Es wirbelt alles durcheinander. Die heutige Tagesenergie ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist sie deutlich kräftiger als die gestrige, jedoch kommt diese wirbelnde Bewegung dazu, die einlädt, noch einmal alles, was während den laufenden Rauhnächten gedacht wurde, noch einmal einer Prüfung zu unterziehen. Warst du tatsächlich inspiriert, oder hast du dem Alten nur einen neuen Anstrich verpasst?
Es wirbelt alles durcheinander – und das ist gut so
Die Rauhnächte sind ein Prozess in mehreren Stufen und heute, kurz vor dem Ende dieser magischen Zeit hast du noch einmal die Gelegenheit, alles bisher Gedachte einer Prüfung zu unterziehen. Während alles durcheinander wirbelt, kannst du das Eine oder Andere vielleicht doch noch loslassen und deinen Fokus neu ausrichten. Es macht keinen Sinn, dich gegen die Energie zu stellen. Die Kunst ist es, sich der Energie hinzugeben und dich dem Prozess zu stellen. Ich wünsche dir dabei viel Freude.
Erkenne deinen Seelenplan
Und auch heute noch einmal die Einladung, am kommenden Montag zu unserem kostenlosen Webinar über den Seelenplan zu kommen. Wir haben das Datum bewusst so gelegt, dass du die Energie der vergangenen Rauhnächte noch spüren und dich dir selbst ein wenig näherkommen kannst. Du kannst nur gewinnen!
Was: Webinar „Erkenne deinen Seelenplan“
Wann: Montag, 08.01. um 18.00 Uhr
Wo: Online via Zoom
Kosten: Keine, es ist kostenlos
Anmeldung unter: manuela@pusker.at mit dem Betreff „Seelenplan Webinar“
Und jetzt geht`s auf nach Ravenroost Ridge!
Zehnter Teil von Ravenroost Ridge
Als sie kurz vor dem Tor war, hörte Tomma wie Thaddea ihren Namen rief. Verdammt! Sie musste sich beeilen, bevor jemand versuchen konnte, sie aufzuhalten. Thaddea kam rasch näher. Das hatte sie ihr bei ihrer Leibesfülle gar nicht zugetraut. Tomma beschleunigte ihre Schritte. Sie musste das Tor erreichen, bevor Thaddea sie eingeholt hatte. In diesem Moment stolperte sie und fiel.
Tomma versuchte, sich so schnell wie möglich wieder aufzurappeln, aber sie musste sich den Knöchel verstaucht haben. Ein stechender Schmerz machte sich breit. Sie kam nicht einmal hoch. Leider war sie nicht mehr so sportlich wie früher und konnte mit dem verletzten Knöchel, und ohne eine Möglichkeit sich abzustützen, nicht aufstehen.
Daher kam es, wie es kommen musste und Thaddea erreichte sie. „Tomma! Würdest du mir bitte sagen, was in dich gefahren ist?“, herrschte Thaddea sie ungehalten an. „Lies es doch einfach aus meinen Gedanken!“ schrie Tomma zurück. „Ich lese in deinen Gedanken, dass du Ravenroost Ridge verlassen möchtest!“ sagte Thaddea nun etwas ruhiger.
„Blödsinn! Das hat dir Sophie gesagt. Hör mir auf mit deinen albernen übersinnlichen Fähigkeiten. Ich habe erkannt, was hier läuft und ich werde jetzt auf der Stelle gehen!“ Mittlerweile hatte Tomma es geschafft, sich aufzuraffen. Allerdings konnte sie das rechte Bein nahezu nicht belasten. An eine schnelle Flucht war somit nicht mehr zu denken. Sie brauchte eine neue Strategie.
Thaddea wirkte nicht besonders kräftig, obwohl sie dick war. Vielleicht konnte sie sie einfach umschubsen. Sie humpelte auf Thaddea zu, als diese sagte: „Und du glaubst allen Ernstes, dass dein Ex-Mann so eine luxuriöse Psychiatrie für dich ausgesucht hätte?“ Tomma blieb stehen. Davon hatte sie niemandem etwas gesagt, auch Sophie nicht. Aber vielleicht kombinierte Thaddea ja auch nur, oder es war eine Tatsache und Thaddea versuchte nun, diese zu verdrehen. Sie musste auf der Hut bleiben.
