Die Erdenreise Teil 21

Unten Text, oben Video 🙂 Viel Freude!

Der Moment des Abschieds war unausweichlich. Theo und Luisa wollten sich gar nicht erheben, doch Klara gähnte schon mehrmals sehr herzhaft und es war Zeit, dass sie ein letztes Mal hinüber in Martins Werkstatt gingen. Etwas befangen standen sie auf. „Werden wir euch je wiedersehen?“, fragte Luisa und ihre Stimme war tränenerstickt. „Wir werden uns auf alle Fälle wiedersehen, sagte Phanuel. Ihr werdet in eurer Seele immer Engel bleiben. Und spätestens, wenn euer menschliches Leben zu Ende ist, werdet ihr wieder in die Engelwelt kommen. Aber bis dahin werden wir uns höchstens in euren Träumen begegnen.“ „Wir werden uns in den Träumen begegnen? Werden wir uns dann an diese Träume erinnern?“, fragte Theo. Der Elohim antwortete: „Wenn ihr aus freiem Willen zum Glauben an die geistige Welt kommen werdet, dann werdet ihr euch irgendwann auch an die Träume erinnern, und wir können uns auf diese Art treffen. Aber bis dahin werden wir uns auch treffen, nur werdet ihr euch im Wachbewusstsein nicht erinnern.“

„Das ist ja zumindest ein kleiner Trost. „Aber werden wir euch drei auch wiedersehen?“, fragte Luisa zu Martin, Hannes und Klara gewandt. Die drei waren etwas ratlos. Sie wussten nicht, wie das funktionierte. „Es kann passieren, dass sich eure Wege kreuzen werden. Aber das ist jetzt noch nicht absehbar. Und noch etwas ist wichtig: Theo, du wirst ab morgen Jonas heißen und du Luisa, wirst Sophie heißen. Wir haben keine Familie mit den passenden Namen gefunden. Aber wahrscheinlich werdet ihr euch an die Namen Theorahel und Luisahim auch gar nicht mehr erinnern“, ergänzte der Elohim noch.

Theo und Luisa traten zu Martin, Hannes und Klara und umarmten sie fest. Sie wussten gar nicht, was sie sagen sollten, so sehr lastete die Trauer auf ihren Herzen. Phanuel, Gabriel, Uriel, Raphael und Michael standen auch ein wenig betreten und umarmten dann die beiden mutigen Jung-Engel. Der Elohim verneigte sich vor ihnen. „Werdet ihr bitte gut auf euch und vor allen Dingen auch auf Mongila aufpassen. Jetzt konnten wir uns gar nicht mehr von ihr verabschieden“, sagte Theo. „Ich werde Mongila regelmäßig besuchen. Macht euch keine Sorgen, wir haben ein Auge auf sie“, sagte Michael.

Bevor die beiden Klaras Wohnzimmer verließen, drehte sich Luisa noch einmal um und fragte: „Werden Theo und ich uns erkennen, wenn wir uns als Menschen treffen sollten. Oder die anderen zehn Engel, werden wir diese erkennen?“ Der Elohim wiegte sein Haupt hin und her. „Das ist nicht ausgeschlossen“, sagte er. Aber zunächst werdet ihr ganz normale Menschen in ganz normalen menschlichen Familien mit menschlichen Geschwistern sein.“

„Gut, dann gehen wir jetzt. Ich danke für alles“, sagte Luisa und ihre Stimme wurde immer leiser. „Wir haben euch zu danken. Ihr könnt nicht ermessen, was diese Tat für die Welt der Engel und die der Menschen bedeutet. Ihr seid wahre Helden“, sagte der Elohim.

Theo und Luisa gingen schweigend über den Hof. „Ich habe Angst“, sagte Theo. „Ich auch“, antwortete Luisa. Sie legten sich in ihre Betten, die Martin so schön für sie vorbereitet hatte und starrten beide an die Decke. „Ich werde dich schrecklich vermissen, Theo“, sagte Luisa und schluchzte. Theo ergriff ihre Hand. „Ach Luisa, was glaubst du, wie sehr ich dich vermissen werde.“ Und so schliefen sie dann doch ein und hielten sich dabei ganz fest an den Händen. Als ob dies die Trennung verhindern könnte.

„Jonas, es ist Zeit, du musst aufstehen!“, hallte es durch den Raum. Jonas setzte sich im Bett auf. „Wo war er und wer rief da? Eine Frau betrat das Zimmer, in dem er schlief. „Los, beeil dich! Du hast verschlafen!“, rief die Frau. Jonas rieb sich die Augen. Er konnte sich einfach nicht erinnern, weshalb er verschlafen hatte und wohin er offensichtlich gehen sollte. Daher antwortete er sicherheitshalber mal nicht. Offensichtlich war wer noch nicht ganz wach. Die Frau kam nun näher und setzte sich an sein Bett. „Was ist mit dir, Jonas? Geht es dir nicht gut?“, fragte sie und griff an seine Stirn. „Doch, ich glaube, es geht mir gut“, sagte Jonas. „Komm, dann steh schnell auf, ich fahre dich zur Schule. Der Bus ist schon weg.“

