Die Erdenreise Teil 31

Oben schauen, unten lesen 🙂 Viel Freude damit

Um 22.00 Uhr am zweiten Weihnachtsfeiertag machten sich alle Sender daran, den Menschen zu erklären, dass die Engel am Himmel sich heute Abend noch zurückziehen würden, und dass es nun an den Menschen selbst liegt, dass sie die Energie in der ganzen Erdatmosphäre anheben. Die jungen Künstler, die Uriel getroffen hatte, spielten ab 22.00 Uhr auf allen Sendern die Monochords und andere Saiteninstrumente und wurden dadurch über Nacht zu einer absoluten Berühmtheit.

Zwischendurch erklärten die Musiker wie man sich ein Monochord selbst herstellt, bzw. wo man welche bekommen konnte. Überall auf der Welt holten diejenigen Menschen, die schon ein solches Instrument besaßen, diese hervor und stimmten ein. Zwei Stunden lang schwebten noch die Engel über den Himmel und auf der Erde ertönten die Klänge. Um Punkt Mitternacht wurden die Engel immer weniger und verschwanden nach und nach und mit ihnen ihr Gesang.

Dafür schwoll nun auf der Erde der Klang der Obertöne an und überall spielten die Menschen ihre Instrumente. Wer kein Oberton-Instrument besaß, spielte auf dem Klavier oder auf der Geige. Die ganze Erde wurde in eine wunderbare Klangwolke eingehüllt. Viele Gruppen von Menschen fanden sich zusammen, die immer abwechselnd mit anderen Gruppen die Töne ins Universum schicken würden. Und siehe da, es funktionierte. Die Engel waren zwar nicht mehr da, doch die Menschen blieben bei ihren Vorhaben. Sie arbeiteten weiter an ihren Unternehmungen und Projekten und überall griffen immer wieder Menschen zu ihren Instrumenten. Und es wurden immer mehr.

War früher Musik für viele Menschen nur eine Art Luxus gewesen, so wussten die Menschen nun, dass die Musik, die nun überall auf der Erde gemacht wurde, die Dunklen in ihren Grenzen hielt. Die dunklen Mächte konnten diese Musik noch weniger ertragen als den Gesang der Engel, da sie von den Menschen selbst gemacht wurde. Die Menschen bekamen es nicht geschenkt, sondern taten es aus ihrem freien Willen heraus. Das war sehr schmerzhaft für die dunklen Mächte.

Michael, Raphael, Phanuel, Gabriel und Uriel zogen sich zu einer Besprechung zurück. „Ich will keinen Stress machen, aber auch unsere Zeit hier auf der Erde geht dem Ende zu. Es sind nur noch zehn Tage bis zum Dreikönigstag und dann werden auch wir nicht mehr hier sein. Wir müssen uns noch etwas einfallen lassen, das wir hier auf der Erde hinterlassen können, um die Energie zu halten. Bitte denkt auch darüber nach. Unsere ganze Bemühung soll auf keinen Fall umsonst gewesen sein. Die Menschen haben die schreckliche Tendenz, dass sie nach anfänglicher Begeisterung wieder in ihre alten Muster zurückkippen. Das müssen wir verhindern“, sagte Gabriel. Die anderen Erzengel stimmten ihm zu. „Ich habe auch schon darüber nachgedacht und ich halte dies ebenfalls für extrem wichtig“, sagte Michael.

„Was sind nun unsere weiteren Schritte hier?“, fragte Raphael. „Wir sind eigentlich schon sehr weit gekommen und es braucht nur noch hier und da unsere Unterstützung. Aber die neuen Projekte gedeihen fast ausnahmslos ohne unsere Hilfe“, fügte er noch hinzu. „Weiß eigentlich jemand etwas von den Jung-Engeln, die jetzt in einem menschlichen Körper leben?“, fragte Gabriel. „Nein, und das ist auch nicht der Plan. Sie müssen ganz alleine schauen, dass sie zurechtkommen. Aber heute kommt der Elohim wieder zu uns zurück und vielleicht kann er uns ja doch etwas über ihren Verbleib sagen. Aber ich fürchte, er wird es nicht tun. Doch ich bin mir sicher, dass er etwas über sie weiß“, sagte Phanuel.

