Zeichen der geistigen Welt findest du überall. Ich bin gerade draußen gewesen, es war noch dunkel und habe über meine Wünsche für das kommende Jahr nachgedacht, da wir heute unsere Mesa veranstalten. Und dann fiel, gefühlt direkt vor meinen Augen, eine riesige Sternschnuppe vom Himmel – wie zauberhaft!
Zeichen der geistigen Welt
Wenn du auf die Zeichen der geistigen Welt achtest, die dir permanent auch im Alltag begegnen, dann kannst du in diese wundersame Gewissheit kommen, dass nichts zufällig passiert. Es ist nur wichtig zu lernen, die Zeichen zu erkennen und zu lesen. Und wenn du in dieses Bewusstsein kommst, dass du ständig von der geistigen Welt begleitet und geführt wirst, erkennst du, wie magisch das Leben eigentlich ist. Und das gilt zwar insbesondere für die Rauhnächte – aber in Wahrheit gilt es für alle Tage das Jahres. Die geistige Welt bietet Schutz, Führung und Inspiration. Und das ist aus meiner Sicht die wahre Magie des Lebens!
Und nun kannst du wieder eintreten in die magische Welt von Ravenroost Ridge
Fünfter Teil von Ravenroost Ridge
Und tatsächlich schaffte sie es nicht, sich die Namen der elf Frauen zu merken. Bisher kannte sie nur Thaddea, Philippa, Jacky und nun Andrea, die sie bereits für morgen zum Dinner eingeladen hatte. Als das Dessert aufgetragen wurde, fielen Tomma aber doch noch ein paar Fragen ein: „Was mache ich hier jetzt eigentlich den ganzen Tag und kann ich Ravenroost Ridge auch verlassen?“
Thaddea ergriff wieder das Wort: „Natürlich kannst du Ravenroost Ridge jederzeit verlassen. Du bist hier keine Gefangene. Aber wenn es dir zumutbar erscheint, würden wir dir raten, die nächsten Wochen hier zu bleiben, bis du weißt, wer du eigentlich bist. Ich möchte nicht zuviel sagen, aber da draußen sind nicht alle gut. Und solange du noch nicht in deiner Kraft bist, wärest du ein gefundenes Fressen. Die andere Seite wünscht sich natürlich, uns zu schwächen. Und ganz Ravenroost Ridge ist erst in seiner Kraft, wenn wir zwölf sind.
Wir haben sehr lange auf dich gewartet. Als sie nun gestorben war, wussten wir, dass es wirklich Zeit wird, dass du kommst, denn jetzt ist eine gute Zeit für uns.“ „Wer ist gestorben?“, fragte Tomma etwas verwirrt. „Elisabeth“, antwortete Thaddea. „Queen Elisabeth?“, hakte Tomma nach. Thaddea nickte. „War sie denn eine von uns?“, fragte Tomma weiter. Für diese Frage erntete sie schallendes Lachen. „Nein, das kann man nun nicht gerade sagen“, erwiderte Thaddea schmunzelnd. Sie gehörte mehr zur anderen Seite.“ Und mit wieder ernsterem Gesichtsausdruck fügte sie hinzu: „Aber das sind diejenigen Dinge, in die wir dich erst später einweihen können. Ich bitte dich inständig um Geduld.“ Tomma stimmte nickend zu.
„Was deine Beschäftigung in der nächsten Zeit angeht, so wäre es vorteilhaft, viel Zeit mit der Lektüre der Bücher zu verbringen und dich ein wenig umzuschauen. Ravenroost Ridge ist ziemlich weitläufig und es ist wichtig, dass du dich hier gut auskennst. Deshalb wirst du deine Kolleginnen in ihren Häusern besuchen, weil dir dies mit der Orientierung am besten hilft. Darüber hinaus sollst du einfach genügend Zeit für dich und dein Ankommen hier haben.“
Tomma war zufrieden mit der Antwort. Recherche also. Das kannte sie noch aus ihrer Zeit als Journalistin und sie liebte es. Es war ihr bewusst, dass niemand von ihr verlangen würde, diese Bücher alle durchzulesen. Ganz offensichtlich ging es darum, die richtigen Bücher aus den Regalen zu ziehen und darauf zu vertrauen, dass sie darin die notwendigen Informationen finden würde. Sie würde gleich morgen früh damit beginnen.
