Die Erdenreise Teil 16

Oben als Video, unten als Text 🙂 Viel Freude damit!

Währenddessen waren in Wien Hannes, Martin, Klara und die Engel wieder zurück in den Sender gefahren. Martin war zutiefst niedergeschlagen und wusste noch nicht, wie er heute Abend optimistisch vor der Kamera stehen sollte. So sehr hatte er sich über die Werkstatt gefreut und sie bereits als sein neues Zuhause betrachtet und jetzt war alles zerstört. Er wunderte sich darüber, dass Klara diese Situation wesentlich gelassener nahm als er. Sie schien unerschütterlich zu sein in ihrem Glauben daran, dass schlussendlich alles gut werden würde. Dafür bewunderte er sie. Er selbst fühlte sich gerade erneut an die schutzlose Situation auf der Straße erinnert, wo jederzeit irgendein Mensch kommen und sich an ihm vergreifen konnte.

Hannes hingegen schien dadurch sogar noch mehr in Fahrt zu kommen. Er musste über eine nahezu unerschöpfliche Energie verfügen. Während sie noch im Auto waren, telefonierte er bereits mit den Mitarbeitern im Sender, damit alles vorbereitet werden und die Studiogäste über die neue Adresse informiert werden würden.

„Alles hat am Ende auch sein Gutes“, sagte er zu Martin. Wir wissen zwar jetzt noch nicht, was es ist, und vielleicht werden wir es nie erfahren, aber ich glaube fest daran, dass gar nichts zufällig geschieht. Wir machen das mit der Werkstatt zu einem Projekt und wenn Klara damit einverstanden ist, werden wir die Werkstatt ein wenig kleiner machen und für dich eine Wohnung dazu bauen. Was meinst du, Klara?“, fragte er. „Oh, das ist eine wunderbare Idee“, sagte Klara. „Dann hat Martin viel mehr Privatsphäre und ist trotzdem immer da. Es ist für mich schön zu wissen, dass er da ist und ich nicht so ganz alleine bin. Was meinst du, Martin?“, fragte sie.

Martin war total erstaunt.  An so etwas hätte er niemals gedacht. Das war natürlich eine wunderbare Idee. Dann hätte er wieder eine eigene kleine Wohnung und wäre trotzdem immer in der Werkstatt. Wenn man es so betrachtete, war es tatsächlich nicht ganz so schlimm. Hannes schien recht zu haben. Alles hatte auch sein Gutes. Diese Vorstellung hob seine Stimmung schon wieder.

Als sie im Sender ankamen, war schon reges Treiben. Es wurde eine kleine Weihnachtsdekoration im Studio angebracht. Auch hier sollte die Stimmung des Weihnachtsfestes durchscheinen. Sie wollten ja ein Weihnachtswunder vollbringen! Viel zu früh traf dann auch schon das Ehepaar ein, das die Klink finanzieren wollte und kurz darauf auch der ehemalige Klinikmanager. Nur der Bauunternehmer fehlte noch. „Wir sind Jan und Friederike Hanssen“, stellte sich das Ehepaar vor. Der ehemalige Krankenhausmanager reichte ihnen die Hand und sagte: „Ich bin Gerhard Dorn.“ Hannes geleitete die drei in die Kantine und bat sie, an einem der Tische schon einmal Platz zu nehmen. Kurz darauf waren die drei in einem lebhaften Gespräch, sodass niemand sich um sie kümmern musste. Theo und Luisa halfen das Studio zu schmücken und rückten hier und da die Sessel und Tischchen ein wenig zurecht. Phanuel, Uriel und Gabriel waren immer noch damit beschäftigt sich abzusprechen. Noch hatten sie den anderen nicht gesagt, worüber sie sprachen.

