Weihnachten ist da und wie jedes Jahr wird dabei das Licht erneut geboren. Es sind nicht nur Tage, an denen wir besonders gut essen und Geschenke erhalten oder verteilen, sondern es sind besondere Tage. Und ich habe auch dieses Jahr eine Fortsetzungsgeschichte fĂĽr dich – falls du Zeit und Lust hast, zwischen den Jahren ein wenig zu lesen.
Weihnachten und die Zeitqualität
Mit der Geburt Jesu ist auch spirituell betrachtet ein neues Zeitalter angebrochen. Durch sein Erscheinen kam ein Licht in die Welt, das wir gerade jetzt sehr dringend brauchen. Und es ist gut, wenn du einfach fĂĽr dich ein Licht entzĂĽndest. Denn alles da drauĂźen ist Energie. Und die Energie von vielen einzelnen Menschen kann richtig viel bewirken. Seien wir ein Licht fĂĽr uns selbst und fĂĽr die Welt!
Ravenroost Ridge
Und hier kommt wieder eine Geschichte, die bereits über das ganze Jahr bei mir entstanden ist und die ich über die Rauhnächte fertigschreibe. Es ist der erste Band einer zwölfbändigen Reihe über Ravenroost Ridge, die ich mir so nicht ausgesucht habe. Die Idee der Geschichte stand plötzlich vor mir und ich brauchte sie nur aufzuschreiben.
Ich werde in den kommenden Tagen immer einen kurzen Morgenimpuls schreiben und danach eine Fortsetzung der Geschichte einstellen. So kannst du selbst entscheiden, ob du sie lesen möchtest, oder nicht. Du bekommst auf jeden Fall täglich einen kurzen Impuls.
Ganz liebe GrĂĽĂźe in deinen ersten Weihnachtsfeiertag
Manou
Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!
Ravenroost Ridge Teil 1
Kapitel 1
Tomma wankte, als sie den Gerichtssaal verlieĂź. Sie hatte mit Vielem gerechnet. Doch dass sie so schlecht wegkommen wĂĽrde, hatte sie sich gerade hier, in London, nicht erwartet. Die Londoner Gerichte waren fĂĽr ihre fairen Scheidungen bekannt. Und ein wenig hatte sie auf Fairness gehofft, obwohl oder vielleicht auch gerade weil Rob so ein Fiesling war. Jedoch war es noch schlimmer geworden, als sie befĂĽrchtet hatte.
Genau genommen stand sie nun, mit sofortiger Wirkung, vor dem Nichts. Ihr Haus in Chelsea durfte sie nicht einmal mehr betreten und sie musste sich nun tatsächlich ein Hotel suchen. Sie war obdachlos, ohne eigene Wohnung. Gnädigerweise durfte sie die paar tausend Pfund auf ihrem Konto behalten. Von den noblen Stadtvierteln würde sie sich damit verabschieden müssen. Wahrscheinlich würde ihre neue Wohnung eher in Newham oder in Kingston upon Thames liegen – wenn überhaupt. Tomma hatte das Gefühl, als hätte man ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Die ganze Situation hatte gewirkt, als hätte Rob eine riesige Inszenierung abgezogen und die Richterin, die an seinen Lippen hing, hatte genauso geurteilt, wie er es mundgerecht serviert hatte. Da sie keine Kinder hatten, würde Rob weder Unterhalt bezahlen, noch würde er ihr eine der Immobilien abtreten. Dafür hatte er bereits beim Kauf gesorgt, dass sie im Falle einer Scheidung leer ausging. Sie hatte ihm damals vertraut. Warum eigentlich? Sie kannte ihn und wusste, dass für ihn einzig und allein sein Vorteil zählte – in allen Lebenslagen! Er hatte sie über den Tisch gezogen, wie alle seine Gegner in seinem Beruf als Anwalt.
Tomma beschloss, zunächst einen Kaffee zu trinken um den Schock zu verdauen. Den hatte sie sich verdient und konnte sie sich auch gerade noch leisten. Viel mehr war nicht mehr drin, wenn man bedachte, dass sie mit dem Ersparten eine Wohnung suchen und einrichten sollte. Die Richterin hatte lapidar befunden, dass sie zurück in ihren alten Beruf als Journalistin gehen konnte. Natürlich vollkommen ungeachtet der Tatsache, dass Tomma die letzten fünfundzwanzig Jahre damit verbracht hatte, ihrem erfolgreichen Mann alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Wer würde nun eine fünfzigjährige Journalistin einstellen? Als sie das letzte Mal in einer Redaktion gearbeitet hatte, steckte das Internet in den Kinderschuhen und sie hatten noch persönlich vor Ort recherchiert.
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Die Stadt war ein einziges Chaos. Vor zwei Tagen hatte das Begräbnis der Queen stattgefunden und es schien, als ob die halbe Welt sich in London aufhielt. Die Straßensperren waren weitgehend aufgehoben, doch der Verkehr, der immer chaotisch war, war noch lauter und unangenehmer als sonst. Daher wunderte es sie nicht, dass vor ihr plötzlich ein Black Cab eine Vollbremsung machte und ihr den Weg versperrte.
