Vollmond, Rauhnacht, Ravenroost Ridge

Der Vollmond in der kommenden Rauhnacht um 1.33 Uhr ist eine wunderbare Kombination. Es ist die Rauhnacht in der es um den energetischen Schutz geht. Und es ist eine sehr lange Nacht, in der wir das silberne Licht des Vollmondes genießen können. Schon in der vergangenen Nacht war es nahezu hell und der fast volle Mond strahlte Glück verheißend vom Himmel. Wenn du in der kommenden Nacht um 1.33 Uhr noch munter bist, geh hinaus und begrüße den Vollmond.

Vollmond in der Rauhnacht des Schutzes

Wenn du in der kommenden Nacht dein energetisches Schutzschild erneuerst, dann kannst du dies im Lichte des Vollmondes tun. Denn er, der dir nicht nur Fülle und Erneuerung, sondern auch Schutz und Freude schenkt, unterstützt dich dabei. Du stellst dich dabei darauf ein, dass nun deine energetische Präsenz noch viel kräftiger wirkt und du nicht nur Schutz, Erneuerung und Fülle ausstrahlst, sondern auch eine wunderbare Präsenz. Dies hilft dir, deine Ziele schneller und besser zu erreichen. Der kommende Vollmond ist dein Freund in den Rauhnächten.

Und nun gehts weiter mit Tommas Ankunft in Ravenroost Ridge

Der dritte Teil von Ravenroost Ridge

Hinter dem Speisesaal befand sich die Bibliothek. Auch hier brannte ein gemütliches Feuer und zwischen den dunkel getäfelten Wänden und den vielen Bücherregalen befand sich eine Sitzgarnitur. Auf dem Tisch standen bereits eine Kanne Kaffee, Tee, Scones und kleine, lecker aussehende Sandwiches. Tomma bemerkte erst jetzt, wie hungrig sie war. „Setzen wir uns“, sagte Thaddea und fuhr fort: „Kaffee oder Tee?“  „Kaffee bitte.“ Thaddea schenkte gekonnt ein und nahm sich ein Sandwich. Tomma tat es ihr nach. Herzhaft biss sie hinein.

Nun musste es soweit sein. Sie würde nun erfahren was vor sich ging. Doch Thaddea ließ sich Zeit und griff nach einem weiteren Sandwich. Da Tomma wirklich Hunger hatte, griff auch sie noch einmal zu. Vielleicht würde sie die seltsamen Dinge mit vollem Magen besser verdauen können. Heute Morgen war ihr Magen vor Angst zugeschnürt gewesen. Die bevorstehende Scheidungsverhandlung setzte ihr bereits seit Wochen zu. Sie hatte befürchtet, dass es nicht einfach werden würde, aber dass Rob sie so gnadenlos ausbooten würde, das hätte sie selbst in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet.

„Mach dir keine Gedanken mehr über Rob“, sagte Thaddea. Tomma erschrak. Hatte sie womöglich laut gedacht? Doch Thaddea schüttelte den Kopf. „Das ist eine meiner Fähigkeiten. Ich kann Gedanken lesen.“ Tomma verschluckte sich beinahe an ihrem Sandwich. „Ja, klar“, sagte sie nur und fragte sich, ob sie aus diesem Traum überhaupt aufwachen wollte. Bisher war alles sehr märchenhaft.

Als Thaddea das dritte Sandwich und ein paar Scones gegessen hatte, lehnte sie sich entspannt zurück. „Auch ich war heute Morgen so aufgeregt, dass ich es nicht geschafft habe, auch nur einen Bissen zu essen, genau wie du. Allerdings war bei mir die Aufregung aus einem anderen Grund. Wir warten schon so lange auf dich, dass ich es kaum erwarten konnte, dich zu finden.

