Es liegt an dir und Ravenroost Ridge

Es liegt an dir, was du für das kommende Jahr manifestierst. Du erschaffst deine Welt und nur du hast die Möglichkeit, diese zu verändern. Das Leben mag dir hin und wieder Knüppel zwischen die Beine werfen, aber es ist deine Entscheidung wie du darauf reagierst. Jeder Mensch erlebt seine Prüfungen und Rückschläge. Und jeder Mensch hat seine eigenen Ängste. Es ist nur die Frage, wie du damit umgehst.

Es liegt an dir

Es ist jetzt die Zeit, alles was dich behindert hat im vergangenen Jahr zu reflektieren und die Intentionen für das kommende Jahr zu setzen. Die Welt dreht sich und das tut sie, unabhängig davon, was du tust. Aber du hast maßgeblichen Einfluss darauf, wie du dein Leben gestaltest. Viel zu viele Menschen geben ihre Macht ab und fühlen sich als Opfer des Schicksals. Dabei ist es möglich – egal wo du gerade stehst – die Weichen neu zu stellen. Es liegt an dir!

Betrachte alles als einen Lernprozess

Wenn in deinem Leben bisher Vieles schief gegangen ist, beklage es nicht, sondern betrachte es als einen Lernprozess. Wie hast du bisher darauf reagiert und wie kannst du besser handeln? Natürlich ist es oftmals leichter und bequemer andere Menschen für das Unglück verantwortlich zu machen. Aber denke daran, wenn du die Verantwortung abgibst, gibst du auch die Macht ab. Es liegt also an dir! 

Und nun auf nach Ravenroost Ridge 🙂

Vierter Teil von Ravenroost Ridge

Tomma atmete tief durch. Dabei wanderte ihr Blick durch die Bibliothek. Hier also sollte sie nun also ihre Fähigkeiten finden. Die Menge an Büchern war unüberschaubar. Sie hatte keine Ahnung wann sie diese alle lesen sollte. Gedankenverloren griff sie zu einem weiteren Sandwich. Sie hatte wirklich Hunger und die Ruhe, die sie jetzt umfing, tat ihr gut. Und eines wunderte sie am meisten. Sie fühlte sich auf seltsame Weise ruhig und angekommen, obwohl sich ihre Gedanken im Kreis drehten. Es war, als ob es eine innere Gewissheit in ihr gab, dass alles, sei es auch noch so surreal und verrückt, seine Richtigkeit hatte.

Tomma schüttelte den Kopf. Immer noch hatte sie die Befürchtung, dass sie bald aufwachen würde und sich herausstellte, dass dies alles nur ein Traum war. So etwas passierte doch im echten Leben gar nicht. Alleine die Tatsache, dass hier alle scheinbar über sie Bescheid wussten, war höchst befremdlich. Aber all dies würde sich hoffentlich beim Dinner klären.

Tomma stand auf und stieg langsam die breite Treppe hinauf zu den Zimmern, die ihr Thaddea vorhin gezeigt hatte. Langsam schlenderte sie noch einmal durch all die behaglichen Räume. Sie wusste gar nicht, was sie mit so vielen Räumen anfangen sollte, aber im Lauf der Zeit würde es ihr vielleicht gelingen, sie mit Leben zu erfüllen. Am meisten liebte sie bereits die Suite, die aus ihrem privaten Wohnzimmer, dem Schlafzimmer und Ankleidezimmer mit Bad bestand. Das wäre eigentlich völlig ausreichend für sie. Die anderen Zimmer würde sie sich irgendwann einmal vornehmen. Verwundert stellt sie fest, dass sie bereits Pläne für ihr Leben in Ravenroost Ridge machte, obwohl alles noch höchst mysteriös war und sie nicht die geringste Ahnung hatte, was man hier von ihr erwartete. Ebenso wenig wusste sie, ob das hier alles mit rechten Dingen zuging. Doch auf eine seltsame Art und Weise war ihr das gleichgültig.

In ihrem Schlafzimmer nahm ein riesiges Himmelbett mit rosa und weißen Stoffen den meisten Platz ein. Es war voller gemütlicher Kissen und Polster. Auch hier befand sich eine zierliche Sitzgruppe aus zwei Sesseln und einem kleinen Sofa auf der anderen Seite. Obwohl alles in diesen Räumen höchst opulent war, war es weder düster noch verstaubt. Durch die hellen Farben wirkte es sonnig und freundlich.

Tomma betrat noch einmal das Ankleidezimmer. Alle Kleidungsstücke entsprachen vollkommen ihrem Geschmack. Leinenanzüge, bestehend aus Marlene-Hosen und Blazer, weite schwingende Kleider, enge Etuikleider für den Abend. Doch nirgendwo konnte sie so ein bonbonfarbenes Ensemble entdecken, wie Thaddea, Phillipa und Jacky heute getragen hatten. Tomma atmete auf. Sie hatte schon befürchtet, dass dies der Dresscode hier in Ravenroost Ridge sei. Als Tomma im Badezimmer angekommen war, entschloss sie sich, ein Bad zu nehmen. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass sie genügend Zeit hatte.