Die Nacht verlief ruhig und traumlos. Tomma schlief sofort ein, als ihr Kopf die weichen Kissen berührte. Sie wachte erst auf, als sie Sophie im Wohnzimmer hörte, die gerade den Kamin einheizte. Als Sophie bemerkte, dass Tomma wach war, rief sie ihr zu, dass sie in einer halben Stunde das Frühstück am Kamin servieren würde. Tomma war im Glück. Ihr ganzes Leben lang war sie es gewesen, die das Frühstück servierte und nun wurde sie umsorgt und verwöhnt. Sie liebte Sophie schon jetzt. Da sie nicht vorhatte, am Vormittag das Haus zu verlassen, schlüpfte sie in einen bequemen Hausanzug und zog einen seidenen Morgenmantel darüber. Die Haare steckte sie lässig auf.
Kaum war sie fertig, hörte sie auch schon Sophie, die gerade die Tür öffnen wollte. Tomma kam ihr zuvor. „Oh, danke liebe Sophie“, rief sie erfreut, als sie erkannte, dass Sophie nicht nur ein Tablett mit Kaffee und Saft trug, sondern auch ein Körbchen mit frischem Gebäck, Frühstückseiern und allen möglichen Leckereien. Tomma half Sophie, dies alles auf dem Tisch zu verteilen. „Das ist viel zu viel, liebe Sophie. Mir reicht am Morgen meist ein Kaffee und ein Croissant oder ein Brötchen. Sie müssen sich nicht so viel Mühe machen.“
Sophie lächelte. „Sie glauben gar nicht, wie froh ich bin, dass sie endlich angekommen sind, Lady Tomma. Seit zwei Jahren schleiche ich im Haus herum und suche Staubkörnchen und rücke hier was zurecht und da was. Meine Kolleginnen bei den anderen Ladies habe ich schon genervt, mit meinen ständigen Fragen, ob sie eine Aufgabe für mich haben.“ Dabei lächelte Sophie warm. „Mögen sie sich ein wenig zu mir setzen und mir etwas erzählen?“, fragte Tomma. Sophie zögerte. „Das gehört sich eigentlich nicht, aber wenn sie es wünschen…“ „Ja, ich wünsche es. Können wir noch eine Tasse und Teller und Besteck für sie holen? Dann frühstücken wir heute zur Feier des Tages gemeinsam. Ich möchte sie gerne ein wenig besser kennenlernen, und sie mich vielleicht doch auch.“ Sophie errötete ein wenig, machte sich dann aber auf den Weg in die Küche und holte für sich das Geschirr.
Tomma schenkte Sophie Kaffee ein und Sophie erzählte, dass sie schon seit dreißig Jahren in Ravenroost Ridge lebte und in diesem Haus bereits zwei Ladies versorgt hatte. Jedoch wollte sie über die Vorgängerinnen partout nichts erzählen. „Wissen sie Lady Tomma, das Erste, das man mir beigebracht hatte als ich nach Ravenroost Ridge kam war, dass es hier weder Klatsch noch Tratsch gibt. Wir Hausdamen unterhalten uns auch nicht über unsere Ladies. Das ist wie ein Ehrenkodex. Wir sind zur absoluten Loyalität verpflichtet.“ Tomma war ein wenig enttäuscht, gerne hätte sie ein wenig mehr über die Bewohnerinnen vor ihr erfahren. Allerdings schätzte sie Sophies Verschwiegenheit auch sehr.
Nach dem gemeinsamen Frühstück einigten sie sich darauf, dass Tomma zukünftig nur noch Kaffee und Croissant frühstücken und zum Lunch am liebsten eine Suppe und einen Salat essen möchte. Sophie nickte, packte alle Utensilien zusammen und machte sich auf den Weg in die Küche. Sie verweigerte dabei Tommas Hilfe und Tomma akzeptierte dies.
In der Bibliothek angekommen, brannte auch dort schon das behagliche Feuer im Kamin. Tomma war zunächst etwas überfordert mit der Entscheidung, bei welchem der vielen Regale sie nun beginnen sollte. Aber sie entschied sich, links von der Eingangstür zu beginnen und sich dann durch den Raum zu arbeiten. Womit sie nicht gerechnet hatte war, dass alle Titel spannend und interessant klangen. Für jemanden wie sie, der sich mit übersinnlichen und paranormalen Dingen noch nie beschäftigt hatte, klang alles höchst verlockend. Da ging es um Engel und Geistwesen, um Hellsicht und Telekinese und viele andere Dinge, von denen Tomma ebenfalls noch nie etwas gehört hatte. Sie schlenderte von Regal zu Regal. War es ihr gestern noch beruhigend erschienen, dass sie diese Bücher sowieso nicht alle lesen konnte, bedauerte sie dies heute zutiefst.
