Vor zwei Tagen habe ich schon ein paar Punkte aufgegriffen, wie sich diese beiden Welten jetzt und in der Zukunft unterscheiden werden. Genau genommen sprechen wir ja von der neuen alten Welt – dies ist die Welt, wie wir sie in den letzten zwei Jahren erlebt haben, nur noch dystopischer – und der wirklich neuen Welt. Ich werde die neue alte Welt der Einfachheit halber, die „alte Welt“ nennen. Doch finde ich es wichtig, dass wir – egal, welchen Weg wir einschlagen werden – die alte Welt, wie vor 2020 für immer hinter uns gelassen haben. Die Veränderung war von langer Hand vorbereitet und hatte verdeckt schon lange stattgefunden, nur haben die meisten Menschen es an der Oberfläche noch nicht bemerkt gehabt. Doch die wirkliche neue Welt wird um so viel besser, als alles, was wir verloren haben.

Beruf, Leben und Sexualität in der alten Welt

In der alten Welt wählte man einen Beruf, der in erster Linie genügend Geld brachte, um das Leben zu finanzieren. Die sozialen Medien waren voller Memes die zeigten, dass die Menschen bereits am Montag auf den Freitag warteten. Dies war eine unglaubliche Verschwendung von Lebenszeit. Statussymbole waren wichtig, um anderen Menschen zu zeigen, wie weit man es mit seiner Arbeit gebracht hatte, bzw. um vermeintlich andere Schwächen zu kompensieren. Viele Menschen haben sich primär über das „Haben“ definiert. Es galt: Von allem möglichst viel und möglichst teuer! Hin und wieder tauchten Trends wie „Minimalismus“ oder „Vornehme Askese“ auf, aber die konnten sich nicht durchsetzen. Die Medienwelt suggerierte den Menschen ja auch, dass es unglaublich wichtig war, möglichst viel zu besitzen. Wer sich die teuren Varianten nicht leisten konnte, griff auch gerne zu Fake-Marken oder zur Billigware. Produkte waren oft Einwegartikel, die nach kurzem Gebrauch auf der Müllhalde landeten. Die Müllberge wuchsen ins Unermessliche! Diesem Lebensstil folgten viele Menschen und quälten sich durch Berufe, die sie eigentlich hassten, um Produkte zu kaufen, die ihnen nichts bedeuteten.

Hinzu kam der Umstand, dass viele Menschen wussten, dass sie in ihrem Beruf nichts Sinnvolles für die Welt leisteten. Und in weiterer Folge wurden sich immer mehr Menschen bewusst, dass die Unternehmen für die sie arbeiteten, ebenfalls nichts Sinnvolles hervorbrachten. Es ging in weiten Teilen darum, aus Geld mehr Geld zu machen. Dafür wurden Menschen in anderen Teilen der Welt ausgebeutet, Tiere gequält und versklavt (siehe Tierversuche in Kosmetik und Pharma…etc) und die Natur zerstört. Dies führte bei immer mehr Menschen zu Unzufriedenheit und dem Gefühl der inneren Leere. Doch mittlerweile waren die Daumenschrauben fest angezogen. Die Raten für Haus oder Wohnung bzw. die Mieten mussten bezahlt werden, die zentralen Versorger zapften sich auch ihren Teil ab und Nahrung musste vollständig im Supermarkt gekauft werden. Die Menschen waren gefangen in einem ewigen und unglücklichen Kreislauf, den viele Menschen nur durch Betäubung am Wochenende und den Abenden ertragen konnten. Das Leben war eine einzige Leere. All die Annehmlichkeiten des modernen Lebens konnten nicht aufwiegen, was an Sinn und Verbindung mit dem Lebendigen verloren gegangen war. Die Zahl der Burnouts und der Depressionen stieg rapide an. In keiner dieser Tätigkeiten konnte eine Erfüllung gefunden werden. Eine ganze Unterhaltungsindustrie konnte daher geschaffen werden. Menschen konnten in virtuelle Realitäten abgleiten um zumindest dort Kämpfe zu führen und sich als Gewinner zu fühlen. Nicht wenige Menschen flüchteten mit ihrem Bewusstsein nahezu vollständig in diese virtuellen Realitäten, weil sie nur so die trostlose physische Realität ertragen konnten.