Sie konnte baden und sich noch ein wenig sammeln. Außerdem hatte sie das Bedürfnis, alle Erinnerungen aus dem Gerichtssaal von sich abzuwaschen. Der Hahn entließ einen dicken Strahl heißen Wassers und neben der Wanne, auf einem kleinen Tischchen, standen jede Menge Badesalze, Schaumbäder, Seifen und Shampoos. Rasch war sie aus ihren Kleidern geschlüpft, legte sich zwei der flauschigen Handtücher neben die Wanne und genoss das heiße Wasser, das ihren Körper umströmte. „Was für ein verrückter Tag“, dachte sie immer wieder.

Je länger Tomma in der Badewanne lag, umso mehr erfüllte sich ihr Gemüt mit Zufriedenheit. Sie konnte sich nicht erinnern, dass sie sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren jemals so ruhig und richtig gefühlt hatte. Fast störte es sie auch gar nicht mehr, dass sie immer noch nicht die geringste Ahnung hatte, warum sie eigentlich hier war. Aber es war wunderbar hier in diesem Haus. Wenn Rob nicht so auf moderne Einrichtung mit viel Glas, Edelstahl und Sichtbeton erpicht gewesen wäre, hätte sie sich so eine alte Villa ausgesucht. Doch all die Jahre galt stets Robs Wort und seine Meinung.

Wie verrückt sie gewesen sein musste, dass sie dies alles mitgespielt hatte. Hier in diesem nostalgischen Badezimmer war sie in ihrer Welt angekommen. Über diesen Gedanken musste sie schmunzeln. War sie wirklich in ihrer Welt angekommen? War Ravenroost Ridge ihre Welt? Thaddea hatte gesagt, dass ihr eines Tages ihr Leben einmal vorkommen würde, wie eine einzige Vorbereitung auf Ravenroost Ridge und ihre Aufgabe. Das kam ihr vor einer Stunde noch völlig absurd vor, doch gerade jetzt, in diesem Moment, konnte sie einen flüchtigen Zipfel des Verstehens erhaschen.

Nach dem Bad suchte Tomma sich in dem perfekt ausgestatteten Ankleidezimmer ein wunderschönes cremefarbenes Ensemble aus Marlene-Hose und passendem Shirt aus. Selbst die Unterwäsche passte wie angegossen. Das war doch alles merkwürdig. Merkwürdig und märchenhaft zugleich. Aber wahrscheinlich war alles Märchenhafte merkwürdig, wenn es einem selbst geschah.

Vor gefühlt einem Augenblick war sie de facto noch obdachlos und wollte sich ein Hotelzimmer suchen, und nun sollte sie für immer in dieser traumhaften viktorianischen Villa in einem unermesslich großen Park wohnen. Sie trat dabei ans Fenster und sah hinaus. Der Park war voller gemütlicher Ecken, in denen Sitzbänke angeordnet waren. Überall wuchsen riesige Bäume mit dichtem Blätterdach und spendeten Schatten. Das Laub begann sich schon langsam zu verfärben und strahlte im Sonnenlicht.

Plötzlich fiel ihr wieder der Anblick von Rob und der Richterin ein, wie sie voller Selbstzufriedenheit und Vertrautheit die Treppe hinuntergeschlendert waren. Offensichtlich war es tatsächlich, wie Thaddea gesagt hatte, ein abgekartertes Spiel gewesen. Es war einfach unglaublich. Kurz dachte Tomma an ihr Zuhause in Chelsea. Sie hatte es heute Morgen verlassen und schon da war ihr klar gewesen, dass sie wahrscheinlich nicht mehr zurückkommen würde. Nicht ohne Grund hatte sie ihre wertvollsten Dinge schon vor Wochen in einem Bankschließfach untergebracht. Alles was sie nun bei sich hatte, war ihre Handtasche, ihre Geldbörse mit allen Karten und ihr Notizbuch. Selbst die Hausschlüssel musste sie heute der Richterin, Robs Geliebter, übergeben.

Tommas Magen verkrampfte sich bei der Vorstellung, wie diese ihr, der Rivalin, den Schlüssel abgenommen hatte. Daher also das sardonische Lächeln, das sie dabei aufgesetzt hatte. Es musste ein unglaubliches Gefühl des Triumphes gewesen sein! Und Rob, der wieder einmal Andere für sich die Drecksarbeit machen ließ, grinste ebenfalls voller Genugtuung. Was für eine widerliche Farce diese ganze Verhandlung gewesen war! Ein abgesprochenes Spiel, bei dem es einen Verlierer und scheinbar zwei Gewinner gab. „Zum Teufel mit Rob und seinen Mätressen!“, zischte Tomma nun laut vor sich hin.

Sie hatte genug. Er hatte sie fünfundzwanzig Jahre lang gedemütigt und benutzt, um sie nun wie einen alten Scheuerschwamm zu entsorgen. Sie würde nun alles daransetzen, hier in diesem wunderbaren Haus ihre Aufgabe zu finden und sich als würdige Bewohnerin von Ravenroost Ridge zu erweisen. Hier war sie endlich angekommen.