„Tomma bitte! Wenn dein Ex-Mann dich wegsperren wollte, dann hätte er eine Anstalt mit vergitterten Fenstern ausgesucht. Außerdem geht das nicht so einfach. Man kann nicht so leicht jemanden für verrückt erklären.“ Sie machte eine Handbewegung über Ravenroost Ridge und sagte: „Wenn das eine offene Psychiatrie wäre, würde es ein Vermögen kosten.“
Tomma dachte nach. Thaddea konnte recht haben. Rob würde niemals mehr Geld, als unbedingt notwendig, in sie investieren. Aber vielleicht war der Plan ja noch viel perfider. Sie musste Thaddea loswerden. Allerdings erlaubte ihr Knöchel kaum einen einzigen Schritt. Der Schmerz nahm von Minute zu Minute zu. Tomma spürte nun auch, wie das ganze Gelenk langsam anschwoll.
Dieser Fluchtversuch schien vereitelt. „Tomma, wenn du jetzt wieder vernünftig bist, hole ich Joanna her. Sie kann deinen Knöchel behandeln, damit du zumindest wieder zurück in dein Haus kommst.“ Tomma versuchte noch einen Schritt zu gehen, aber der Schmerz war mittlerweile so stark, dass nicht daran zu denken war, das Tor zu erreichen. Sie gab sich widerwillig geschlagen und nickte grimmig. „Ich setze mich hierhin, während du Joanna holst, damit sie etwas Hokuspokus macht“, sagte sie und ihre Stimme drückte die Verachtung aus, die sie mittlerweile für alle Bewohnerinnen von Ravenroost Ridge empfand.
Thaddea machte sich wortlos auf den Weg und Tomma versuchte sich ins Gras zu setzen. Alles war nass vom morgendlichen Regen, aber was spielte das jetzt für eine Rolle? Sie war gefangen in einem Park mit lauter verrückten Frauen. Immer noch grübelte sie, welches falsche Spiel hier wohl gespielt wurde, als Thaddea und Joanna bereits wieder im Anmarsch waren. Joanna kniete sich auf den Boden vor Tomma. „Autsch, das sieht ja böse aus“, sagte sie, während sie Tommas Schuh auszog.
Der Knöchel war mittlerweile auf die doppelte Größe angeschwollen und begann sich bereits blau zu verfärben. Joanna nahm den Knöchel zwischen beide Hände und begann zu murmeln. Tomma schaute ihr unbeteiligt zu und wünschte sich, dass Joannas Gemurmel ohne Erfolg bleiben würde. Dann hätte sie das nächste Indiz gefunden.
Doch genau das Gegenteil geschah. Der Knöchel schwoll deutlich sichtbar ab und die Verfärbungen gingen zurück. Tomma überlegte verzweifelt, wie so etwas möglich sein konnte. Vielleicht war das ein reiner Placebo Effekt. Doch sie hatte ja nicht im Geringsten daran geglaubt, sondern eher im Gegenteil gehofft, dass sie Joanna des Betrugs und der Hochstapelei bezichtigen konnte.
Nach weniger als zehn Minuten war der Knöchel fast wieder auf normale Größe abgeschwollen. Joanna stand auf und reichte Tomma eine Hand um ebenfalls aufzustehen. Tomma ergriff sie und ließ sich hochziehen. Vorsichtig versuchte sie den Fuß zu belasten und es ging problemlos. Ein wenig schmerzte er noch, aber kein Vergleich zu vor zehn Minuten. Thaddea winkte ihr, sie solle ihr folgen. Widerwillig bedankte sich Tomma bei Joanna und folgte Thaddea zurück nach Rose Mansion.
„Wir müssen reden“, knurrte Thaddea nur, während sie Tomma ins Haus folgte. „Sophie bringen sie uns bitte einen Tee in die Bibliothek und ein paar Scones. Nach diesem Schreck brauche ich eine Stärkung.“ Sophie ging geflissentlich in Richtung Küche und Thaddea bat Tomma mit einer energischen Handbewegung in die Bibliothek.
Bis jetzt hatte Tomma Thaddea nur als äußerst nett und freundlich erlebt. Doch in diesem Moment schien sie richtig wütend zu sein. „Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?“, fragte Thaddea, noch bevor Tomma richtig saß. „Du hättest uns alle in Gefahr gebracht!“ Tomma schaute Thaddea trotzig an. „Du hast selbst gesagt, ich sei hier keine Gefangene und ich könne Ravenroost Ridge jederzeit verlassen“, antwortete Tomma. „Ja, das habe ich gesagt. Aber ich sagte nichts davon, dass du einfach kopflos davonrennen sollst. Was ist nur in dich gefahren?“
„Ich denke, das weißt du ganz genau. Ich habe den Eindruck, dass dies hier eine psychiatrische Anstalt ist und ihr alle nur Hokuspokus macht, um mir etwas vorzugaukeln.“ In dem Moment als Tomma diese Vermutung aussprach, bemerkte sie, wie absurd sie klang. „Gut, dass du selbst bemerkst, wie absurd deine Vermutung ist“, sagte Thaddea. Scheinbar las sie wieder Tommas Gedanken. „Wie kamst du denn überhaupt auf die Idee?“, fragte Thaddea weiter und ihr Tonfall klang wieder etwas versöhnlicher.