Während ihrer ersten Runde konnte sie sich beim besten Willen nicht entscheiden. Erst bei der zweiten Runde an den Regalen entlang, zog sie ein Buch über Telekinese aus dem Regal. Mit den Geistwesen konnte sie fürs Erste nicht so recht etwas anfangen. Sie war atheistisch erzogen und hatte auch immer so gelebt. Daher war ihr die mögliche Existenz von Engeln und anderen unsichtbaren Wesen mehr als suspekt. Jedoch das Bewegen von Gegenständen mit der Kraft des Geistes fand sie spannend.
Sie setzte sich mit dem Buch an den Kamin und begann zu lesen. Es dauerte nicht lange bis Sophie ganz leise den Raum betrat und Holz im Kamin nachlegte. „Möchten sie Tee oder Kaffee, Lady Tomma?“, fragte sie und Tomma antwortete: „Oh, Tee wäre schön.“
Sophie verschwand, um kurz darauf wieder mit einer wunderschönen Teekanne und einer Tasse zurückzukommen. Erst jetzt fiel Tomma auf, dass das ganze Geschirr in Rosendesign gehalten war. „Danke Sophie! Sagen sie mal, sind auf dem Geschirr deshalb immer Rosen, weil dies Rose Mansion ist?“ fragte sie. Sophie nickte. „Ja, genau aus diesem Grund. Sie werden überall Rosen finden, wenn sie darauf achten.“ Tomma bewunderte noch das zarte Porzellan als Sophie auch schon wieder verschwunden war.
Kurz legte sie das Buch zur Seite und lehnte sich in der Sitzgarnitur zurück. Wie wunderbar und zauberhaft dies alles war. Sie atmete den Geruch des Kaminfeuers, der sich mit dem Duft des Tees und dem Geruch der vielen Bücher vermischte. Dies war eine Duftkomposition, wie sie sicher nur ganz selten irgendwo zu finden war. Und ihre Aufgabe war es nun, sich durch diese überaus spannende Lektüre zu arbeiten, während Sophie sie so warmherzig versorgte und ihr jeden Wunsch von den Augen ablas. Wie wunderbar konnte das Leben sein!
Bald versenkte sie sich wieder in die Geschichten in dem Buch. Es gab wohl eine sehr lange Tradition der Telekinese. Sie war in England geboren und hatte immer hier gelebt, doch dieser magisch-mystische Teil des Landes war bisher spurlos an ihr vorübergegangen. Doch schien speziell England eine wichtige Rolle zu spielen bei all diesen übernatürlichen Dingen.
Seite um Seite arbeitete Tomma sich durch das Buch, trank hin und wieder einen Schluck Tee und genoss die himmlische Ruhe in der Bibliothek. Doch immer wieder wanderten ihre Gedanken auch zurück zu ihrem alten Leben. War es wirklich erst gestern gewesen, dass Thaddea, Philippa und Jacky sie vor dem Gerichtsgebäude abgeholt hatten?
Es schien fast schon so, als legten sich bereits die ersten Schleier über ihre Vergangenheit. Nicht einmal Wut oder Empörung konnte sie mehr empfinden, wenn sie an Rob dachte. Da war nur noch grenzenlose Erleichterung, dass sie dieses Vierteljahrhundert ihres Lebens abgeschlossen hatte. Sollte er sich doch mit wem auch immer vergnügen und unermüdlich immer noch mehr materiellen Besitz anhäufen. Wozu eigentlich? Er hatte ja nicht einmal Kinder, denen er es vererben konnte. Und er besaß jetzt schon mehr, als er jemals verbrauchen konnte. Es ging einzig und alleine darum, möglichst viele Vorteile aus den Nachteilen anderer Menschen zu ziehen. Es war für ihn wie ein Sport.
Und morgen geht`s weiter.
Ganz liebe Grüße in deinen Tag
Manou
Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!









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