Lange Weile und Kreativität

Lange Weile und Kreativität sind Schwestern. Nur aus der Ruhe der langen Weile heraus kann deine Intuition soweit ihre Fühler ausstrecken, dass du in der Lage bist, neue Ideen zu kreieren. Langeweile, also zusammengeschrieben, ist eher das, was wir als negativ erleben. Aber wenn wir aus der Langeweile die lange Weile machen, dann kann Magisches geschehen.

Lange Weile versus Langeweile

Langeweile ist doch dieser Zustand, in dem du sitzt und denkst, dass in deinem Leben gar nichts Aufregendes passiert. Es ist ein passiv-resignativer Zustand. Hingegen ist die lange Weile so wunderbar, weil der Augenblick sich ausdehnen darf. Es darf in eine Zeit- und Stresslosigkeit hineingesunken werden, die überhaupt erst deine Sensitivität für den Augenblick wächst.

Kreativität

Kreativität ist etwas, das aus einem Feld heraus kommt. Wenn du noch nie gestrickt hast, wird dir vermutlich nicht das ultimative Strickmuster einfallen. Sondern die Kreativität erscheint in den Bereichen, in denen du zumindest solide Kenntnisse hast. Da fügen sich zwei oder mehr Gedanken plötzlich zu einem neuen Ganzen zusammen und ein völlig neuer Impuls darf entstehen. Wenn du dir bewusst bist, welche Schätze in deinem Inneren warten, geborgen zu werden, dann ist der Tag der langen Weile der Tag der Kreativität. Es darf geträumt und zusammengefügt werden.

Sonntag, der Tag der langen Weile

Gerade der Sonntag eignet sich hervorragend dafür. Da hast du vielleicht Zeit, angefangene Projekte noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Oder du erlaubst deinen Gedanken ganz einfach herumzuschweifen. Vielleicht möchtest du eine Ecke in einem Zimmer umgestalten, damit es besser zu dir passt. Oder du fängst endlich an, die Geschichte, die du schon so lange im Kopf hast, aufzuschreiben – einfach so. An einem Sonntag darf das Leben fließen und ist idealerweise nicht in hunderte von Aufgaben eingezwängt.

Lange Weile führt zu ganz neuen Ideen

Oftmals kommst du nicht auf neue Ideen, weil du nur an mehr vom Selben denkst. Aber wenn Raum und Zeit vorhanden sind, dann darf sich etwas ganz Neues auftun. Wenn du an eine neue Aufgabe denkst, weil dir der derzeitige Job nicht gefällt, kann es an einem Sonntag passieren, dass du dich plötzlich in einem ganz anderen Bereich wiederfindest. Vielleicht wagst du es heute, über deinen Tellerrand hinauszudenken?

Lange Weile ist seelengerecht

Unsere Seele braucht diese Momente der langen Weile, weil sie sich nicht im Stress ausdehnen kann. Im Stress zieht sich die Seele zusammen und hält einfach aus. Aber in der langen Weile kommt es zu einer Ausdehnung, sodass sie sich ganz anderen, neuen Gefilden nähern kann.

Ich wünsche dir einen Sonntag voller wunderbarer langer Weile und ein paar schöne Impulse

Manou

Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!

Wenn du magst, kannst du hier weiterlesen: Seelengerecht leben – ein neues Kapitel

Bild von Oberholster Venita auf Pixabay

Der Herbst als Mystiker – vom Zauber des Herbstnebels

Wenn die sonnigen Tage sich dem Ende zuneigen und der Herbst mit Regen und Nebel ins Land zieht, ist für viele Menschen die Zeit der schönen Tage vorbei. Aber wenn wir uns innerlich auf die Melancholie und das Vergehen der Natur einlassen können, erscheint der Herbst wie ein großer Mystiker. Die Orientierung liegt jetzt nicht mehr im Außen. Herbst ist die Zeit des Rückzugs und der Innenschau. Niemals können wir uns selbst näher kommen, als im Herbst. Wenn wir hinaus schauen, und alles dunkel und trüb ist, lenkt uns nichts ab. Wir sind auf uns zurückgeworfen. Wir dürfen das Vergehen spüren, das ja auch Teil unserer Existenz ist. Nichts währt ewig. Aber nichts vergeht auch für ewig. Wir wissen aus vielen Jahren Erfahrung, dass der Frühling unweigerlich wieder kommen wird. Aber noch ist das weit weg. Noch sind wir mitten im Vergehen. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Nebel huschen über die Erde, es wird immer früher dunkel. Zeit für Innenschau und Kontemplation.

