Der Tod von Queen Elizabeth II. – neunter Portaltag im Zeichen des Neubeginns

Gestern, am Portaltag der Trennung, ist nach offiziellen Bekanntgaben Queen Elizabeth gestorben. Es gäbe aus spiritueller Sicht wahnsinnig viel über sie und das englische Königshaus zu sagen, doch habe ich mich heute dazu entschlossen, dies auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ich weiß, wie viele meiner englischen Freunde und Kollegen die Queen lieben und verehren und es erscheint mir nicht richtig, zum jetzigen Zeitpunkt darüber zu schreiben. Manchmal braucht es schonungsloses Betrachten und ein anderes Mal steht Respekt den Gefühlen anderer Menschen gegenüber im Vordergrund.

Die Queen als Bewahrerin alter Tradition

Wer England kennt, weiß wie sehr die englische Seele sich an Tradition und Verehrung erfreut. Und die Queen war ein mächtiges Symbol für die Menschen im Hinblick auf Beständigkeit und Würde. Für viele Menschen, so auch mich, gab es nie eine Welt ohne die stille Repräsentanz der Queen. Und natürlich ist dies nur die Oberfläche unter der sich viel Unschönes verbarg und noch verbirgt. Ich merke, dass es mir schwer fällt, diesen Aspekt nicht zu beschreiben.

Es ist schwer, die Hingabe an ein Königshaus zu verstehen, wenn man selbst keine Monarchie erlebt hat

Für mich war es, bevor ich viel Zeit in England verbracht habe, mehr wie ein Theaterstück, wenn ich Zeremonien aus dem Königshaus im Fernsehen gesehen habe. Zu weit war diese Hingabe von der deutschen Nüchternheit entfernt, in der zu meiner Zeit und innerhalb meiner gesellschaftlichen Schicht kein Bezug herrschte. Natürlich gab es auch in Deutschland noch alte Adelsfamilien, doch waren diese weit entfernt von meiner Lebensrealität.

Erst als meine Bindung an England wuchs und ich die Verehrung in den Herzen der Menschen kennenlernte, hat sich mein nicht vorhandener Bezug in Erstaunen gewandelt. Und nach anfänglichem Unverständnis wuchs mein Verstehen über diese Verehrung.

Das Königshaus als allgegenwärtiger Referenzwert

Für die Menschen in England und GB gibt es durch das Königshaus im Zweifelsfall immer einen Referenzwert. Wie würde die Queen reagieren? Was hätte die Queen gesagt? Wie würde die Queen damit umgehen? Nicht bei allen Menschen findet dieser Referenzabgleich immer auf der bewussten Ebene statt, doch hat die Existenz einer solchen Institution eindeutigen Einfluss auf die Haltung der Menschen. Und nicht von ungefähr kennen und erleben wir viele Menschen in England als besonders zurückhaltend mit ihrer Meinung und aber auch als besonders höflich. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Don’t complain don’t explain

„Beschwere dich nicht, aber erkläre auch nichts“ war das lebenslange Motto von Queen Elizabeth II. Dies kann einerseits als ein Zeichen absoluter Entrücktheit von der Lebensrealität ihrer Landsleute – von den Menschen in den Commonwealth Staaten ganz zu schweigen – betrachtet werden, doch für viele Menschen in GB war es auch eine Art Durchhalteparole in persönlichen schwierigen Momenten. Nichts, das sich als äußere Erscheinung zeigt, ist nur gut oder schlecht, sondern es liegt am Standpunkt des Betrachters, wie er es für sich wertet.

Die Queen als Symbol multiverser Realitäten

War die Queen, und ist das gesamte Königshaus für viele Menschen ein Zeichen feudaler Relikte, die längst überholt und abzulösen sind, so war und ist es für viele Menschen ein Symbol für Würde und Beständigkeit. Und beide Seiten – und es gibt noch viel mehr Seiten – haben recht. Es ist die Frage, welches Universum wir gerade bewohnen. In einem Universum ist die Welt um diese feudale Herrschaft herum gut und Orientierung stiftend und in einem anderen Universum ist es ein ärgerliches Zeichen von Abgehobenheit und unter Umständen sogar das Zentrum des Bösen. Wer mag beurteilen, welche dieser Realitäten realer ist als die andere? Was wenn alle dieser Betrachtungen real sind?

Daher möchte ich es heute dabei belassen, dass nun auch für uns alle – egal welches Universum wir bewohnen – mit dem offiziellen Tod der Queen eine Ära zu Ende geht. Und es ist menschlich, trotz aller kritischen Betrachtungen, dies mit einer gewissen Wehmut zu betrachten. Und wenn wir keine Wehmut empfunden, so dürfen wir in diesen Tagen, den Menschen, die nun trauern und den Verlust verspüren, ihren Raum belassen und uns empathisch zeigen.