Klara war ein wenig nervös, sie würde heute auch wieder vor der Kamera sein. „Ich habe euch noch gar nicht gesagt, wen ich gerne zur Unterstützung in unser Team holen würde“, sagte sie zu Hannes und Martin. „Ja, das stimmt. Es geht aber auch alles drunter und drüber. Nichts desto trotz werden wir morgen Verstärkung brauchen. Die Leute aus der Telefonzentrale sagten mir vorhin, dass die Telefone immer noch nicht stillstehen. An wen hast du denn gedacht?“, fragte Hannes. Klara lächelte ein wenig und sagte dann: „Ich kenne den Club der pensionierten Anwälte, Richter und Notare. Mit denen habe ich gesprochen und die würden uns helfen, die Gespräche zu führen und dann auch bei der Umsetzung beratend zur Hand gehen.“ Als sie das gesagt hatte, schaute sie triumphierend in die Runde. Hannes und Martin blieb gleich der Mund offenstehen. „Das ist natürlich das Nonplusultra!“, rief Hannes und riss Klara so heftig an sich, dass Martin schon dachte, er würde ihr die Rippen brechen. „Du weißt gar nicht, wieviel Arbeit uns das abnimmt!“ Klara lächelte. „Für wie doof hältst du mich? Natürlich weiß ich das, aber ich musste erst fragen und sie haben vorhin zugesagt. Wenn wir das wollen, kommen sie morgen hierher in den Sender und helfen gleich einmal, die Telefonate anzunehmen. Dann könntest du deine Mitarbeiter wieder mit ihrer eigentlichen Aufgabe beschäftigen.“

In dem Moment kamen Theo, Luisa, Phanuel, Gabriel und Uriel dazu. „Gibt es was zu feiern? Ihr schaut so glücklich aus?“, fragten sie. Hannes berichtete rasch von Klaras Neuigkeiten und auch die Engel fanden die Idee fabelhaft. Wir haben auch einiges zu besprechen. Können wir uns irgendwohin setzen? Martin bekam gleich wieder ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Hoffentlich hatten die Engel keine schlechten Nachrichten.

„Wir haben mit den oberen Engeln in unserer Welt Kontakt aufgenommen. Die großen Engel, also die oberen Hierarchien begleiten dieses Projekt ja aus der Ferne. Und es ist so, dass wir vereinbart haben, dass einer von ihnen, nämlich Elohim, ebenfalls zu uns in die Menschenwelt kommt. Aber wir haben ein Problem. Wir Engel und Erzengel können uns eine menschliche Gestalt geben, das geht aber bei den Oberen nicht. Wenn Elohim kommt, soll er nicht gesehen werden. Wir brauchen einen Ort, an den keiner kommt, aber er ist dann mit seiner Energie bei uns und beschützt das Projekt. Und uns ist da nur ein einziger Ort eingefallen, wo er sich aufhalten könnte…“.

Nach diesen Worten schwieg Phanuel und schaute in die Runde. Aber alle starrten ihn nur gebannt an. „Und wo ist dieser Ort?“, fragte Hannes, dem beim besten Willen kein solcher Ort einfallen wollte. Die Werkstatt war zerstört. Da würden in der nächsten Zeit viele Handwerker ein und aus gehen müssen. Phanuel biss ein wenig auf seiner Unterlippe herum. „Klara, könnte Elohim bei dir wohnen?“, fragte er dann einfach gerade heraus. Klara klappte der Unterkiefer herunter. Sie wollte etwas sagen, aber ihre Kehle war plötzlich völlig ausgedörrt. Deshalb nickte sie nur. „Es ist mir eine Ehre“, konnte sie nur noch sagen. So ein großes Engelwesen sollte in ihrer Wohnung sein! So etwas hätte sie sich niemals ausdenken können. Sie fühlte sich ja schon geehrt, dass die Engel und Erzengel bei ihr waren. Dass sie davon sogar noch eine Steigerung erleben sollte, machte sie sprachlos.

„Gut“, sagte Phanuel dann. Somit wird Elohim bereits in deiner Wohnung sein, wenn wir zurückkommen. Klara konnte wieder nur nicken. Sie dachte darüber nach, ob ihre Wohnung wohl gut genug für einen Elohim war, aber sie entschied sich dann, dass es einfach gut genug sein müsse. Sie hatte nicht mehr zu bieten. Und sauber war ihre Wohnung sowieso. Darüber musste sie sich keine Gedanken machen.

Hannes schaute auf die Uhr. „Leute es wird Zeit, dass wir alle zusammentrommeln und ins Studio gehen.“ Martin, kannst du die drei aus der Kantine holen?  Luisa und Theo, könnt ihr mal schauen, ob der Bauunternehmer schon da ist? Klara, rufst du die Juristen an und ich telefoniere noch rasch mit den Kollegen in Bangladesch.“ Alle beeilten sich, die aufgetragenen Dinge zu erledigen und wenige Minuten später trafen sie sich alle im Studio. Auch in Bangladesch warteten sie nur noch auf den Startschuss.