Mystischer, geheimnnisvoller Herbst

Der Herbst lädt dazu ein, innerlich ruhiger zu werden. Duch das frühe Hereinbrechen der Dunkelheit, sind wir früher im Haus und können die länger werdenden Abend dazu benutzen, einmal auf uns selbst und unser Leben zu schauen. Viele Menschen mögen den Herbst deshalb nicht, weil sie genau davor – eine meist unbestimmte und diffuse – Angst haben. Aber da gibt es nichts zu befürchten. Wir sind, wer wir sind und wie wir sind – ob wir hinschauen oder nicht. Lediglich die Möglichkeiten des Ausweichens werden geringer.

Und die Mystik des Herbstes zeigt sich uns am deutlichsten in den frühen Morgen- und Abenstunden. Spaziergänge um diese Zeit lassen in unserer Seele Bilder aufsteigen, die mit uns kommunizieren. Die Kräfte, die da wirken, unterscheiden sich von den Sommerkräften, sodass Ihre Seele die Möglichkeit bekommt, ganz neue Saiten in sich zum Klingen zu bringen. Fürchten Sie sich nicht vor dieser Melancholie. Je unangenehmer Sie Ihnen ist, umso näher ist sie Ihnen. Die menschliche Gewohnheit, sich nur mit der Sonnenseite beschäftigen zu wollen, beraubt uns unserer eigenen Tiefe und Harmonie. Denn alles, was wir verdrängen, alles dem wir ausweichen, macht sich doch irgendwann bemerkbar. Sie müssen auch nicht fürchten, dass diese Melancholie Sie in die Depression treibt. In den meisten Fällen bringt sie uns lediglich weg von der Schnelllebigkeit und der Oberflächlichkeit des “normalen” Alltags.

Erlauben Sie dem Herbst, Sie zu entschleunigen

Spätestens nach der Zeitrückstellung werden die Abende viel länger. Die Zeit zwischen Abend und Zubettgehen erlaubt uns, zur Ruhe zu kommen. Schon seit jeher war der Herbst, wenn die Felder abgeerntet und die Gärten versorgt waren, die Zeit des abendlichen Beisammenseins, die Zeit der mündlich überlieferten Geschichten und die Zeit der Handarbeiten. Dies ist der natürliche Rhythmus aus einer Zeit, in der es im Außen ganz wenig Zerstreuung gab. Und immer noch ist dieses Bedürfnis in uns vorhanden. Wir müssen ihm nur Raum geben.

Ich möchte Ihnen und Euch gerne ein paar Inspirationen für lange Herbstabende geben

Niemals ist es wichtiger als im Herbst oder Winter, dass wir uns in unserem Zuhause wohlfühlen. Das Zuhause ist der Ort, an dem wir sicher und geschützt sind und worin wir uns regenerieren. Es ist unser erweitertes Energiefeld. (Dazu schreibe ich morgen mehr!) Hier nun ein paar ganz einfache Ideen, womit Sie Ihre Herbstabende füllen können:

  • Lassen Sie den Fernseher aus. Zünden Sie eine Kerze an, halten Sie Zwiesprache mit sich selbst.
  • Überlegen Sie, wie Sie Ihre Kreativität im Herbst einsetzen können. Beginnen Sie ein Hobby. Ob das Handarbeiten oder Kochen oder Backen ist, oder ob Sie sich in Kalligraphie oder der Schriftstellerei üben – es ist ganz egal. Wichtig ist nur, dass Sie dabei Ihrem Inneren Ausdruck verleihen können.
  • Lesen Sie gute und inspirierende Bücher
  • Schreiben Sie doch mal wieder einen Brief
  • Dekorieren Sie Ihr Zuhause neu
  • Gönnen Sie sich einen heißen Tee und ein paar Kekse und seien Sie einfach mal gut mit sich selbst
  • Oftmals ist es hilfreich, wenn man sich schöne warme Socken – möglichst aus Wolle und ein gemütliches Heimdress zulegt – das ist auch eine Art der inneren Wertschätzung
  • Meditieren Sie – Anleitungen dazu finden Sie auf Youtube und Co

Und wenn Sie jetzt denken, dass das doch alles all zu einfach und zu “normal” klingt, dann darf ich Sie daran erinnern, dass der Weg zu uns selbst, in unsere eigene Mitte, ziemlich unspektakulär ist. Wir sind das nicht mehr gewohnt, dass nicht etwas mit Pauken und Trompeten in unser Leben tritt, sondern ganz langsam und unaufgeregt Einzug in unsere Seele hält.

Ich wünsche Ihnen und Euch einen wunderschönen Herbst-Samstag

Manou Gardner Medium