Die Erdenreise Teil 36

oben schauen, unten lesen – viel Vergnügen!

Der Elohim schaute Jonas und Sophie eine lange Zeit an und er erkannte, dass es sich bei den beiden um die beiden ehemaligen Jung-Engel Theorahel und Luisahim handelte. Obwohl diese Situation nun völlig außerhalb des ursprünglichen Planes war, fühlte er sich erleichtert. Auch für ihn war es schwer gewesen, die beiden Engel, die ihm mit ihrem Mut und ihrer Tüchtigkeit so sehr ans Herz gewachsen waren, einem doch ungewissen Schicksal zu überlassen.

„Ich bin Elohim“, sagte er. „Ihr kennt mich aus eurer früheren Existenz. Ist euch aufgefallen, dass ihr vor Kurzem Erinnerungslücken gehabt habt?“, fragte er die beiden. Jonas und Sophie nickten und starrten dabei den Elohim mit großen Augen an. „Ja, das haben wir beide, völlig unabhängig voneinander, gehabt. Wir kennen uns ja erst seit heute und haben festgestellt, dass wir beide in den letzten Tagen das gleiche erlebt haben. Und als wir durch Wien gegangen sind, hatten wir das Gefühl, dass wir da schon gemeinsam unterwegs waren. Aber das kann ja nicht sein. Sophie lebt in England und war noch nie in Wien“, erklärte Jonas ihre Situation. Der Elohim hörte zu und atmete innerlich auf. Sie waren es wirklich. Nun musste er sehr behutsam vorgehen. Er hatte schon die Möglichkeit, den beiden ihre Erinnerung an das Leben als Engel wieder zu geben, aber er musste erst herausfinden, wie sie damit zurechtkommen würden. Wenn sie das Wissen darum zu stark aus ihrem Gleichgewicht brachte, würden sie sich in ihrem Leben nicht mehr zurechtfinden, und sie mussten ja noch eine Weile in der Rolle des Jonas und der Sophie bleiben. Daher musste er sie jetzt erst einmal besser kennenlernen und herausfinden, was sie vielleicht schon ahnten.

„Hattet ihr eine Idee, woran das mit dem Gedächtnis liegen könnte?“, fragte er deshalb behutsam. Die beiden schwiegen eine Weile. „Bitte entschuldigen sie, sie sagten ihr Name wäre Elohim. Das ist schön, dann wissen wir, wer sie sind. Aber was mir noch nicht klar ist, ist was sie sind? Sind sie ein Außerirdischer?“, fragte Jonas beherzt. Der Elohim lachte. „Wenn du so willst, bin ich tatsächlich ein Außerirdischer. Ich bin ein Engel. Sogar ein großer Engel der vierten Hierarchie-Ebene.“ Jonas und Sophie standen immer noch da und starrten ihn an. „Sie sind also ein Engel?“, fragte Sophie. „Einer von den Engeln, die noch bis vor Kurzem über den Himmel gezogen sind? Und warum sind sie hier?“, fügte sie hinzu. Der Elohim war sich bewusst, dass sie ein Recht hatten, dies alles zu erfahren. „Das könnte ein wenig länger dauern. Mögt ihr euch nicht setzen? Vielleicht ist Klara so lieb, und macht euch einen Kakao?“, fragte er mit leichtem Zwinkern zu Klara.

Über eines waren sich Jonas und Sophie gewiss, sie waren hier nicht in Gefahr. Der Elohim strahlte so viel Liebe und Güte aus und ihnen beiden kam er auch irgendwie bekannt vor, doch sie konnten es nicht einordnen. „Oh ja, ein Kakao wäre genial. Aber ich denke, ich sollte noch einmal meinen Eltern Bescheid geben, dass es jetzt doch länger dauert“, sagte Jonas. Er rief erneut seine Mutter an, die aber nicht im Geringsten besorgt schien. Sie kannte Klara und die anderen ja bereits. Sie hatte nur eine einzige Bedingung, dass sie nicht zu Fuß nach Hause gehen, sondern sich ein Taxi nehmen sollten. Sie erwähnte noch kurz, dass sie alle noch mitten in der Planung des fliegenden Klassenzimmers steckten und auch noch eine sehr lange Weile damit beschäftigt sein würden. Somit hatten sie nun Zeit, den Erklärungen des Elohim zu lauschen. Sie fühlten beide, dass sie gerade im Begriff waren, etwas ungeheuer Wichtiges zu erfahren.