Neunter Portaltag im Zeichen des Neubeginns

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen neunten Portaltag der im Zeichen des Neubeginns steht. Wir dürfen nun auch in unserem Leben schauen, wo ein Neubeginn, eine neue Ära, auf uns wartet. Nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen stehen die Zeichen heute gut, die ersten Schritte in eine neue Zukunft zu setzen.

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

3. Portaltag – das Wesentliche erkennen – Ende der übersättigten Nabelschau

Heute sind wir bereits im dritten Portaltag angekommen und wir können nun fühlen, wie die Energie sich langsam verdichtet. Wir nähern uns dem Vollmond, der am Sonntag noch zusätzlich seine geballte Energie liefern wird. Nun kann es für manche Menschen ans Eingemachte gehen. Was ist wesentlich im Leben? Was ist FÜR SIE oder FÜR DICH wesentlich im Leben? Ganz abgelöst vom Alten kann nun eine neue Priorisierung beginnen.

Rückblick auf das Vergangene

Es kann nun schon zurückgeblickt werden auf das, was das nahezu vergangene Jahr für uns bedeutet hat. Wo hat es uns in die Fülle gebracht und wo haben wir stagniert? Wo sind unsere Gedanken frei gewandert und wo sind sie in Konzepten stecken geblieben? Die alte Welt verliert ihre Bedeutung, es darf nun das Neue umarmt werden.

Die Portaltage noch für das Persönliche nutzen

Während wir in den Rauhnächten auch stark ins das Überpersönliche gehen werden – das ja trotzdem immer sehr persönlich ist – können die Portaltage noch für das wirklich Persönliche genutzt werden. Wo dürfen wir uns in Zukunft mehr ausdehnen? Wo ziehen wir die Energie zurück, weil es überholt ist? Wer jetzt noch in alten Dramen und Konflikten festhängt, darf sich nun davon verabschieden. Wir dürfen die Freiheit wählen!

Die ewige Unzufriedenheit verabschieden

Viele Menschen stecken noch fest in kleinlichen Unzufriedenheiten, die sehr viel Raum und Zeit einnehmen. Wozu sollte das gut sein? Es ist nämlich nicht diese Art der Unzufriedenheit, die uns zu neuen Ufern aufbrechen lässt, sondern in diesem Fall, den ich beschreibe, ist es die Unzufriedenheit, die einer übersättigten Nabelschau gleicht. Da man den Gedanken erlaubt, sich zu verselbständigen, fängt man an, das eigene Leben zu zerpflücken und sich im Selbstmitleid zu suhlen. Das ist eine unglaubliche Verschwendung von Lebensenergie. Wir dürfen nun, heute, am dritten Portaltag damit beginnen, unsere Kraft zu sammeln und uns auf dasjenige konzentrieren, das uns wirklich wichtig ist.

Selbstreflexion versus Selbstmitleid

Wem der vorige Abschnitt ein wenig hart erschienen ist, dem möchte ich hier noch einmal den Unterschied verdeutlichen: Wir können sehr wohl das eigene Leben betrachten und reflektieren und feststellen, wo es noch hakt. Das ist wichtig und entwickelt unsere Persönlichkeit. Und ja, da kann es Tage geben, wo wir uns erholen und unsere Wunden lecken müssen. Was aber nicht nur sinnlos, sondern auch absolut schwächend wirkt, ist das ewige Zerpflücken, das Wiederauflebenlassen von Situationen, die uns verletzt oder gekränkt haben. Wir dürfen und sollen das aufarbeiten, aber es bringt nichts, die Vergangenheit ständig mit uns herum zu tragen. Alles was geschehen ist, hatte auf irgendeiner Ebene seinen Sinn und seine Berechtigung, selbst wenn wir es nicht verstehen können. Wir stehen ja auch nicht jeden Morgen auf und jammern darüber, dass die Blätter an den Bäumen grün und nicht blau oder rosa sind. Nehmen wir das Leben doch einmal mit Mut, Tapferkeit und Würde. Ändern wir, was wir ändern können – und wir können so viel mehr ändern, als wir meist glauben. Aber akzeptieren wir auch das Geschehene, verzeihen wir anderen Menschen und vor allen Dingen uns selbst. Ja, das ist nicht immer ganz leicht – aber das hatte auch niemand versprochen!

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen allen einen wunderschönen Freitag – voller Mut und neuer Kraft!

Manou Gardner aka Manuela Pusker

Bild von Stefan Keller auf Pixabay