„Ich war im Park und plötzlich hatte ich das Gefühl, ich könne mich mit dem Park, beziehungsweise einer übergeordneten Instanz des Parks unterhalten. Und dabei fiel mir auf, dass die wahrscheinlichste Erklärung wohl ist, dass ich verrückt geworden bin und hier festgehalten werde“, fasste Tomma kurz zusammen und fühlte sich dabei sehr unwohl. Thaddea konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Klar, das ist die naheliegendste Erklärung dafür, dass du dich mit der Parkdeva unterhalten hast.“ Dann schwieg Thaddea und sah Tomma aufmerksam an.
Nach einer Weile fuhr sie fort. „Tomma, hältst du es wirklich für möglich, dass eine gewöhnliche Verrückte mit so einem großen Aufwand weggesperrt und festgehalten wird? Wer sind wir anderen elf dann? Sind wir ebenfalls verrückt, oder hast du dreiundzwanzig Betreuerinnen hier?“ In Tommas Kopf drehte sich alles. Vorhin erschien ihr alles noch ganz klar, doch Thaddea hatte insofern recht, als dass auch diese Erklärung nicht plausibel erschien. Beide Varianten waren extrem unglaubwürdig.
„Für mich erschien es plötzlich so, als ob ihr den Schock, den ich während der Gerichtsverhandlung erlitten habe, ausgenutzt habt, um mich hierher zu verschleppen. Dann wurde ich eingelullt durch all die wunderbare Betreuung, die Kaminfeuer, den Tee und die Scones, die Geschichten…“ Hier brach sie ab. In Tommas Kopf drehten sich die Gedanken erneut im Kreis.
Doch eines interessierte sie trotzdem brennend: „Und was ist eine Parkdeva?“ Thaddea antwortete: „Die Parkdeva ist tatsächlich die übergeordnete Wesenheit von Ravenroost Ridge. Jeder Park hat eine Wesenheit, aber die von Ravenroost Ridge ist eine ganz besondere Deva, weil sie uns bei unserer Arbeit unterstützt. Wir arbeiten praktisch zusammen.
Aber Jacky kennt sich damit besonders gut aus und bei ihr wirst du heute ja zu Abend essen. Ich schlage vor, ich begleite dich nach dem Tee nach oben und du legst dich eine Weile hin.“ Tomma dachte nach. Ja, es wurde immer verrückter. Vielleicht fand das hier ja alles gar nicht statt, sondern war nur eine Ausgeburt ihres kranken Gehirns.
Thaddea schüttelte den Kopf. „Tomma, jetzt bitte, versuche dieses Gedankenkarussell aufzuhalten und gib dir und uns ein paar Wochen Zeit. Dann wird dir alles klar sein. Und bitte keinen weiteren Versuch, heimlich Ravenroost Ridge zu verlassen. Kannst du mir das versprechen?“ Tomma nickte widerstrebend. Was sollte sie jetzt auch anderes tun.
„Wieso hätte ich euch alle in Gefahr gebracht?“, fragte sie noch. Thaddea antwortete: „Weil wir dich dann gesucht hätten. Und wir sind geschwächt, wenn wir nicht zwölf sind. Und du wärst eine leichte Beute für die Anderen gewesen. Das wäre eine ziemliche Katastrophe geworden. Ich schwöre dir hoch und heilig…“ und dabei legte sie beide Hände auf ihr Herz, „…dass du dich nach deiner Einweihung und der offiziellen Aufnahme, jederzeit völlig frei bewegen kannst.
Bis dahin möchte ich dir das Versprechen abnehmen, dass du Ravenroost Ridge am besten gar nicht, und wenn es sich nicht vermeiden lässt, nur in unserer Begleitung verlässt. Wir selbst gehen auch meist zumindest zu dritt raus, damit wir nicht zur leichten Beute werden.“
Und morgen geht`s weiter.
Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag!
Ganz liebe Grüße
Manou
Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!









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