Die Socken in der Waschmaschine und andere Wunder

Wenn wir einen Blick auf das Leben werfen, speziell auf das eigene Leben, dann erscheint es uns oftmals grau in grau. Wir haben gelernt, unseren Blick eher auf die Missstände, als auf die vielen Wunder unseres Lebens zu richten. Dabei ist jedes Leben voll von Mystik und Geheimnisvollem. Fangen wir doch mit einer überaus mystischen Tatsache an: Tag für Tag verschwinden auf wundersame Weise Socken in der Waschmaschine. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wohin die verschwinden? Haben Sie sich schon einmal überlegt, ob Ihre Waschmaschine nicht doch das Tor in eine andere Dimension ist, in der Ihre Socken ein fröhliches Leben führen? Was werden sie da wohl tun? Und warum kommen sie just dann zurück, sobald Sie den zweiten entsorgt haben? Das alleine ist doch bereits eine so mystische Tatsache, die unser Leben immer wieder neu bereichert. Anstatt uns darüber zu ärgern, können wir doch unserer Phantasie völlig freien Lauf lassen und darüber nachdenken, welches Geheimnnis sich dahinter verbirgt.

Und dann im Haus selbst: Ist es nicht erstaunlich, wie sich der ganze Staub unter dem Bett materialisiert? Manchmal hat es fast den Anschein, dass ganze Welten sich unter unseren Betten pulverisiert haben, dass irgendeine geheimnisvolle Macht diese Materie unter Betten, hinter Sofas, ja sogar hinter Türen entstehen lässt. Erstaunlich!

Und dann der Garten: Auf wundersame Weise verschwindet all der Samen, den wir in die Beete eingestreut haben, stattdessen findet eine geheimnisvolle Transformation statt und an Stelle des Salates, der da sprießen sollte, sprießt fröhlich Giersch und Vogelmiere und andere wunderbare Heilkräuter. Das kann einen doch wirklich in Erstaunen versetzen.

Wenn Sie eine Tochter haben, haben Sie vielleicht auch schon erlebt, dass scheinbar über Nacht der Kleiderschrank regelmäßig explodiert und alle Kleider und T-Shirts, die Sie zuvor liebevoll gebügelt haben, bilden plötzlich ein wundersames Stilleben auf dem Fußboden. Und am nächsten Morgen steht der Kleiderschrank völlig unversehrt auf seinem Platz und gibt das Geheimnis seiner regelmäßigen Eruption nicht preis.

Eine Frage der Betrachtung

Überhaupt ist unser Leben voller wundersamer Begegnungen und Geschehnissen. Es ist nur die Frage, wie wir sie betrachten. Es steht uns völlig frei, wie wir auf die alltäglichen Dinge innerlich und äußerlich reagieren. Wenn wir ständig stöhnen und alles, was uns widerfährt mit der erwachsenen Griesgrämigkeit betrachten, dann ist es eben grau in grau. Aber wenn wir uns die Fähigkeit zu Humor und Phantasie und die Fähigkeit des Staunens bewahrt haben, dann wirkt selbst der tristeste Alltag wie ein Wunderland.

Anekdote über Rudolf Steiner

Rudolf Steiner saß einmal mit einer größeren Gruppe Menschen in einem Kaffeehaus. Er tat zwei Löffel Zucker in die Tasse und starrte Minuten lang hinein, während er rührte. Darauf angesprochen sagte er: „Wenn die Menschen nur wüßten, was für ein großartiger Weltenprozess sich abspielt, wenn sich Zucker in Kaffee auflöst.“

DAS ist doch mal eine Betrachtung! Auch wenn wir selbst vielleicht diesen Weltenprozess nicht wahrnehmen können, so können wir unser ganzes Leben genau so betrachten, wie es uns Freude macht.

Wir sind frei!

Wir sind absolut frei darin, das Leben und die Welt in Freude, Humor und Phantasie zu zelebrieren. Wir dürfen und können auch den kleinen Mühen des Alltags etwas abgewinnen. Genauso gut können wir auch den ganzen Tag vor uns hinstöhnen und alles nur als lästige Pflicht betrachten und unseren Missmut in die Welt ergießen. Das steht uns frei und wir können es in jedem Augenblick neu entscheiden! Warum sollten wir das angebrannte Essen nicht als pyrotechnisches Experiment betrachten? Es ist alleine unsere Sache, was wir draus machen.

Über uns selbst lachen können

Seien wir doch mal ehrlich: Die meiste Zeit nehmen wir uns selbst viel zu ernst und leider auch häufig viel zu wichtig. Wenn wir doch einmal erkennen, dass wir alle tumbe Toren sind, wie Parzival, die gerade dabei sind, die Welt zu entdecken, dann sind wir nicht mehr so festgefahren in diesem ganzen erwachsenen Verhalten. Wir dürfen lachen, wir dürfen verzweifeln und wir dürfen vor allen Dingen auch über uns selbst lachen. Das befreit uns von der Vorstellung, dass wir womöglich der Nabel der Welt sein könnten. Sind wir nicht – und das ist gut so! Deshalb sind all unsere Missgeschicke auch völlig unwichtig und dienen vielleicht unserer Nachwelt einmal als Anekdote.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen einen humorvollen und wundersamen Mittwoch

Manou Gardner Medium

Bild von Ollebolle123 auf Pixabay

9 Kommentare zu „Die Socken in der Waschmaschine und andere Wunder

  1. Liebe Manou! Als erstes möchte ich dir für deine täglichen inspirierenden Texte danken, sie begleiten mich oft den ganzen Tag und ich leite sie auch oft im Freundeskreis weiter. Der heutige Beitrag hat mich besonders angesprochen, denn ich fühle genauso. Aber leider passiert es mir im Alltag doch immer wieder, dass ich so Kleinigkeiten eine falsche Bedeutung zumesse… Ich musste heute so schmunzeln und werde mich „bessern“ 😉👍herzlichen Dank nochmals! Alles Liebe, Renate

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