das eigene Leben. Und vielleicht mag sich nun der/die Eine oder Andere auf den Weg machen und dem Ruf folgen.

Ganz liebe Grüße

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Foto: Meine eigene Tafelzeichnung

2 Kommentare zu „Niemals aufgeben… die Heldenreise

  1. Manchmal frage ich mich auf welchem Teilstück der Reise ich mich gerade befinde. Immer dann, wenn ich mir sicher bin einen Schritt weiter zu sein, dann passiert etwas, was mich gedanklich zurück wirft. Wann weiß ich, dass ich auf der Zielgeraden bin??? Kann ich mir überhaupt irgendwann einmal sicher sein das Ziel erreicht zu haben? Oder weiß man es dann einfach?

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