Zeitgleich wuchs der Hype zu immer mehr pervertierter Sexualität. Das, was eigentlich hinter verschlossenen Türen als Ausdruck von gegenseitiger Zuneigung und dem Wunsch nach Verschmelzung mit dem geliebten Menschen stattfinden sollte, wurde immer mehr zur käuflichen Massenware, musste immer härter und auch immer grausamer stattfinden. Tabus wurden zum sexuellen Kick, inzestuöse Praktiken, Sex mit Tieren und Kindern und viele andere Praktiken, die wiederum eine innere Leere erschufen, wurden zum Trend. Keine Phantasie war zu grausam, um nicht zum Kassenschlager zu werden. Sexuelle Praktiken wurden bereits in den ersten Schuljahren mit den Kindern besprochen. Sexualität war abgetrennt worden von Liebe und Intimität.

Beruf, Leben und Sexualität in der neuen Welt

In der neuen Welt ist Arbeit „sichtbar gemachte Liebe“ wie Khalil Gibran es so schön definierte. Die Menschen wählen die Tätigkeit, die sie erfüllt. Dabei ist es nicht wichtig, ob diese Tätigkeit einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert hat. Es geht einzig und alleine darum, dass man sie gerne tut. Ob es darum geht, Produkte mit seinen eigenen Händen herzustellen, oder Nahrung anzupflanzen und zu ernten, zu bauen und zu gestalten, Produkte zu entwerfen oder ob man sich der Heilung von Mensch, Tier, Pflanzen und Erde verschreibt. Alles ist sichtbar gemachte Liebe. Es ist auch nicht wichtig, dass man diese Tätigkeit das ganze Leben hindurch durchführt, sondern man wählt zur jeweiligen Zeit die Tätigkeit aus, die einen ruft. Dabei geht es nicht darum, dass Menschen sich nicht mehr anstrengen müssen, sondern es geht um den tieferen Sinn, den der jeweilige Mensch bei der Arbeit verspürt. Es kann eine tiefe Befriedigung bereiten, Räume zu putzen. Denn wenn man z.B. den tieferen Sinn des Putzens verstanden hat, dann kann man erkennen, dass dies eine zutiefst zufriedenstellende Tätigkeit sein kann. Hierzu empfehle ich gerne das Buch von Linda Thomas: Putzen?! Lästige Notwendigkeit oder eine Liebeserklärung an die Gegenwart?

Wichtig bei der Berufswahl ist nun, dass die ausgeübte Tätigkeit zutiefst erfüllend ist. Wir Menschen sind hier auf dieser Erde, um unser gesamtes Potenzial durch tätiges Schaffen zum Ausdruck zu bringen. Und wir stellen diese Tätigkeit gerne der Gemeinschaft zur Verfügung. Wir sind in der neuen Welt auch wesentlich freier, da wir erkannt haben, dass wir viel weniger Produkte brauchen, um ein glückliches Leben zu führen. Wir sind nicht mehr in der Gefangenschaft durch Konzerne. Wir entscheiden uns für Produkte, die wir wirklich brauchen und möchte und die unter guten und fairen Bedingungen hergestellt werden, oder die wir oder andere Menschen selbst herstellen.

Wir müssen keine innere Leere mehr durch Materie kompensieren, da wir die innere Leere abgeschafft haben. Wir sind dabei, eine neue Welt aufzubauen. Dies alleine bringt schon tiefste Befriedigung. Wir achten wieder aufeinander, haben offene Ohren und ein offenes Herz. Wir haben auch genügend Zeit, um uns über das, was uns bewegt, auszutauschen. Wir leben Gemeinschaft und helfen uns gegenseitig, indem wir uns motivieren und inspirieren.

Die Unterhaltungsindustrie wird kaum noch KundInnen finden, da die Menschen sich wieder miteinander unterhalten. Was bisher im virtuellen Leben ausgetragen wurde, wird nun wieder zurück in die Realität verlegt. Wir leben natürlich auch mit Konflikten, bereinigen diese aber gewaltfrei und fair. Jeder Mensch erschafft sich – aus eigener Idee und Kraft – seinen Bereich, in dem er wirken kann.

Sexualität wird wieder zu dem, was es eigentlich ist: Intimes Zusammentreffen liebender Seelen, die das Bedürfnis nach Austausch und Nähe verspüren. All die kranken Gedanken und Phantasien verschwinden aus den Köpfen der Menschen, da sie sich anderweitig wesentlich besser spüren können. Menschen müssen nicht mehr Tabus überschreiten, um sich lebendig zu fühlen, denn sie sind lebendig – zu jedem Zeitpunkt und mit jeder Faser ihres Herzens.

Dies war nur ein kurzer Auszug und wird irgendwann fortgesetzt werden.

Ich wünsche Euch einen schönen Montag und einen guten Start in die – hoffentlich erfüllte und freudvolle – Woche

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Bild von Willgard Krause auf Pixabay

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