Als sie so frisch gebadet und angekleidet das Wohnzimmer betrat, sah sie, dass im Kamin Holz nachgelegt war und eine weitere Kanne Kaffee und Scones auf dem Tischchen neben dem Kamin standen. Wie aufmerksam von Sophie.

Tomma setzte sich und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein. Es war einfach nur herrlich. Und als sie merkte, dass die Müdigkeit immer drängender wurde, legte sie sich einfach auf das Sofa und schlief sofort ein. Gefühlt wenige Minuten später klopfte es an der Tür und Sophie trat ein. „Lady Tomma, bitte entschuldigen sie die Störung, jedoch warten die Damen unten bereits auf sie.“ Tomma sprang entsetzt auf. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass sie mehr als drei Stunden geschlafen hatte. „Oh mein Gott! Ich mache mir nur kurz die Haare und komme sofort.“ Sophie lächelte. „Sehr wohl Lady Tomma! Ich richte es aus.“ Tommas Herz raste. Der erste Termin in Ravenroost Ridge und sie hatte ihn verschlafen. Wie peinlich! Schnell strich sie die zerknitterte Kleidung ein wenig glatt, ordnete die Haare, legte ein wenig Puder auf und machte sich dann auf den Weg nach unten. Schon auf der Treppe hörte sie lautes Stimmengemurmel, das sofort verstummte, als sie den Raum betrat.

Alle saßen bereits um den Tisch. Thaddea wies ihr einen Platz am Kopfende des Tisches zu. Tomma schaute schüchtern in die Runde, doch sie sah nur freundlich lächelnde, offene Gesichter. „Bitte entschuldigt. Ich war eingeschlafen“, murmelte Tomma nur. Eine etwas hagere und sehr große Frau stand auf und sagte: „Liebe Tomma, das macht gar nichts. Wir wissen, dass du unglaublich erschöpft sein musst. Zunächst wollen wir dich hier in Ravenroost Ridge noch einmal herzlich begrüßen. Ich bin Andrea und deine direkte Nachbarin. Mein Haus ist gleich links, wenn du aus der Tür trittst. Wir hoffen, dass du in Rose Mansion eine Heimat finden wirst.“

Tomma schaute ein wenig verwirrt und Andrea ergänzte. „Rose Mansion ist der Name deines Hauses.“ Tomma nickte. Sie hatte die Rosen am Eingang heute Morgen gesehen. „Bevor wir mit dem Dinner starten, möchte ich dir den Stress nehmen, dass du dir heute alle Namen und Geschichten merken musst. Sei ganz entspannt. Wir haben gerade besprochen, dass du in den nächsten elf Tagen jeweils zu einer von uns zum Dinner kommst. Dies gibt dir die Gelegenheit, uns alle viel persönlicher kennenzulernen. Auf jeden Fall möchte ich dir sagen, dass jede der Ladies hier genau diese Situation erlebt hat, die du gerade erlebst.“

Dabei machte sie eine Handbewegung über die Tafel und alle anwesenden Frauen nickten. „Keine von uns wusste von ihrer Bestimmung, bevor sie nach Ravenroost Ridge kam. Wir können deshalb perfekt verstehen, wie es dir gerade geht. Jede von uns musste sich zunächst einmal von ihrem alten Leben verabschieden und hier Fuß fassen. Daher hast du die nächsten Wochen einfach Zeit, hier alles kennenzulernen. Es wäre natürlich schön, wenn du bereits jetzt schon die Bibliothek nutzt, um dich weiterzubilden und möglichst rasch deine Aufgabe zu finden. Die Gespräche mit uns werden dir dabei sicherlich helfen.“

Andrea machte eine Pause. Tomma hatte aufmerksam zugehört und nickte. Es war sehr beruhigend zu wissen, dass alle, die um diesen Tisch versammelt waren, die gleichen oder ähnliche Erfahrungen wie sie selbst gemacht hatten. Außerdem wirkten sie alle ausgesprochen nett und das Gefühl eines Fremdkörpers, das Tomma beim Betreten des Raumes verspürt hatte, wich langsam einer freudigen Erwartung. „Aber jetzt wollen wir essen“, rief Thaddea freudig in die Runde und klatschte in die Hände. In diesem Moment betraten Sophie und weitere livrierte Damen den Raum und trugen das Essen auf.

Das Dinner war vorzüglich. Tomma aß mehr, als sie normalerweise aß. Heute saß ja Rob nicht neben ihr, der sie bei jedem Bissen an ihre Figur erinnerte und sie darauf hinwies, dass sie nicht so schlingen sollte. Sie hatte Hunger und sie ließ es sich schmecken. Die elf anderen Frauen schwatzen fröhlich, doch Tomma nahm das alles gar nicht so genau wahr. Sie war mit sich und ihren Gedanken beschäftigt. Obwohl alles so unerklärlich war, fühlte sie sich wohl. Das Gemurmel der anderen Frauen vermischte sich mit dem Geschmack der Speisen zu einer seltsam stimmigen Komposition. Tomma war zuhause.


Und morgen geht`s weiter

Ganz liebe Grüße in deinen Tag

Manou

Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!

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