Martin verbrachte den Tag nach Weihnachten wieder in seiner Werkstatt. Er hatte sich vorgenommen, dass er in den nächsten Tagen mehrere Wagen für die obdachlosen Kumpels herstellen würde. Es würde noch sehr kalt werden im Januar und so viele Menschen wie möglich sollten einen erhalten. Außerdem hatte sich ja heute der junge Mann angekündigt, den Hannes vor Kurzem bei der Maria Theresien Statue getroffen hatte. Und dieser würde seine Eltern mitbringen. Vielleicht hatten die ja Lust ihm etwas zu helfen. Denn eigentlich hatte er keine Zeit herumzusitzen und zu plaudern. Er wollte arbeiten. Mittlerweile war er dazu übergangen, mehrere Wagen gleichzeitig herzustellen. Es war leichter zuerst fünf Boden, zwanzig Wände und zehn Achsen zu montieren. Daher hatte er die jeweils fertigen Teile draußen aufgestellt. Wenn alle Teile hergestellt waren, würde er die fünf Wagen zusammenbauen. So mussten sich die Menschen gefühlt haben, als sie das erste Mal Fließbandarbeit eingeführt hatten. Es ging tatsächlich viel schneller. Über all der Arbeit vergaß er vollkommen die Zeit und plötzlich stand die ganze Familie Liebhart vor der Tür. Martin begrüßte sie herzlich und erklärte allerdings gleich, dass sie nun gerne gemeinsam einen Tee oder Kaffee trinken konnten, aber er dann gleich weiterarbeiten musste, da er ein wenig unter Zeitdruck stand.

Vater Liebhart hörte ihm zu und bot sich auf der Stelle an, sofort nach einer Tasse Kaffee mit anzugreifen. Auch Jonas würde helfen. Mutter Liebhart sprach, während sie in ihrer Kaffeetasse rührte, darüber, dass sie gerne die Dokumentation dieser Arbeit machen würde. Martin war begeistert. Das war ganz nach seinem Geschmack.

Jonas ging, während die Eltern und Martin Kaffee tranken, langsam durch die Werkstatt. Irgendwie kam sie ihm so seltsam vertraut vor. Er schaute aus dem Fenster und fragte Martin: „Entschuldigen sie bitte, aber wohnt dort drüben vielleicht eine ältere Dame?“ Martin schaute auf und sagte: „Ja, da drüben wohnt Klara. Ihr gehört das alles. Kennst du sie?“ Jonas schüttelte den Kopf. „Nein, es ist nur so….irgendwie komisch“, sagte er. Martin sah ihn prüfend an und fragte: „Was ist komisch?“ Jonas schüttelte den Kopf. „Ach nichts. Es ist ein wenig verrückt. Aber mir kommt hier alles so vertraut vor. Als wäre ich schon einmal hier gewesen“, sagte er. „Die Werkstatt gibt es schon lange. Vielleicht warst du da, als Klaras Mann noch lebte“, sagte er und dabei fiel ihm aber ein, dass Klara gesagt hatte, dass ihr Mann schon zwanzig Jahre tot sei und dieser Junge war höchstens sechzehn.