Jonas wartete bis die Frau aus dem Zimmer gegangen war. Auf dem Boden lagen Jeans und T-Shirt. In diese schlüpfte er hinein. Dann öffnete er die Tür und schaute hinaus. Vor dem Zimmer lag ein Gang und eine Treppe führte hinunter ins Erdgeschoss. Dort unten hörte er Geschirr klappern. Langsam ging er die Treppe hinunter. Alles kam ihm fremd vor. Aber offensichtlich kannte diese Frau ihn gut. „Hier ist dein Kakao“, sagte sie und wedelte mit einer Tasse herum. Außer der Frau war noch ein Mann in diesem Raum, der offensichtlich eine Küche war, und ein kleines Mädchen saß vor einem Teller und löffelte Cornflakes. „Guten Morgen, mein Sohn“, sagte der Mann und strich ihm im Vorbeigehen über die Haare. Das musste also sein Vater sein. Dann war die Frau vermutlich seine Mutter und das kleine Mädchen seine Schwester. Warum konnte er sich an diese ganzen Leute nicht erinnern. Eigentlich konnte er sich an gar nichts erinnern. Es war, als käme er gerade aus einer anderen Welt. Das Dumme war nur, dass dies aber offensichtlich nicht stimmte, da die anderen ihn kannten.

Das kleine Mädchen starrte ihn die ganze Zeit an. „Paula, iss deine Cornflakes wir müssen gleich los. Warum starrst du Jonas die ganze Zeit so an?“, fragte die Mutter. „Weil Jonas gar nicht Jonas ist“, sagte das Mädchen. Die Mutter lachte. „Ach so, wenn es nur das ist. Wer ist er dann? Der Heilige Geist?“, fragte sie und wuschelte dem Mädchen dabei durch die Haare. „Ich weiß es nicht“, sagte Paula und starrte ihn weiter an.

„Unsere Kinder sind ein wenig seltsam heute“, sagte der Vater. „Jonas hat offenbar über Nacht seine Stimme verloren und Paula sieht Gespenster.“ „Wo ist deine Schultasche, Jonas?“, fragte die Mutter und klang langsam etwas nervös. Dabei fiel ihr Blick auf die nackten Füße ihres Sohnes. „Und darf ich fragen, warum du heute keine Socken trägst?“, fragte sie weiter. Jonas schaute ebenfalls auf seine Füße. Wenn er nun sagen würde, dass er nicht wusste, wo Schultasche und Socken sind, würde er nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Also ging er nach oben in das Zimmer zurück, aus dem er gekommen war. Schultasche war recht einfach, die stand neben dem Schreibtisch. Socken waren eine größere Herausforderung. Aber nach gründlichem Suchen in mehreren Schubladen, hatte er diese auch gefunden. Rasch ging er nach unten. Seine Mutter stand schon an der Tür und verdrehte genervt die Augen.

„Jonas, was ist heute nur mit dir los? Ziehst du dir bitte noch Schuhe an! Es ist schon allerhöchste Eisenbahn, dass wir losfahren, sonst kommen wir alle zu spät. „Ja natürlich“, sagte Jonas und schaute sich möglichst unauffällig um. Glücklicherweise hatte er die Schuhe rasch gefunden. Schnell schlüpfte er hinein und folgte seiner Mutter zum Auto. Sie öffnete den Kofferraum damit er seine Schultasche einladen konnte. Paula setzte sich schon auf den Rücksitz, als der Mutter plötzlich ein Schrei entfuhr. „Jonas, das ist jetzt aber nicht dein Ernst. Hast du heute einen Clown gefrühstückt, oder warum hast du die Schuhe deines Vaters an?“ Jonas schluckte. „Ich habe keine anderen gefunden“, sagte er. „Und deshalb ziehst du die Schuhe deines Vaters an? Was ist mit dir? Nimm bitte einfach die, die im Treppenhaus stehen“, sagte seine Mutter und setzte sich schon hinters Steuer.

Jonas fand tatsächlich Schuhe im Treppenhaus, die deutlich besser passten und ihm auch besser gefielen als die schwarzen Anzugschuhe seines Vaters. Schnell rannte er zurück zum Auto. „Jonas, muss ich mir Sorgen machen? Sollen wir zum Arzt fahren?“ Jonas schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin nur etwas verwirrt heute“, sagte er. Paula rief vom Rücksitz: „Mama, das ist gar nicht unser Jonas!“ Jonas drehte sich um. „Und wieso glaubst du das?“, fragte er und hoffte insgeheim irgendwelche Hinweise zu erhalten, was eigentlich los war. „Weil du nicht Jonas bist. Jonas schaut anders, Jonas geht anders, Jonas riecht anders und Jonas weiß, wo seine Schuhe sind“, sagte Paule mit Bestimmtheit. Die Mutter wurde ärgerlich. „Paula hör bitte mit den Dummheiten auf. Natürlich ist das Jonas. Er ist heute nur ein wenig seltsam. Das muss die Pubertät sein.“ Paula schwieg beleidigt.

Plötzlich hielten sie an. Jonas schaute sich um. Die Mutter schaute ihn an. „Steigst du bitte aus?“, fragte sie. „Äh ja, natürlich“, antwortete Jonas und ging ums Auto herum, um die Schultasche aus dem Kofferraum zu holen. Dann sah er sich ein wenig um und ging los, damit nicht auffiel, dass er nicht wusste, wo er war. Seine Mutter streckte den Kopf aus dem Autofenster. „Deine Schule ist da drüben Herrgott noch einmal! Ich glaube, ich bringe dich zum Psychiater. Du scheinst ja das Gedächtnis verloren zu haben!“ Jonas, winkte ihr beschwichtigend zu. „Das wird schon wieder! Mach dir keine Sorgen! Bis später!“, rief er und ging in die Richtung, in die die Mutter gerade gedeutet hatte.

Und wie es weitergeht, erfahrt ihr morgen.

Ich wünsche euch eine gute Nacht und wunderbare Träume!

Manou

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