Die letzten Tage des Jahres und Ravenroost Ridge

Die letzten Tage des Jahres sind bereits angebrochen. Was ist nun noch zu tun? Es soll doch nichts Belastendes ins Neue Jahr mit hinübergenommen werden. Daher bekommst du heute eine Liste, die dir hilft, die letzten Dinge abzuschließen.

Die letzten Tage des Jahres

So, es ist soweit. Die letzten Vorbereitungen für den Jahreswechsel sind in vollem Gange. Und es ist unglaublich wichtig, dass du nichts unnötig Belastendes mit ins Neue Jahr nimmst. Hier also eine kleine Liste zur Inspiration:

  • Hast du alle Rechnungen bezahlt?
  • Alles Geliehene zurück gebracht?
  • Hast du Klamotten, die dir nicht stehen, aus dem Schrank verbannt?
  • Alles aufgeschrieben, was du loslassen möchtest?
  • Alles weggeschmissen oder verschenkt, was nur im Weg herumsteht?
  • Deinen Schreibtisch aufgeräumt?
  • und alles, was dich sonst noch belastet, erledigt…?

Es ist nämlich ein unglaublich gutes Gefühl nichts davon mit ins Neue Jahr zu nehmen!

Und damit du dich nicht schlecht fühlst: Bei mir stehen heute auch noch beide Schreibtische an und der Schrank…ich bin nämlich auch noch nicht fertig. Aber wir haben ja noch heute und morgen Zeit 🙂

Und jetzt gehen wir nach Ravenroost Ridge

Sechster Teil von Ravenroost Ridge

Nicht lange nach diesem Gedanken erschien Sophie wieder in der Tür. „Wo möchten sie ihren Lunch einnehmen, Lady Tomma?“, fragte sie. Tomma überlegte kurz und entschied sich dann für das Speisezimmer. „Unglaublich wie schnell der Vormittag verflogen ist“, murmelte sie noch, als sie sich auf den Weg ins Speisezimmer machte.

Sophie servierte eine grüne Suppe, die Tomma erst einmal vorsichtig kostete. Sie schmeckte vorzüglich. Allerdings konnte Tomma nicht herausschmecken, aus welchen Zutaten sie bestand. Es waren zu viele würzige Noten. Sie würde Sophie fragen, wenn sie den Salat brachte. Bis dahin hatte Tomma sich sogar noch ein zweites Mal den Teller gefüllt. Die Suppe war hervorragend und Tomma spürte, wie sich die Wärme in ihrem Bauch wohlig ausbreitete.

Als Sophie mit dem Salat den Raum betrat, fragte Tomma: „Sagen sie Sophie, aus welchen Zutaten besteht die Suppe? Die ist unglaublich köstlich und ich habe das Gefühl, als würde sie mich bis in den hintersten Winkel erwärmen und stärken.“ Sophie lächelte geheimnisvoll. „Auch wir Hausdamen haben unsere Fähigkeiten und unsere Aufgabe ist es, unsere Ladies so gut wie möglich bei Kräften zu halten. Meine Stärke ist es, dass ich mich mit Kräutern und Pflanzen sehr gut auskenne und eine innere Stimme mir sagt, was gerade gebraucht wird.“

Tomma nickte mit offenem Mund. „Das ist sehr beeindruckend, liebe Sophie“, sagte sie nur und fühlte sich dabei ein wenig schlecht, weil sie ganz offensichtlich die Einzige in Ravenroost Ridge war, die ihre Kräfte nicht kannte. Oder noch schlimmer, die vielleicht gar keine Kräfte hatte. In diesem Moment überfiel sie eine heftige Angst. Was war, wenn sich herausstellen würde, dass sie über gar keine Kräfte verfügte? Würde man sie dann mit Schimpf und Schande aus dem paradiesischen Ravenroost Ridge verjagen?

Sophie wollte gerade das Speisezimmer verlassen, aber Tomma rief sie noch einmal zurück. „Sophie, was passiert, wenn ich feststelle, dass ich keine Kräfte habe?“ fragte sie und die Angst war in ihrer Stimme zu hören. Sophie schüttelte lächelnd den Kopf. „Das kann nicht passieren, Lady Tomma, da sie schon sehr lange angekündigt sind. Sie werden, wie alle anderen hier auch, ihre Fähigkeiten finden. Doch geben sie sich ein wenig Zeit. Sie sind ja gerade erst angekommen.“

Mit diesen Worten verschwand Sophie und Tomma aß ihren Salat. Aber im Gegensatz zu vorhin war sie nicht mehr ganz bei der Sache. Sophies Worte klangen zwar beruhigend, erreichten sie aber nicht wirklich. Sie würde heute Abend beim Dinner Andrea fragen, wie sie es geschafft hatte, ihre Kräfte zu finden. Mit diesem Gedanken wandte sich Tomma wieder ihrer Lektüre zu. Sie freute sich auf das Abendessen mit Andrea.

Der Nachmittag verflog rasch und Tomma machte sich fünf Minuten vor sieben auf den kurzen Weg zu Andreas Haus. Tatsächlich waren es nur ein paar Schritte. Tomma nahm sich vor, morgen einen Spaziergang durch Ravenroost Ridge zu machen. Andreas Hausdame öffnete die Tür. Tomma erkannte sie sofort. Sie war gestern Abend bei ihr gewesen, um Sophie beim großen Dinner zu unterstützen. Freundlich lächelten sie einander an.