Leider hatte sich Philippa getäuscht, als sie vorhersagte, wo wir dich finden würden, deshalb ist bei uns ein wenig Hektik ausgebrochen. Wir fürchteten, dich zu verpassen. Aber es ist ja alles gut gegangen.“

Hier machte Thaddea eine kleine Pause und strich sich über den Bauch im grasgrünen Kostüm, der sich gut sichtbar wölbte. Thaddea war Tommas Blicken gefolgt. „Ja, ich bin etwas füllig geworden, aber Marie kocht so wunderbar, dass es eine Schande wäre, davon nicht viel zu essen.“ Tomma überlegte kurz, wer wohl Marie wäre, aber Thaddea antwortete schon: „Marie ist meine Hausdame. So wie Sophie für dich sorgen wird, sorgt Marie für mich. Jede von uns hat ihre Perle, die auch im Haus wohnt, weil wir keine Zeit haben, uns um die alltäglichen Dinge zu kümmern. Wir haben andere Aufgaben. Deshalb werden wir gut versorgt.

Sophie wird dir alle Mahlzeiten vorbereiten, kümmert sich um das Haus und um die Wäsche.“ Tomma bekam immer mehr den Eindruck, dass dies ein Traum sein musste. War das nicht der Traum jeder Frau, sich um nichts mehr kümmern zu müssen? Fast schon ein Klischee. Doch in diesem Moment hakte Thaddea wieder ein: „Ganz so ist es nicht, du musst dich hier nicht um Haushalt, Wäsche oder Mahlzeiten kümmern. Aber du hast natürlich eine Aufgabe. Und der erste Schritt ist, dass du deine Aufgabe findest. Wir alle sind hierhergekommen und mussten zunächst unsere Aufgabe, das heißt, unsere Fähigkeiten erkennen. Dazu steht dir hier zunächst einmal die ganze Bibliothek zur Verfügung. Du kannst in diesen Büchern alles finden, was du wissen musst. Aber natürlich sprechen wir auch miteinander. Du bist also nicht ganz alleine gelassen damit.“ Dabei machte sie eine Handbewegung durch den ganzen Raum.

Tomma verstand immer noch nicht. „Und welcher Art soll diese Aufgabe sein und woran soll ich sie erkennen?“ Thaddea griff nach einem weiteren Scone und schenkte sich eine zweite Tasse Tee ein. „Tja, das ist jetzt eine längere Geschichte, die ich dir erzählen muss. Dafür muss ich mich noch ein wenig stärken…“

Tomma saß und wartete gespannt. Als Thaddea fertig gekaut und nicht sehr ladylike die Krümel mit einem Schluck Tee hinuntergespült hatte, atmete sie einmal tief durch und sagte: „Am besten lehnst du dich nun entspannt zurück, denn ich muss ein wenig ausholen. Und ich muss dir gestehen, dass ich ein wenig geschwindelt habe, denn alles kann ich heute noch nicht sagen. Aber ich werde dir erzählen, was du für die kommende Zeit wissen musst. Und ich sage dir auch gleich, warum ich dir heute noch nicht alles sagen kann.“ Tomma, die ihre Ungeduld kaum noch zügeln konnte, versuchte sich zu entspannen, aber die Anspannung in ihrem Körper war zu groß, um sich zurückzulehnen. Daher beugte sie sich nach vorne, um kein Wort zu verpassen, das Thaddea sagte.

„Wir befinden uns hier in Ravenroost Ridge. Das ist seit fast zweihundert Jahren das Hauptquartier der Zwölf. Hier stehen zwölf Häuser und wohnen stets zwölf Frauen, die ihre Fähigkeiten finden, entwickeln und einsetzen. Wir Frauen wissen oftmals nichts von unserer Bestimmung, bis wir hierhergebracht werden. Das, was du heute erlebt hast, haben wir alle in irgendeiner Weise erlebt. Rückblickend wirst du eines Tages feststellen, dass dein ganzes Leben nichts Anderes war, als eine Vorbereitung auf deine Aufgabe in Ravenroost Ridge.“

