Die Erdenreise Teil 17

Oben als Video, unten zum Lesen 🙂

Kurz nach 22.00 Uhr waren die letzten Studiogäste gegangen und sie machten sich auf den Nachhauseweg. Hannes bot Martin und allen Engeln an, dass sie bei ihm wohnen können, solange die Werkstatt nun eine Baustelle war. Sie nahmen alle dankbar an. Klara war etwas aufgeregt, der Elohim war ja schon in ihrer Wohnung und sie wusste gar nicht, ob sie sich freute oder Angst hatte. „Kommt ihr alle noch mit zu mir?“, fragte sie daher. Und natürlich wollten alle noch mitkommen. Selbst die Erzengel und Theo und Luisa waren gespannt, wie sich der Elohim in einer menschlichen Wohnung zeigte. Immerhin bekamen sie ihn selbst in der Engel-Welt nicht so oft zu Gesicht.

Als Klara die Tür öffnete kam ihnen schon ein warmer Lichtschein entgegen. Sie trafen den Elohim im Wohnzimmer an. Er saß auf dem Sofa, hatte Umrisse wie ein größerer Mensch, war aber nicht so fest und menschlich wie die Erzengel und die Engel. Seine Energie nahm alle sofort in ihren Bann. Die ganze Wohnung war erfüllt von Weisheit und Liebe. Und sie sahen, dass er lächelte. „Da bin ich nun“, sagte er. „Ich habe mich schon ein wenig vertraut gemacht und wenn es die Wohnungsbesitzerin nicht stört, würde ich alles von hier aus begleiten. Vor allen Dingen werde ich an allen Orten, an denen jetzt die Projekte entstehen, anwesend sein, damit die Dunklen gar nicht erst auf dumme Ideen kommen. Somit könnten Michael und Raphael morgen wieder zurückkommen. Wir lassen sie noch über Nacht in Bangladesch, damit sie alles erklären können, aber dann sollen sie wieder hierherkommen. Ich habe das Gefühl, dass wir in wenigen Tagen eine Menge Orte betreuen müssen. Aber die Dunklen können uns nun nichts mehr anhaben. Die werde ich in Schach halten.“

Klara hätte zu gerne gefragt, wie er das zu tun gedachte, da er doch auf ihrem Sofa saß, aber sie traute sich nicht und hoffte, dass er ihr vielleicht in der nächsten Zeit noch mehr erklären würde. Sie wohnten nun ja zusammen.

„Gut, dann werden wir uns auf den Weg zu mir machen“, sagte Martin und winkte die Engel und Martin zur Tür. Morgen haben wir einen weiteren anstrengenden Tag und ich möchte gerne im Sender sein, wenn die Juristen eintreffen. Wir müssen vorher ja noch einiges besprechen.

In Hannes Wohnung gab es genügend Platz für alle. Sie waren so müde, dass sie sich sofort schlafen legten. Die Engel schliefen auch sofort. Hannes und Martin allerdings lagen noch eine Weile wach und ließen den Tag noch einmal Revue passieren. „Ich hatte schon immer ein umtriebiges Leben“, sagte Hannes. „Aber seit deinem Anruf habe ich das Gefühl, ich lebe in einer Achterbahn. Das ist wirklich ein absolutes Gefühlschaos. Und ich habe das alles ja noch gar nicht realisiert. Liegen drüben im Wohnzimmer tatsächlich drei Erzengel und zwei Engel? Und auf Klaras Sofa sitzt ein Elohim? Das ist doch verrückt. Wenn mir das vor drei Tagen jemand erzählt hätte, hätte ich denjenigen ausgelacht. Sowas passiert doch nur im Märchen“, sagte Hannes. Martin murmelte schläfrig: „Oder zu Zeiten des Weihnachtswunders.“ Und dann war er auch schon eingeschlafen.

Im Sender war in der Früh schon Hochbetrieb. Zwölf ehemalige Richter, Rechtsanwälte und Notare spazierten fachsimpelnd herum und waren schon zu Höchstform aufgelaufen, als Martin, Hannes, Klara und die Engel eintrafen. Alle zwölf waren in Würde ergraut und man hatte das Gefühl, dass sie alles, was sie zu sagen hatten, in reinstem Juristendeutsch ausdrückten. Hannes hörte sich das eine Weile an und sagte dann: „Leute, so geht das nicht! Das muss lockerer sein. Wenn ihr in den Menschen den Eindruck erweckt, dass die gleich mit juristischen Schritten bedroht werden, wird der Andrang bald nachlassen.“ Das sind keine Käufer oder Verkäufer, das sind nette Menschen, die helfen wollen.“

„Nun denn, aber die rechtlichen Grundlagen müssen eben besprochen werden“, sagte ein ehemaliger Richter. „Ja, aber nicht im ersten Gespräch“, erwiderte Hannes. Es geht nun darum, dass hier Menschen anrufen, die eine Idee haben, und die wollen sie erzählen. Da gilt es erst einmal zuzuhören und Notizen zu machen. Wer sind denn die lockersten von euch?“, fragte er. Alle zwölf schauten etwas verdutzt. „Woran, denken sie, können wir das festmachen?“, fragte einer der Herren. Hannes raufte sich die Haare. Wie konnten kluge Menschen nur so begriffsstutzig sein?

Phanuel ergriff das Wort: „Wie viele der ehrenwerten Herren brauchen wir für die Telefonzentrale?“ Hannes dachte kurz nach. „Ich denke sechs sollten genügen. Und die anderen sechs könnten die Gesprächsprotokolle von gestern durchschauen.“ Phanuel schaute jeden der Herren an und teilte sie in zwei Gruppen. „Diese Gruppe hier sind die Herren für die Telefonzentrale. Und diese Gruppe hier, macht sich über die Protokolle her.“ In Ermangelung einer besseren Lösung waren alle einverstanden.