„Gute Abend Lady Tomma. Lady Andrea freut sich schon, sie heute begrüßen zu dürfen.“ Dabei nahm sie Tomma ihren dünnen Umhang ab und zeigte in die Richtung, in der Andrea wohl zu finden war. Doch da kam sie ihr auch schon entgegen. „Willkommen in Raven Mansion“, sagte sie und ging lachend auf Tomma zu. Da Andrea sehr groß und hager war, musste Tomma zu ihr aufschauen als sie erwiderte: „Danke für die Einladung. Ich habe mich schon den ganzen Tag darauf gefreut, dich heute besser kennenzulernen.“ „Ja, das war eine phantastische Idee von Thaddea, dass wir so einander kennenlernen können. Wenn zwölf Leute um einen Tisch sitzen, ist es nicht möglich, sich in Ruhe zu unterhalten. Komm nur weiter.“

Raven Mansion war innen völlig anders ausgestattet als Tommas Rose Mansion. Andrea führte sich geradeaus, an der Küche vorbei in eine Art Orangerie. Diese hatte nichts gemein mit den Wintergärten moderner Häuser, sondern es war wirklich die Heimat vieler tropischer Pflanzen. Überall wuchsen Zitronen- und Orangenbäume an den Glaswänden hinauf. Mitten in diesem grünen Gewimmel stand der Esstisch, der bereits gedeckt war.

Andrea war Tommas Blicken gefolgt und lachte. „Ja, hier verbringe ich die meiste Zeit. Ich liebe die Atmosphäre hier in der Orangerie. Es ist so wild und ungezähmt. Dort hinten steht sogar mein Schreibtisch.“ Tomma folgte mit den Blicken ihrer Handbewegung und tatsächlich: Unter ausladenden Pflanzen stand ein Schreibtisch mit einer Menge Bücher, Papier und Stiften. Die Orangerie war sehr groß und wirkte wiederum wie eine andere Welt. „Ich hatte nicht gedacht, dass ich heute einen Ausflug in den Dschungel machen werde. Es ist einfach wundervoll hier“, sagte Tomma und wusste gar nicht wohin sie zuerst schauen sollte. So viele liebevolle Details waren überall zu sehen.

Doch obwohl ihre Augen nur Schönheit erblickten, bemerkte Tomma plötzlich, dass ein Gefühl von Verlassenheit, Trauer und Angst in ihr aufstieg. Noch während sie versuchte, diesem Gefühl Herr zu werden, deutete Andrea bereits auf den Esstisch und lud Tomma ein, sich zu setzen. Wie automatisch tat sie dies auch. Doch das Gefühl wurde immer stärker und als Andrea begann, mit ihr zu sprechen, sah sie zwar, dass Andreas Lippen sich bewegten, doch kämpfte sie mit der Flut an Gefühlen, die in ihr aufstiegen und sie fast ohnmächtig werden ließen. Was geschah nur mit ihr? In Tomma stieg Panik auf. Sie wollte sprechen, aber kein Wort kam aus ihrem Mund.

Andrea erkannte ziemlich schnell, dass mit Tomma etwas nicht stimmte und zog sie vom Stuhl auf den Boden, damit sie sich hinlegen konnte. „Du liebe Güte. Das ging aber schnell“, sagte Andrea. Liegend konnte Tomma zwar verstehen, was gesagt wurde, aber sie hatte nicht die Kraft zu antworten. „Julia, bringen sie bitte feuchte Tücher und ein Glas Wasser“, rief Andrea noch und in diesem Moment wurde Tomma ohnmächtig.

Tomma wusste nicht, wieviel Zeit vergangen war, als sie die Augen wieder aufschlug. Sie lag immer noch in der Orangerie, aber mittlerweile auf einem Sofa, das sie zuerst gar nicht gesehen hatte. Um sie herum standen Andrea, Thaddea, Jacky und eine Frau, in der Tomma Joanna zu erkennen glaubte. So genau konnte sie sich den Namen nicht merken.

Tomma bemerkte die Erleichterung auf den Gesichtern der Frauen, als sie wieder zu Bewusstsein kam. Thaddea setzte sich ans Kopfende der Couch und massierte Tommas Schläfen. Andrea, Jacky und Joanna zogen sich Stühle vom Esstisch heran und versammelten sich ebenfalls nun sitzend um Tomma. „Was ist passiert?“, fragte Tomma und versuchte sich aufzusetzen. Doch Thaddea drückte sie sanft wieder auf das Kissen. „Das wissen wir nicht genau, aber wir vermuten, dass deine Kräfte eingesetzt haben“, sagte Joanna.

Tomma war plötzlich wie elektrisiert. „So fühlt sich das an, wenn die Kräfte einsetzen?“, fragte sie und dachte mit Grauen daran, dass sie diese Zustände nun wohl öfter erleben müsste. „Wir wissen es nicht genau. Normalerweise ist es nicht ganz so dramatisch. Aber komm erst einmal in Ruhe zu dir“, sagte Joanna noch.


Und morgen geht`s weiter.

Ganz liebe Grüße in deinen Tag

Manou

Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Ravenroost Hall

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Ravenroost Hall

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen