Warum können die Engländer was wir nicht können?

Während meiner Ausbildungszeit in England habe ich erlebt, dass die Menschen auf der Insel wesentlich aufgeschlossender sind, was paranormale Dinge betrifft, als die Menschen im deutschsprachigen Raum. Es begann meist schon am Flughafen London Stansted. Wenn ich am Taxistand mal wieder meinen Wunsch äußerte nach Stansted Hall bzw. ins Arthur Findlay College gefahren werden zu wollen, nickten die Taxifahrer immer wissend. Manche nannten es auch scherzend „Spooky Hall“, aber es war nichts Ungewöhnliches für sie. Wie selbstverständlich fragten sie auf dem Weg, ob diese Woche wieder „Mediumship“ auf dem Plan stünde und nutzen die Gelegenheit ein wenig über das College zu erfahren.

Geistheiler arbeiten in England auch in Krankenhäusern

Während es im deutschprachigen Raum noch eher ungewöhnlich ist, dass Ärzte und Geistheiler Hand in Hand arbeiten, ist dies in England ziemlich normal. Sogar in den Krankenhäusern sind Geistheiler tätig und die Ärzte schicken die Patienten auch zu ihnen, da ihnen bewusst ist, dass dort Dinge geschehen können, die außerhalb ihrer Disziplin stehen. Wie angenehm das doch ist, wenn es kein Kompetenzgerangel gibt, sondern einfach die Erkenntnis auf beiden Seiten, dass man auch zusammenarbeiten kann – zum Wohl des Patienten.

Medialität ist wesentlich normaler als hier

Sicher gibt es auch Menschen in England, die mit Medialität nichts zu tun haben (wollen), aber die meisten Menschen kennen sich doch aus. Ich erinnere mich an einen frühen Samstag Morgen, an dem ich in Stansted gelandet war und wusste, dass ich noch viele Stunden Zeit hatte, bis mein Kurs um 15.00 Uhr begann. Deshalb entschied ich mich an diesem Tag, dass ich mal nicht mit dem Taxi sondern mit dem Bus fahren würde. Ich kannte einen Weg von dem Dorf Mountfitched ins College. Und dies würde mir auch Gelegenheit geben, die Umgebung des Ortes, an dem ich mich so oft aufhielt, ein wenig kennenzulernen. Während der Unterrichtswoche gab es praktisch keinerlei Gelegenheit etwas zu unternehmen. Ich saß dann also im Bus und genoss die Fahrt durch malerische englische Dörfer. Und irgendwann waren wir auch in Mountfitched angelangt. Anfangs war ich alleine im Bus und kurz vor Mountfitched waren vier englische Damen zugestiegen. Ich schaute mich im Dorf um und bemerkte, dass ich es doch nicht gut genug kannte, um vorher zu wissen, wo ich aussteigen sollte. Daher fragte ich die Damen: „Entschuldigen Sie bitte, ich möchte ins Arthur Findlay College, wo muss ich denn hier aussteigen?“ Zuerst dachten die Damen ein wenig nach, denn unter den Einheimischen war das College eher als „Stansted Hall“ bekannt, und dann grinsten sie über die ganzen liebenswürdigen Gesichter und erklärten mir lachend, dass sie von einer Studentin im College schon erwarten würden, dass diese auch den Weg dahin hellsichtig erkennen würde. Ich fand das so erfrischend, weil es nicht hämisch war, sondern sie meinten das durchaus ernst. Und diesen Umgang mit der Welt des Geistigen vermisse ich im deutschsprachigen Raum oft. Bei uns ist es eher ein wenig polarisierend. In England erlebe ich es als natürliches Miteinander.

Was ich gerade in den „Psychic News“ gelesen habe – Kindesentführung durch Heilerin aufgeklärt

Eigentlich bin ich heute auf das Thema gekommen, weil ich vorhin die Post sortiert habe und die neue Ausgabe der „Psychic News“ dabei war – eine Monatszeitung für hellsichtige Menschen, Medien, Heiler etc., die ich schon lange abonniert habe. Und dabei stieß ich auf einen Artikel, worin beschrieben wurde, dass die Eltern eines entführten behinderten Mädchens sich an die Heilerin wandten, bei der das Kind in Behandlung war. Und tatsächlich konnte die Heilerin sich mit der Aura des Kindes verbinden und feststellen, dass es viel weiter weg war, als die Polizei vermutete. Die Polizei suchte immer noch in der direkten Umgebung. Die Heilerin konnte einen Campingplatz beschreiben, der ca. fünf Autostunden entfernt war und tatsächlich fanden die Polizisten das Kind dann dort. Auch hier wurde die Aussage der Heilerin ernst genommen und dem Hinweis nachgegangen. Auch das ist im deutschsprachigen Raum kaum vorstellbar.

Wiege der Medialität- Stonehenge – Keltische Vergangenheit

England hat natürlich alleine aufgrund der Vergangenheit auch eine völlig andere Schwingung als beispielsweise Deutschland oder Österreich oder die Schweiz. Und das betrifft nicht nur England, sondern auch Irland und Schottland. Vieles ist dort von Haus aus mystischer als bei uns. Stonehenge in England, das kleine Volk in Irland und unzählige Spukschlösser und geheimnisvolle Orte in Schottland sind nur die Spitze des Eisbergs. Aus dieser Sicht heraus wundert mich der wesentlich aufgeschlossenere Umgang mit Spiritualität, Mediumismus, Paranormalem etc. auch gar nicht.

Religion – Philosophie – Wissenschaft

In England wird die Medialität und der Kontakt zu Menschen in der geistigen Welt sowie viele andere paranormale Themen als ein großes Themengebiet behandelt. Es gibt ungezählte Kirchen in England, in denen zumindest zwei Mal pro Woche öffentliche Jenseitskontakte abgehalten werden. Die Menschen kommen in die Kirche, hoffen ein wenig, dass sich auch für sie heute wer melden wird und freuen sich über die Kontakte der anderen Menschen. Es wird gebetet, gesungen, eine inspririerende Ansprache gehalten und dann kommen meist drei Medien und machen jeweils zwei bis drei Jenseitskontakte. Es herrscht eine wunderbare Stimmung, denn die geistige Welt hat wieder einmal Gelegenheit zu sprechen und die Menschen folgen aufmerksam.

Auch gilt der ganze Mediumismus – wie die eigentlich richtige Übersetzung lautet – als eine Philosophie. Es wird Weisheit aus anderen Sphären in unsere Sphäre transferiert und Fragen des Lebens aus einer erweiterten Sicht behandelt.

Und nicht zuletzt gibt es dort viel mehr Forschung auf diesem Gebiet. Es werden ernsthafte Studien durchgeführt, die den Kontakt in die geistige Welt auch für Skeptiker begreifbar machen.

Ich finde, wir könnten uns von den Engländern – die ich insgesamt einfach sehr liebe – einiges abschauen. Vielleicht nicht unbedingt, wie man kocht – aber selbst die englische Küche ist nicht halb so schlimm wie ihr Ruf.

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen, inspirierten Samstag

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Bild von Pete Linforth auf Pixabay