Gedankenverloren suchte Tomma nach einer Möglichkeit, dem Hindernis auszuweichen, als sie plötzlich ihren Namen hörte: „Tomma! Tomma! Hier sind wir!“, rief eine Frauenstimme. Doch Tomma konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wer dies sein sollte und dachte an eine zufällige Namensgleichheit. Vielleicht hatte sie sich ja auch verhört. Doch der Ruf kam ganz aus der Nähe und plötzlich wurde die Tür des Black Cab aufgerissen und eine Frau gestikulierte wild und rief weiter ihren Namen. Tomma drehte sich um. Hinter ihr war niemand. Sie musste tatsächlich gemeint sein. Fragend schaute sie zu der Frau. Diese schwenkte mittlerweile ihren Hut und benahm sich, als müsste sie zumindest eine gute alte Bekannte sein. Tomma erkannte, dass im Fahrzeug noch zwei weitere Frauen saßen. Alle drei waren in bonbonfarbenen Zweiteiler gekleidet, wie sie die Queen stets trug, einschließlich des passenden Hutes. „Na endlich Tomma, wir suchen dich schon die ganze Zeit. Wir sind von Gericht zu Gericht gefahren, da wir nicht wussten, wo du sein wirst.“
Tomma, der heute sowieso alles so unwirklich erschien, schaute die Frau fragend an. „Verzeihen sie, kennen wir uns?“, brachte sie nur mühsam hervor. Die Dame, die einen höchst sympathischen Eindruck machte, lachte und sagte: „Ach, das ist ein wenig verworren. Steig doch erst mal ein und wir erklären dir unterwegs alles.“ Tomma dachte kurz nach.
Bei Fremden ins Auto zu steigen ist normalerweise keine gute Idee. Doch die drei Damen in ihren bonbonbunten Kostümchen wirkten alles andere als gefährlich. Tomma zögerte noch einen Moment, stieg dann jedoch ein. Sie hatte auch nichts Besseres vor. Im Auto herrschte ein heilloses Geschnatter. Tomma hörte noch, wie die Frau, die sie angesprochen hatte, zum Fahrer sagte: „Nun können wir nach Ravenroost Ridge fahren.“ Tomma durchforstete ihre Erinnerungen. Konnte es sein, dass sie den Namen Ravenroost Ridge schon einmal gehört hatte? Sie konnte sich nicht erinnern.
„So, nun entschuldige mich bitte. Vor lauter Aufregung habe ich ganz vergessen, uns vorzustellen. Ich bin Thaddea, das hier sind Phillipa und Jacky“, sagte sie und deutete zuerst auf ihr eigenes grasgrünes Kostüm, dann auf die Dame im pflaumenfarbenen Ensemble und weiter auf die andere in Gelb. „Ich bin Tomma, aber das scheint ja bereits bekannt zu sein. Wärt ihr bitte so nett und würdet ihr mich ein wenig aufklären. Ich komme gerade von meiner Scheidung, die maximal ungünstig verlaufen ist, und habe momentan das Gefühl, in einem seltsamen Traum gelandet zu sein.“ Thaddea, Phillipa und Jacky lachten laut auf. „Ich fürchte, das wird zunächst nicht besser werden“, sagte Thaddea und sah Tomma belustigt an. „Wir haben ganz schön lange auf dich warten müssen. Dachten schon, du lässt dich niemals von dem Mistkerl scheiden.“
In diesem Moment fädelte der Fahrer das Auto in den Verkehr ein und Tomma sah noch, wie Rob und die Richterin offensichtlich höchst zufrieden und sehr vertraut die Stufen des Gerichtsgebäudes hinunterschlenderten. Thaddea war ihrem Blick gefolgt. „Komm schon Tomma, das hättest du dir doch denken können. Ja, auch sie ist eine seiner vielen Geliebten. Oder warum glaubst du, dass du so schlecht weggekommen bist?“
Tomma schaute sie entgeistert an. Thaddea schien mehr über ihr Leben zu wissen als sie selbst. Das war höchst befremdlich. „Bitte klärt mich doch endlich mal auf. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade der einzige Mensch auf diesem Planeten bin, der keine Ahnung hat, was gerade vor sich geht.“ Diese Aussage schien die drei Damen so zu erheitern, dass sie gemeinsam in schallendes Gelächter ausbrachen. „Da irrst du ganz gewaltig“, sagte Philippa. „Die meisten Menschen haben gerade keine Ahnung, was überhaupt vor sich geht. Und du hast den Vorteil, dass sich dies bei dir ganz bald ändern wird.“
Diese Aussage führte nicht dazu, dass Tomma sich informierter fühlte. Mit jedem Satz, den die Frauen sprachen, wuchs ihre Verwirrung. Daher wurde sie nun etwas lauter und sie spürte, wie eine Mischung aus Angst, Wut und Verzweiflung in ihr aufstieg. Thaddea schien dies zu bemerken, und ehe Tomma es sich versah, hatte sie mit ihrer Hand ein paar Bewegungen über Tommas Kopf gemacht und in Tomma stieg urplötzlich bleierne Müdigkeit und eine Art Gleichgültigkeit auf. Sie sah noch aus dem Wagenfenster den Künstler, der vor dem Kensington Park stand und seine Gemälde anpries. Das war ein sehr vertrautes Bild. Gleich darauf umfing sie ein gnädiger Schlaf.
Tomma wurde erst wieder wach, als das sanfte Schnurren des Wagens erstarb und das Gemurmel der Frauen aufhörte. Irgendwo in der Ferne hatte sie die ganze Zeit diese Geräusche wahrgenommen. Doch plötzlich wurde es leise. Die Fahrertür schnappte ins Schloss und der Chauffeur öffnete galant die Beifahrertür und lies zuerst Jacky aussteigen. Dann öffnete er hinten und Tomma wusste schlaftrunken, dass es nun Zeit war, den Wagen zu verlassen. Hinter ihr kletterten Thaddea und Phillipa aus dem Wagen.
Und morgen gehts weiter…
Nochmals liebe GrĂĽĂźe









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