Als sie dampfende Tasse mit dem süßen Kakao vor sich stehen hatten, fuhr der Elohim fort. „Seid ihr denn bereit dazu, dass ich euch etwas sage, das euch betrifft und das euch vielleicht ein wenig…sagen wir mal, irritieren könnte?“, fragte er die beiden. „Wird es uns mehr irritieren, als die Tatsache, dass wir beide vor wenigen Tagen aufgewacht sind und uns an nichts aus unserem Leben mehr erinnern konnten, nicht einmal mehr an unsere Eltern?“, fragte Jonas. Der Elohim schüttelte den Kopf. „Ich vermute nicht. Auf jeden Fall wird das Erlebte dann einen Sinn machen, wenn ihr die Geschichte dahinter kennt“, sagte er. „Wir hören gespannt zu“, sagte Sophie und klammerte sich an ihre Tasse. „Welch eine absurde Situation“, dachte sie und atmete tief durch. Aber was war in den letzten Tagen schon normal gewesen?

Der Elohim begann ganz von vorne. Er erzählte ihnen, dass sie zwei tüchtige Jung-Engel in der Engelwelt waren und dass der große Rat der Engel vor einigen Wochen beschlossen hatte, dass sie den Menschen auf der Erde zu Hilfe eilen müssten, da die dunklen Mächte ihr Unwesen nun schon so heftig trieben, dass es für die Menschen schon unerträglich wurde. Er erzählte ihnen, wie eigentlich geplant war, dass sie nur jeden Tag auf die Erde reisen, und am Abend wieder zurückkehren sollten. Auch wie es dazu kam, dass dies nicht ausreichte, sondern dass die Erzengel Michael, Gabriel, Raphael, Phanuel und Uriel mit ihnen hinab gereist waren. Als er an diese Stelle angekommen war, unterbrach ihn Sophie. „Sie wollen also sagen, dass die fünf Männer hier“, dabei zeigte sie auf die Erzengel „…in Wahrheit auch Engel sind? Sogar Erzengel?“  Der Elohim nickte zustimmend und die fünf Erzengel grinsten.

„Und warum sieht man es den fünf Männern nicht an, dass sie Engel sind? Sie sehen ja aus wie Menschen“, fragte Sophie weiter. „Weil die unteren drei Hierarchie-Ebenen, sich in Menschen verwandeln können“, sagte der Elohim. Ab der vierten, zu der ich gehöre, geht das nicht mehr. Wir sind immer Engel. Egal, wo wir uns aufhalten.“ Sophie schien zufrieden. Zumindest fragte sie nicht weiter. Jonas schwieg und wartete darauf, wie die Geschichte weiterging.

Der Elohim berichtete, wie die Macht der Dunklen doch größer war, als sie alle gedacht hatten und dass sie zwar wunderbare Fortschritte machten, dies aber alles zu langsam ging. Er erzählte, wie sie Martin, Klara und Hannes und auch Mongila kennengelernt hatten. Und wie es dazu kam, dass jetzt so viele Sender auf der Welt jeden Abend Menschen zusammenbrachten, die gemeinsam eine neue Welt erschufen. Hier unterbrach ihn Jonas: „Das heißt jetzt, wenn ich das richtig verstehe, dass dies alles, was auf der Welt gerade geschieht, eigentlich von uns begonnen wurde? Also nicht von uns, Jonas und Sophie, sondern von…wie hießen wir damals nochmals?“, fragte er. „Theorahel und Luisahim“, antwortete der Elohim.

„Meine Fresse!“, entfuhr es Jonas. „Wir sind ja ganz schöne Influencer, oder?“ Bei diesem Satz lachten alle auf. „Ja, das kann man so wohl sagen“, antwortete der Elohim. „Ich brauche mal eine kurze Pause. Kann ich mal fünf Minuten raus und ein wenig frische Luft schnappen?“, fragte Jonas und Sophie schloss sich an. „Natürlich! Machen wir mal eine kurze Pause. Es wird auch den Erzengeln guttun, wenn sie mit euch ein wenig nach draußen gehen.