Hier machte Thaddea eine Pause und sah Tomma forschend an. Diese saß immer noch nach vorne gebeugt und versuchte zu begreifen, was Thaddea ihr gerade gesagt hatte. Als Thaddea nicht weitersprach, fragte Tomma: „Heißt das, dass ich nun für immer hier wohnen werde?“ Thaddea nickte. „Wenn du deine Aufgabe annimmst, dann wirst du für immer hier wohnen. Und in dem Moment, in dem du diese Aufgabe angenommen hast, kann ich dir auch den Rest erzählen, von dem ich heute noch nicht sprechen kann.“

Tomma versuchte zu verstehen, schaffte es aber nicht. Zu groß war der Sprung vom Gerichtssaal und dem Verlust ihres alten Lebens zu Ravenroost Ridge. „Wir wissen, dass du alles verloren hast“, fügte Thaddea hinzu. „Deshalb haben wir alles besorgt, was du brauchen wirst. Du musst dir in Ravenroost Ridge keinerlei Gedanken um Geld oder andere materielle Dinge machen.“ Tomma schluckte. Das klang einerseits verlockend, aber da musste doch ein Haken sein. „Ein Haken ist keiner dabei, du bleibst ein freier Mensch, aber wir haben große gemeinsame Aufgaben, für die wir zwölf Frauen zur Verfügung stehen. Und wenn etwas zu tun ist, halten wir zusammen wie Pech und Schwefel und jede von uns setzt ihre Fähigkeiten dafür ein.“

Hier war endlich ein Punkt, an dem Tomma einhaken konnte. „Welche Fähigkeiten sind das denn?“ „Es sind ĂĽbersinnliche Fähigkeiten“, antwortete Thaddea. „Einige hier können Dinge sehen, die andere nicht sehen. Ich zum Beispiel kann Gedanken lesen und auch beeinflussen, andere können Schutzschilde erzeugen…das ganze Zeug eben“, sagte Thaddea und lachte. „Ich kann mir vorstellen, dass du damit jetzt nicht allzu viel anfangen kannst, aber du wirst sehen, diese Verwirrung legt sich mit der Zeit, wenn du uns hier alle besser kennenlernst.“

Tomma versuchte, sich an irgendeine übersinnliche Fähigkeit zu erinnern, die ihr in ihrem Leben jemals aufgefallen wäre, aber da war nichts. „Also ich kann ziemlich sicher sagen, dass in mir keinerlei übersinnliche Fähigkeiten schlummern. Sonst wäre ich nicht fünfundzwanzig Jahre einem Egoisten wie Rob auf den Leim gegangen.“

Thaddea schüttelte den Kopf. „Liebe Tomma, das ist kein Gradmesser. Unsere Fähigkeiten bleiben oft so lange verdeckt, bis wir nach Ravenroost Ridge kommen. Es muss so sein, dass wir hier erst im späteren Alter landen. Und es muss ebenfalls sein, dass wir unabhängig sind. Keine von uns hat Kinder zu versorgen, oder wird von Jemandem vermisst. Das war deine Vorbereitung für Ravenroost Ridge. Wir müssen frei und unabhängig sein, wenn wir hierherkommen, damit wir von unseren Aufgaben nicht abgelenkt werden.“

Tomma nickte und hing ihren Gedanken nach, obwohl das mittlerweile in Thaddeas Gesellschaft nicht mehr so leicht ging, weil sie ja immer damit rechnen musste, dass Thaddea diese las. In dem Moment schüttelte Thaddea den Kopf. „Tomma, mach dir keine Sorgen, ich lese jetzt gerade deine Gedanken, weil ich darauf achte, wie es dir mit dem Mitgeteilten geht. Aber ansonsten schalte ich diese Fähigkeit ganz bewusst ab. Du darfst mir glauben, es ist nämlich nicht besonders angenehm, wenn man immer weiß, was die anderen Menschen denken.

