Hätte, sollte, würde, täte… all diese Konjunktive können uns den Schlaf rauben. Was sollte ich tun? Was hätte ich getan haben sollen? Was würde ich denn tun, wenn es gerade passen täte? Wir drehen uns mit den Gedanken oft im Kreis und machen dadurch die fragliche Sache immer komplizierter. Es ist wie wenn man in einem Spinnennetz gefangen ist. Doch was kann man tun, wenn man schon mitten in dieser klebrigen Angelegenheit steckt und alle Möglichkeiten, die man sich vorstellt, nur noch mehr Fragen aufwerfen? Was kann man tun, wenn sich die Gedanken dauernd im Kreis drehen und man nicht in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen?

Punkt 1: Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung!

Wenn wir uns nicht entscheiden, entscheidet oftmals wer Anderer für uns, oder das Leben an sich. Es ist definitiv eine Entscheidung sich nicht zu entscheiden! Dies wird viel zu oft unterschätzt. Die Zeit schreitet bekanntlich voran – naja, zumindest in unserer linearen Vorstellung der Zeit – und Dinge und Umstände nehmen eine Eigendynamik an. Was wir nicht entschieden haben, muss plötzlich nicht mehr entschieden werden, weil sich die Umstände verändert haben. So kann man durchaus entscheidungsfrei durchs Leben gehen. Die Frage, die jedoch aufkommt ist: Werde ich dann schlussendlich dahin kommen, wohin ich gerne möchte? Oder werde ich am Ende meines Lebens feststellen, dass ich nur re-agiert habe?

Punkt 2: Drei Schritte zurück gehen – mindestens!

Wenn wir vor einer Entscheidung stehen und schon lange darüber nachdenken, sind wir bereits so in unserem Prozess verfangen, dass wir vor lauter Bäume meist den Wald nicht mehr sehen. Da ist es außerordentlich hilfreich, wenn wir das alles noch einmal rückabwickeln und uns folgende Fragen stellen?

  • Was war der Anfang der Gedankenschlaufe?
  • Wie kam ich eigentlich auf die Idee, dass ich etwas verändern möchte?
  • Was waren die Punkte, die mich damals gestört haben?
  • Sind diese Punkte überhaupt noch existent?
  • Was wäre, wenn alles so bliebe?
  • Haben sich ander Faktoren in die Entscheidungsfindung eingeschlichen?
  • Habe ich in der letzten Zeit wirklich nur über die Auswirkungen der Entscheidung für mich nachgedacht?
  • Oder habe ich ständig darüber gegrübelt, was die Entscheidung für andere Menschen bedeuten würde?
  • Ist mir bewusst, dass ich zunächst einmal für mich selbst Klarheit schaffen muss, bevor ich über andere Menschen nachdenke?
  • Weiß ich denn tatsächlich, was die Entscheidung für andere Menschen bedeuten würde, oder projiziere ich da nur meine eigenen Ängste hinein und nutze dies als Vorwand?
  • Habe ich Angst vor den Reaktionen anderer Menschen?
  • Habe ich Angst vor meinem eigenen Mut?

Punkt 3 – schriftlich denken!

Es hilft ungemein, wenn man schriftlich denkt. Ob man aus den Gedankengängen nun einen Fließtext produziert, oder einfach nur eine Liste mit Stichwörtern, ist egal. Wichtig ist, dass man die Gedanken nach außen bringt – externalisiert – damit man sie sich anschauen kann. Solange sich dies alles nur im Kopf dreht, fühlt es sich nach einiger Zeit an wie ein Pudding. Sobald man die Gedanken nach außen bringt, werden sie klarer und Du kannst erkennen, wo sich die Schleifen befinden.

Punkt 4 – Mit einem neutralen Menschen darüber sprechen

Gleich vorweg: Es ist zunächst meist sinnlos mit einem Menschen darüber zu sprechen, der direkt oder indirekt von der Entscheidung betroffen ist. Indirekt kann auch heißen, dass es diesem Menschen vielleicht gar nicht gefällt, dass Du Dich veränderst. Ein paar wenige Menschen können trotzdem neutral bleiben, auch wenn sie selbst davon betroffen sind. Ansonsten ist es eine gute Investition sich ein paar Stunden bei einem Coach/Berater…etc. zu gönnen – je nachdem wie groß die Entscheidung ist, die ansteht. Oft hilft die Sicht von außen ungemein und neue Impulse beflügeln den Denkvorgang.

Punkt 5 – Fehlertoleranz installieren

Wir sind alle so erpicht darauf, bloß nie eine falsche Entscheidung zu treffen, dass wir oftmals lieber keine Entscheidung treffen. Aber in den meisten Fällen ist keine Entscheidung gleichzusetzen mit schlechter oder falscher Entscheidung. Daher dürfen wir lernen, dass wir Fehler machen dürfen. Wir dürfen falsche Entscheidungen treffen. Deshalb sind wir inkarniert. Wir sind hier um zu lernen. Wir dürfen ausprobieren, wir dürfen scheitern, wir dürfen erkennen, dass wir geradewegs in eine Sackgasse gelaufen sind… All dies gehört zum Leben dazu.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen wunderschönen Donnerstag und wunderbare Entscheidungen

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

2 Kommentare zu „Oft ist es nur eine Entscheidung

  1. Wie immer gerade das, was ansteht. Danke für die Entscheidungshilfe…..
    Ich höre ganz oft, dass das Leben entscheidet. Oder: wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, mache einen Plan.
    Aber ich habe mich jetzt, um 10.00 Uhr morgens, schon 100 mal entschieden. Aufstehen oder noch zehn Minuten liegen bleiben….Kaffee oder Tee….rote oder blaue Bluse….usw.
    Wir sind geübt darin, zu entscheiden. Keiner würde sagen: Oh, ich kann micht nicht zwischen roter oder blauer Bluse entscheiden…gehe ich eben im BH bis das Leben entscheidet.
    Schwieriger wird es, wenn andere Menschen betreffende, Zukunftsängte machende Entscheidungen anstehen.
    Ich selbst kann mich sehr schwer entscheiden, deshalb gehen mir gern alle aus dem Weg, die mir mein Zimmer zum 20sten mal umstellen helfen müssen. Aber irgendwann…..ja, dann weiß ich wie ich das Zimmer gerne haben möchte….vielleicht!

    1. Ja, aber dann kannst Du zumindest auf 20 Erfahrungen zurückblicken, wie das Zimmer eben nicht perfekt war. Das ist doch schon eine riesige Erkenntnis. Schlimmer wäre es, wenn alles nur im Kopf geblieben wäre. Manchmal ist es auch toll, zu erfahren, dass es so eben nicht super war. Ganz liebe Grüße

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