„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, dachte der Elohim. Er kannte die menschliche Psyche nicht gut genug, um zu wissen, was all diese Informationen bei den beiden anrichtete. Daher war es ihm wohler, wenn die Erzengel sie begleiteten. Er selbst würde eine kurze Innenschau halten, um in Verbindung mit den anderen großen Engeln zu treten und sich auszutauschen, wie weit er ihre Erinnerungen wiederherstellen sollte.

Als sie wieder hereinkamen, war auch der Elohim erleichtert, da er die Rückversicherung von den noch größeren Engeln erhalten hatte, dass er den beiden sämtliche Erinnerungen wieder zur Verfügung stellen durfte, auch wenn es für die zwei nicht leicht sein würde, ab sofort zumindest noch für ein paar Tage ein Doppelleben zu führen.

Jonas und Sophie schienen sehr stabil zu sein, denn sie wirkten weder sonderlich verwirrt, noch beunruhigt. Daher fragte der Elohim ob sie nun bereit wären, wieder ihre Erinnerungen zu erhalten. Beide nickten. „Ihr müsst euch aber bewusst sein, dass ihr noch mindestens für ein paar Tage als Jonas und Sophie leben müsst und dass eure Eltern nichts davon erfahren sollten. Erst dann werden wir euch wieder zu uns in die Engel-Welt holen können.“

Jonas fuchtelte plötzlich mit den Händen. „Aber was ist dann mit diesen Körpern? Sterben die dann? Und wo sind eigentlich die echte Sophie und der echte Jonas?“, fragte er. Der Elohim lachte. „Es spricht für dich, dass du dir darüber Gedanken machst. Die beiden sind immer noch da, sind aber in ihrem Bewusstsein stark herabgedämpft. Ihr könnt euch vorstellen, sie sitzen derzeit wie schlafend auf der Reservebank. Allerdings werden wir dafür sorgen, dass sie an die Erinnerungen der letzten Tage herankommen werden, sodass sie nicht die gleiche Verwirrung erleben werden, die ihr erlebt habt, als ihr vor einigen Tagen aufgewacht seid. Jonas und Sophie werden fast normal da weitermachen, wo ihr aufgehört habt, aber zunächst werdet ihr euch den Körper gewissermaßen teilen“, sagte der Elohim. Sophie zuckte mit den Schultern. „Wie gut, dass ich das nicht verstehen muss“, sagte sie.

Der Elohim hieß sie nun, die Augen zu schließen und versetzte sie in eine tiefe Trance. Aus der Engelwelt heraus wurden nun alle Erinnerungen an das Leben als Theorahel und Luisahim und die Erdenexistenz als Theo und Luisa gesendet.

Nach etwa einer halben Stunde war alles vorbei. Theo-Jonas und Luisa-Sophie waren nun soweit, dass sie ihren Auftrag weiter erfüllen konnten. Aber zuerst fand ein riesiges Fest des Wiedererkennens an. Theo-Jonas und Luisa-Sophie umarmten alle Anwesenden. Plötzlich war die Vertrautheit der ganzen Zeit wieder normal und sie wussten um ihre Existenz. „Dürfen wir jetzt also doch wieder zurück in die Engelwelt?“, fragte Luisa-Sophie. Der Elohim nickte. „Ja, das dürft ihr und mit euch alle anderen Jung-Engel auch. Es sind ein paar der großen Engel unterwegs um ihren ebenfalls ihre Erinnerungen wieder zu geben. Es hatte offensichtlich genügt, dass ihr euch zu diesem riesengroßen Opfer bereit erklärt habt. Vielen Dank an euch!“, sagte der Elohim und lächelte die beiden zärtlich an. Auch ihm fiel ein riesengroßer Stein vom Herzen. Es wäre vermutlich leichter gewesen, selbst so ein Opfer zu erbringen, als es von diesen wunderbaren Jung-Engeln zu verlangen. Doch er wäre nicht dazu in der Lage gewesen.

Es war ein großer Moment der Freude!

Und wie es weitergeht, erfahrt ihr morgen.

Ich wünsche euch eine wunderbare Nacht und wundervolle Träume!

Manou

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