Herr Liebhart war begeistert von all den Maschinen und da er Martin bereits lang und breit erzählt hatte, dass er Maschinenbauingenieur war, zeigte Martin ihm auch die Maschinen, die er noch nicht funktionstüchtig gemacht hatte. Herr Liebhart zog sogleich seine Jacke aus und krempelte die Ärmel auf. Die kleine Paula saß auf dem Sofa in der Ecke und beobachte die freudige Geschäftigkeit. Frau Liebhart begann ebenfalls damit,  Notizen zu machen und sich eine Struktur für die Dokumentation zu überlegen. „Wollen sie, dass diese Idee später von anderen Werkstätten nachgeahmt werden kann?“, fragte sie Martin. „Ja, das wäre natürlich das allerbeste. Stimmt! Ich weiß woran sie denken. Wir sollten zu allen Projekten so eine Art Handbücher machen, damit andere nicht wieder von vorne beginnen müssen. Das haben sie doch vor, oder?“, fragte Martin. Frau Liebhart nickte und erwiderte: „Ich glaube ja, solange es nicht um Konkurrenz oder Mitbewerb geht, wäre das natürlich sehr naheliegend.“ Martin lachte auf. „Ach ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Menge anderer Werkstätten, die das Gleiche tun. Ich werde das alleine nicht schaffen. Auch wenn ich immer wieder Helfer habe“, sagte er.

Hannes war schon den ganzen Tag auf den Beinen, telefonierte mit einschlägigen Musikgeschäften und sammelte Adressen und Kontaktdaten von Musikern, die er gerne engagieren wollte. Er hatte sich vorgenommen, dass er einen großen Teil der Sendezeit dazu verwenden würde, diesen Männern und Frauen eine Plattform zu bieten, wo sie ihre Musik für ein großes Publikum darbringen würden. Und im Handumdrehen hatte er, wie immer, eine Menge Kontakte geknüpft. Auch die anderen Sender würden entweder die Musiker mitübertragen, die bei Hannes spielten, oder sie würden sich selbst welche suchen. Das war sehr schnell in trockene Tücher gebracht. Sie nahmen dies alles ausgesprochen ernst und arbeiteten daran, dass praktisch rund um die Uhr, nur mit wenigen Unterbrechungen durch die abendlichen Live-Sendungen und ein paar Reportagen, die derzeit auch zum Thema passten, die Musik sich über den ganzen Erdball verteilte. Hannes selbst konnte die Wirkung an sich spüren. War er noch in einer Minute vollkommen aufgedreht, so beruhigte er sich auf der Stelle, sobald die zauberhafte Musik erklang. Er war sich selbst der beste Beweis. Und auch die Mitarbeiter im Studio, die Juristen und die Damengruppe waren alle ganz angetan von dieser sphärischen Musik. Das war vermutlich die beste Idee, die Uriel haben konnte.

Auch merkten sie nichts, dass draußen in den Projekten auch nur irgendwo der Arbeitsfluss abriss. Alle waren nach wie vor voll motiviert und arbeiteten fast rund um die Uhr. Es würde nicht mehr lange dauern, dann hätten sie es geschafft, eine völlig neue Gesellschaft zu bauen. Die Vielzahl der Ideen war überwältigend und sie verteilten sich interessanterweise über alle Lebensbereiche.

Es entstanden Projekte für besser Produktionsbedingungen für alle möglichen Produkte. Es entstanden Gartenprojekte zum Nahrungsmittelanbau. Es entstanden neue Schulen und neue Büros. Es fanden sich Menschen zusammen, die über Fortbewegung und Verkehr nachdachten, wieder andere über Finanzen und Wirtschaft. Alles gestaltete sich in rasender Geschwindigkeit um.

Aber eines hatten sie übersehen. Die dunklen Mächte waren immer noch da und würden heute noch zum ultimativen Gegenschlag ausholen. Wenn sie sich nicht vorsahen, würde ihre ganze Welt, die gerade im Entstehen war, heute Nacht noch in Schutt und Asche gelegt werden. Noch ahnte keiner die Gefahr und alle schwelgten in der Glückseligkeit des Aufbaus. Doch die dunklen Mächte heckten zeitgleich einen wahrhaft teuflischen Plan aus – sie würden die Menschen da angreifen, wo sie am empfindlichsten waren…..

Tja, und ob den Dunklen dies gelingt erfahrt ihr morgen.

Ich wünsche euch eine gute Nacht und wunderbare Träume

Manou

Bild von J. S. Clingman auf Pixabay

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