Hannes rieb sich die Stirn. „Gut, wir arbeiten von jetzt bis 14.00 Uhr und dann treffen wir uns in der Kantine. „Klara, würdest du mit den sechs Herren die Telefonzentrale organisieren?“ Klara stimmte freudig zu. Das würde ihr einen Riesenspaß machen. „Phanuel, Gabriel und Uriel, könnt ihr bitte bei den Protokollen helfen, bzw. gleich die interessantesten Anrufe von heute aussortieren, sodass wir nachher besprechen können, wen wir für heute Abend einladen?“  Die drei Erzengel waren einverstanden. Für sie war das recht leicht, denn sie konnten die Energie in den Protokollen spüren. Aber die Menschen sollten das auch ohne sie können. Sie würden ja nicht immer hier sein. Aber sie würden dafür sorgen, dass die besten Ideen heute Abend in die Sendung kamen.

Martin schaute etwas verwirrt. „Und was machen wir?“ Hannes grinste. „Dich, Theo und Luisa brauche ich jetzt im Besprechungsraum. Da kommt gleich eine phänomenale Überraschung“, sagte er. Während sie die langen Gänge zum Besprechungsraum entlang gingen sagte Hannes: „Bin ich froh, dass Klara in der Telefonzentrale mitarbeitet. Ich hätte echt Bedenken, ob die trockenen Herren nicht unsere Anrufer vergraulen. Wir werden das heute Abend dazu sagen müssen. Die Anrufer sollen sich ein Glas Wasser neben das Telefon stellen, es könnte etwas trocken werden.“ Hannes lachte schallend über seinen eigenen Witz. Auch Martin grinste. Für Theo und Luisa war diese Art von Humor fremd, aber sie lächelten höflich.

Im Besprechungsraum warteten bereits drei Herren und zwei Damen. Es stellte sich heraus, dass diese alle Programmdirektoren von verschiedenen Fernsehsendern waren. Einer war aus England, eine Dame kam aus Israel, eine weitere Dame kam aus Australien, ein Herr aus China und einer aus Johannesburg. Sie alle wollten das neue Format in ihre Sender aufnehmen. Hannes war ganz in seinem Element und schilderte in leuchtenden Farben die Idee hinter dem Format. Sie einigten sich darauf, dass sie nichts an den Sender von Hannes bezahlen mussten, aber alle Einnahmen – abzüglich aller Kosten – in die Projekte fließen lassen sollten. Alle fünf waren einverstanden. Hannes zog sich mit Martin, Theo und Luisa kurz zu einer internen Besprechung zurück. „Was sagt ihr dazu?“ fragte er und rieb sich die Hände. „Jetzt wird es wirklich international.“ Martin war ein wenig zurückhaltender. „Aber wie sollen wir sicherstellen, dass das dort auch funktioniert?“, fragte er.

Hannes wuschelte sich durch die Haare. „Fünf Sender, fünf Erzengel…“, sagte er nur. „Wir sollten die fünf Erzengel fragen, ob sie bereit wären, jeweils für zwei, drei Tage in den jeweiligen Sender zu reisen. Wir haben noch zehn Tage bis Weihnachten. Da kann noch wahnsinnig viel geschehen. Und außerdem werden wir lernen müssen, loszulassen. Wenn das eine weltweite Initiative der Nächstenliebe sein soll, können wir das unmöglich alles kontrollieren. Wir dürfen jetzt anfangen zu vertrauen. Wenn diese fünf Sender soweit sind, dass alles klappt, können sie wieder andere Sender einschulen…und so weiter.“

Für Martin ging das alles sehr schnell. „Gut, aber wir sollten zumindest mit den drei Erzengeln sprechen, die gerade hier sind. Luisa, könntest du Gabriel, Phanuel und Uriel rasch hierherholen? Dann können wir sie fragen, ob sie einverstanden sind.“ Luisa machte sich sofort auf den Weg und kam wenige Minuten später mit den Erzengeln zurück. Diese hörten gespannt zu und erklärten sich sofort bereit, die Einschulungsarbeiten zu übernehmen. „Sagt mal, seid ihr da oben auch so knapp mit Personal?“, fragte Hannes und grinste.

Phanuel schüttelte den Kopf. „Nein, so knapp sind wir nicht. Aber die anderen Erzengel werden oben gebraucht. Aber wenn wir noch Engel holen wollen, davon können wir oben sicher einige entbehren“, sagte er. Luisa und Theo staunten mit offenem Mund. Es würden noch mehr Engel auf die Erde kommen? Wie würden sie das anstellen?

Phanuel lieferte sogleich auch die Antwort: „Ihr beiden reist heute noch zurück in die Engelwelt und sucht zehn weitere Engel aus. Die Großen werden euch dabei helfen. Am besten bleibt ihr heute und über Nacht oben und kommt morgen früh mit den frischen Engeln herunter. Den morgigen Tag verbringt ihr dann mit Elohim, der die frischen Engel einweist. Und ihr seid dabei und unterstützt ihn.“

Das klang für alle nach einem sehr guten Vorschlag. Luisa und Theo waren einerseits traurig, dass sie den heutigen Tag verpassen würden. Auf der anderen Seite freuten sie sich auch, sich oben ein wenig auszuruhen. Es war schon sehr hektisch in der Menschenwelt.

Und wie es weitergeht, erfahrt Ihr morgen.

Ich wünsche Euch allen ein gute Nacht und wunderschöne Träume

Manou

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