Die Erde als lebendiges Wesen

Heute, am dritten Advent, geht mir durch den Kopf, wie selten den meisten Menschen bewusst ist, dass die Erde, auf der wir leben, ein lebendiger Organismus ist – ein Lebenwesen. Warum fällt es uns so schwer, uns das vorzustellen? Dies liegt vermutlich an den Größenverhältnissen. Wenn eine Ameise auf unserem Oberschenkel herumgeht, hat sie wahrscheinlich das gleiche Verständnis vom menschlichen Organismus wie wir, wenn wir auf der Erdoberfläche herumgehen. Und dennoch haben viele Mystiker beschrieben, dass die Erde ein lebendiger Organismus mit einem Bewusstsein ist. Sowohl die alten Griechen, als auch Rudolf Steiner und Jakob Lorber haben davon gewusst.

Was bedeutet es für uns, dass die Erde ein lebendiger Organismus ist?

Wenn wir das Leben an sich – auf der spirituellen Ebene – verstehen wollen, dann ist es hilfreich, wenn wir die Grundlagen dazu kennen. Dazu gehört eben auch, dass die Erde über ein Bewusstsein verfügt. Wir können uns oftmals gerade noch Naturgeister/Elementarwesen als Träger eines Bewusstseins vorstellen, aber die ganze Erde? Das wird dann oft schwierig. Doch wenn wir uns in dieses Bewusstsein der Erde vertiefen, können wir viel lernen. Wir können all dies lernen, was die Erde uns tagtäglich zur Verfügung stellt: Bedingungslose Liebe, stetige Bereitschaft uns mit allem zu versorgen, was wir gerade brauchen, Fürsorge und Hingabe.

Die Erde unsere Mutter – wir, die manchmal ungezogenen Kinder

Der Begriff „Mutter Erde“ oder „Mutter Gaia“ trifft für mich persönlich am besten zu. Denn die Erde hat unendliche Geduld mit uns, erlaubt uns, sie zu verletzen und manchmal, wenn wir gar zu wild werden, schüttelt sie sich ein wenig. Aber wer das Gefühl kennt, an einem sonnigen Tag direkt auf dem Erdboden zu liegen, der kann manchmal sogar so etwas wie den Atem der Erde spüren.

Was können wir für unsere Mutter Erde tun?

Auch hier hilft wieder die Metapher der Mutter. Jeder, der selbst Mutter oder Vater, aber auch Tochter oder Sohn ist – also JEDER, weiß, wie man aufgebrachte Eltern wieder beruhigt. Eltern, und insbesondere Mütter, sind ja sehr schnell wieder davon zu überzeugen, dass der Nachwuchs ja doch gut ist, auch wenn er gerade Mist gebaut hat. Viele Mütter (und viele Väter auch) verfügen über eine endlose Fähigkeit alles zu verzeihen, wenn sie Hoffnung schöpfen dürfen. Das ist das, was auch für Mutter Erde wichtig ist.

Woraus kann Mutter Erde Hoffnung schöpfen?

Wir können unserer Erd-Mutter Hoffnung geben mit jedem Stückchen Land, das wir nicht versiegeln, mit jedem liebevoll angelegten Garten, mit jedem Stückchen Erde, in dem die Natur einen Platz hat. Wir können auch Kontakt zu ihrem Bewusstsein aufnehmen und mit ihr sprechen, uns bedanken, ihren Rat einholen und einfach die Verbundenheit zu einer mütterlichen Liebe aufnehmen, die vielleicht viele von uns durch die leibliche Mutter nicht erfahren haben.

Mutter Erde – die liebende Mutter, die viele in der Familie nicht hatten

Viele von uns hatten vielleicht nicht die physische Mutter, die man sich als Kind gewünscht hätte. Aber Mutter Erde ist unserer aller Mutter und kann uns genau mit dem versorgen, was wir von unseren Müttern nicht erhalten haben. Sie hat unendliche Geduld und es tut ihr gut, wenn sie spürt, dass wir ihr Bewusstsein erkennen und anerkennen. Zuwendung zu Mutter Erde bedeutet auch Zuwendung zur Ur-Mutter.

Was macht Mutter Erde jetzt im Winter?

Rudolf Steiner hat den Jahreskreis als einen großen Atmungsvorgang der Erde bezeichnet. Sie atmet im September, etwa zu Michaeli ein, hält dann den Atem an, speziell jetzt in der Zeit der Wintersonnwende ist die Erde in der Phase des Atemanhaltens. Sie ist nun vereingt mit all den Elementarwesen, die sich über den Winter in das Innere der Erde zurückgezogen haben. Auch in der Erde ist es nun behaglich, wie es in unseren Häusern sein sollte. In der Erde herrscht Ruhe – Winterruhe. Denn im Kosmos bereitet sich nun das große Ereignis vor, auf das auch die Erde sich nun innerlich einstellt. Erst zu Ostern beginnt die Erde wieder auszuatmen und damit all die Erdgeister, Naturgeister und Elementarwesen wieder auszuatmen, die während des Sommers ihren Aktivitäten in der Natur nachgehen.

Tja, darüber kann man doch am dritten Advent auch einmal nachdenken, oder? Der ganze Kosmos bereitet sich nun auf die Geburt Jesu vor, der später der Träger der großen Christuswesenheit sein wird. Sogar Mutter Erde macht sich bereit.

Ich wünsche Euch und Ihnen allen einen wunderbaren dritten Advents-Sonntag

Eure Manou Gardner aka Manuela Pusker

Bild von Christian Bodhi auf Pixabay

2 Kommentare zu „Die Erde als lebendiges Wesen

  1. Ein herrlicher Blog an diesem 3.Advent. Beim Lesen kann man sich schon viel vorstellen. Gedanken gehen in verschiedene Richtungen und Bilder sind im Kopf.
    Danke Manou und schönen Adventssonntag 🥰
    Maria

    Gefällt 1 Person

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