Und dann gingen sie auch schon auf Sendung. Das Ehepaar Hanssen und Herr Dorn, der ehemalige Krankenhausmanager, hatten sich schon auf ein Projekt geeinigt, das sie heute vorstellen wollten. Als die Kameras liefen, moderierte Hannes die Sendung an. Theo, Luisa, Martin und Klara wurden als die bereits bekannten Initiatoren des Weihnachtswunders vorgestellt, dann schwenkte die Kamera aber zu Gerhard Dorn, der den Zuschauern berichtete: „Ich bin Gerhard Dorn und ich habe viele Jahre Krankenhausmanagement in verschiedenen Häusern gemacht. Ich möchte gerne mein Wissen und meine Fähigkeiten zur Verfügung stellen, um eine Klinik aufzubauen, in der die Menschen von der Geburt bis zum Tod nach den Regeln aller Künste betreut werden. Wir wollen nicht nur schulmedizinisch arbeiten, sondern ebenso mit Homöopathen, Energetikern, Geistheilern und allen anderen Heilkünsten gemeinsam ein Haus betreiben, in dem jeder Mensch die Fürsorge und Behandlung bekommt, die er braucht – und zwar vom ersten bis zum letzten Tag. Wir wollen keinen Unterschied machen zwischen dieser und jener Medizin, sondern ganz individuell schauen, was der Mensch nun braucht. Ich habe mich vor der Sendung schon mit dem Ehepaar Hanssen abgestimmt und wir stellen uns dies so vor, dass wir Meditationsräume haben, Begegnungsräume und viel Fläche in der Natur, sodass die Menschen bei uns von Grund auf gesundwerden können.“

Gerhard Dorn hatte sich richtig in Rage geredet. Seine Begeisterung sprang ihm förmlich aus dem Gesicht. Und nun kam das Ehepaar Hanssen zu Wort: „Wir sind Friederike und Jan Hanssen und entstammen einer alten Hamburger Industriellenfamilie. Wir leben schon lange in Wien und da wir nun älter werden, haben wir uns gefragt, wie wir einmal behandelt werden wollen, wenn wir alt und krank sind. Und wir haben schon lange festgestellt, dass es so etwas, das wir uns vorstellen, in der österreichischen medizinischen Landschaft nicht gibt.“

Friederike Hanssen schluckte kurz, bevor sie fortfuhr: „Da uns das Schicksal verwehrt hat, dass wir Kinder bekommen, und wir somit keine Erben haben, würden wir gerne so eine Klinik finanzieren.“ Sie sagte das mit aller Bescheidenheit und trotzdem sehr entschieden. Es wirkte tatsächlich, als hätten sich die beiden das schon lange überlegt.

Nun kam noch Herr Himmelreich, der Bauunternehmer, zu Wort: „Auch ich bin nicht mehr der Jüngste und stehe kurz davor, mein Unternehmen zu verkaufen und würde gerne, bevor ich aufhöre, meinen Dank für eine lange erfolgreiche Berufslaufbahn dadurch zum Ausdruck bringen, dass ich für dieses
Vorhaben die Zeit meiner Mitarbeiter und das Baumaterial spende.“

Hannes konnte sich vor Begeisterung kaum halten. Und auch Martin, Klara, Theo und Luisa drückten sich heimlich unter dem Tisch die Hände. Das war so ein riesiges Projekt. Nun sprach Hannes sogar noch die zerstörte Werkstatt an, beschrieb sie als ein Opfer des Vandalismus, und Herr Himmelreich versprach, gleich am nächsten Tag einen Bautrupp hinzuschicken um die Maße zu nehmen und die Werkstatt neu zu planen.
Aus der Telefonzentrale erhielten sie Zeichen, dass die Telefone ununterbrochen läuteten und Hannes war schrecklich froh, dass ab morgen die Anwälte, Richter und Notare den Telefondienst übernehmen würden.

Nun war nur noch die Live-Schaltung nach Bangladesch dran und auch diese war ein voller Erfolg. Der Textilunternehmer, ein höchst erfolgreicher und sympathischer Mann hatte schon alles perfekt durchdacht und würde in den nächsten Tagen die Pläne für die neue Fabrik schicken, sodass die Initiatoren des Projektes dieses absegnen konnten. Mongila stand die ganze Zeit neben ihm und konnte nicht aufhören über das ganze Gesicht zu strahlen. Es war ein höchst gelungener Abend, trotz der nachmittäglichen Schwierigkeiten.

Und wie es weitergeht, erfahrt ihr morgen.

Ich wünsche euch eine wunderbar gute Nacht, schöne Träume und einen erholsamen Schlaf.

Manou

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