Ich setze diese Fähigkeit meist nur dann ein, wenn wir einen Auftrag erfüllen.“ „Welche Art von Aufträgen sind das?“, setzte Tomma noch einmal nach. „Das ist leider genau das, was ich dir im Moment noch nicht sagen darf. Erst wenn du deine Fähigkeiten gefunden hast, und ganz offiziell im Kreis der Zwölf aufgenommen bist, darf ich darüber sprechen. Jetzt hast du ja jederzeit noch die Möglichkeit, Ravenroost Ridge wieder zu verlassen ohne deine Fähigkeiten zu kennen. Und es wäre für dich und für uns zu gefährlich, wenn du dann schon alles wüsstest. Es dient dem Schutz von uns allen. Aber sobald du aufgenommen bist, wirst du wirklich alles erfahren.“

Tomma grübelte. Tausende Fragen schossen ihr durch den Kopf. Aber was plötzlich noch viel vordringlicher wurde im Moment, war der Wunsch nach Ruhe. Thaddea nickte. „Ich verstehe, dass du zunächst einmal Ruhe brauchst. Du kannst ja alle weiteren Fragen für heute Abend sammeln. Da wirst du uns alle kennenlernen und es ist wesentlich einfacher, alles nach und nach zu erfahren.

Tomma, die mittlerweile feststellte, dass sich ihre Gedanken nur noch im Kreis drehten, sagte: „Ja, ich glaube, ich muss zuerst einmal mit dem heutigen Vormittag abschließen, bevor ich überhaupt etwas Neues verstehen kann.“ Thaddea wirkte zufrieden. „Das ist sehr vernünftig, Tomma.“ Sie sah auf die Uhr. „Es ist nun vierzehn Uhr. Wir werden uns alle um neunzehn Uhr hier zum Dinner einfinden. Bis dahin hast du Zeit, dich auszuruhen. Wenn du etwas von Sophie brauchst, sind bei den Lichtschaltern an allen Türen Klingelknöpfe, die du einfach betätigen kannst. Dann weiß Sophie auch gleich, wo sie dich findet. Und scheu dich nicht, sie zu rufen. Sie ist heilfroh, dass sie wieder eine Aufgabe hat. Das Haus ist viel zu lange leer gestanden. Wir sind alle heilfroh, dass du endlich da bist.“

Tomma fiel in diesem Moment noch eine dringende Frage ein. „Warte Thaddea! Was hat es damit auf sich, dass Sophie mich Lady Tomma nennt? Ich bin ja weder adelig noch Grundbesitzerin!“ Thaddea lächelte. „Auf eine nicht ganz weltliche Art sind wir Bewohnerinnen von Ravenroost Ridge so etwas wie Ritterinnen für das Gute. Freu dich einfach darüber. Das ist jetzt dein neuer gesellschaftlicher Stand – zumindest in unserer Welt.“  Mit diesen Worten ging Thaddea lächelnd zur Tür, nickte Tomma noch einmal aufmunternd zu, die immer noch auf der Sitzgarnitur saß, und verschwand.


Und morgen geht`s weiter…

Ganz liebe GrĂĽĂźe in deinen Tag

Manou

Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!

9 responses to “Vollmond, Rauhnacht, Ravenroost Ridge”

  1. Was fĂĽr ein mystischer Titel der Geschichte, liebe Manou. Und der Inhalt ist so verzaubernd und ich wĂĽnsche jetzt schon auch Teil der 12 Damen sein zu dĂĽrfen.
    Danke! Danke! Bin ja so was von gespannt wie es weitergeht.
    Herzlichst Alex

    1. Danke liebe Alex…das freut mich 🥰

  2. Verehrte Lady Manou, was fĂĽr eine zauberhafte Buch-Idee! Liebe GrĂĽĂźe von Diana

    1. Danke Lady Diana….🥰

  3. Mehr mehr mehr! 🥰🤩💫

    1. Hahaha….kommt 🥰👍

  4. Liebe Manou diese Geschichte ist so zauberhaft ich kann nicht genug davon haben

  5. Liebe Manou
    Diese Geschichte ist so zauberhaft ich kann nicht genug davon haben

    1. Das freut mich sehr, liebe Helga 🥰

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