Angst als Wesenheit

Da wir derzeit viel Angst verspüren, die einen als Angst vor einer Krankheit, die anderen als Angst vor entsprechenden Sanktionen, Substanzen und auch Existenzängsten, möchte ich mich heute mit der Wesenheit der Angst beschäftigen. Die Angst als Wesenheit ist ein astrales Wesen, das uns einerseits hemmt, aber andererseits durch die Überwindung derselben in unserer Entwicklung weiterhilft. Um Angst zu überwinden brauchen wir Mutkräfte. Um in unserer Entwicklung weiterzukommen, müssen uns der Angst stellen und sie dadurch überwinden.

Was ist Angst?

Angst ist eine innere Drehbewegung, die uns hindert nach außen zu schauen. Wenn wir in der Angst sind, sind wir in uns eingeschlossen. Wir drehen uns im Kreis, da Angst – im Gegensatz zur Furcht – abstrakt ist. Angst ist oftmals sogar die Angst vor der Angst. Wenn wir wesenhaft denken, dann haben wir Angst vor dem Angstwesen, das mächtig genug ist, uns zeitweise vollkommen in Besitz zu nehmen. Das bedeutet, dass unsere Ich-Kräfte sich für eine Weile zurückziehen. Wo Angst ist, kann das Ich nicht sein. Die Angst, bzw. das Angstwesen nimmmt für eine Zeit die Stelle unseres Ichs ein. Auf längere Zeit ist das fatal. Jetzt ist es aber so, dass bei „normaler“ Angst noch Teile des Ichs da sind. Und wir wissen ja, dass das Ich ganz wichtig ist, um unsere Mensch-Entwicklung voranzutreiben. Ganz fatal wird es erst, wenn die Angst sich zur Panik steigert. Dann ist das Ich für eine Zeit ganz aus unserem System vertrieben. An Stelle des Ichs tritt die Panik und wir haben keinerlei Verbindung mehr zu unseren anderen Kräften. Daher ist es wichtig, dass wir die Angst zur Furcht heruntertransformieren. Wenn das Gefühl der Angst ein Gefühl ist, das sich vor etwas Konkretem, einer konkreten Gefahr fürchtet, dann ist es tatsächlich „nur“ Furcht. Furcht lässt uns im Bewusstsein und vor allem lässt sie uns nach außen schauen. Wir schauen zum Beispiel auf eine hohe Leiter, auf die wir hinauf müssen, dann ist es Furcht, eventuell Furcht vor dem Herunterfallen. Wenn wir aber generell unter Höhenangst leiden, dann ist es Angst. Es ist nicht mehr auf eine bestimmte Situation bezogen, sondern es geht um etwas Generelles. Natürlich ist der Grat dazwischen sehr schmal.

Und je öfter wir nun eine dieser Ängste überwinden, je öfter wir es schaffen, dass das Ich wieder die Oberhand gewinnt, desto stärker werden wir seelisch. Je mehr wir uns der Angst hingeben, alles vermeiden, wo sie lauern könnte, desto mehr schwächen wir unser Ich und wir haben in unserer persönlichen Entwicklung praktisch einen Stillstand produziert – unter Umständen sogar eine Rückwärtsbewegung. Somit können wir die Angst durchaus als etwas betrachten, das uns – richtig gehandhabt – dazu bringen kann, stärker zu werden und jene Kräfte zu mobilisieren, die wir auch nachtodlich, und natürlich in weiteren Leben, zur Verfügung haben werden.

Um diesen Prozess zu unterstützen, möchte ich Euch/Ihnen gerne das folgende Gebet zur Verfügung stellen. Die ersten Teile gehen direkt auf Rudolf Steiner zurück, die weiteren sind von Zeylmans von Emmichhofen, der aber sagte, dass sie direkt auf Rudolf Steiner zurückgehen. Quelle: Anthrowiki

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Samstag

Manou Gardner

Ergebenheits – Gebet

Was auch kommt, was mir auch die nächste Stunde, der nächste Tag bringen mag:
Ich kann es zunächst, wenn es mir ganz unbekannt ist, durch keine Furcht ändern.
Ich erwarte es mit vollkommenster innerer Seelenruhe, mit vollkommener Meeresstille des Gemütes.

Durch Angst und Furcht wird unsere Entwicklung gehemmt;
wir weisen durch die Wellen der Furcht und Angst zurück, was in unsere Seele aus der Zukunft herein will.

Die Hingabe an das, was man göttliche Weisheit in den Ereignissen nennt,
die Gewissheit, dass das, was da kommen wird, sein muss,
und dass es auch nach irgendeiner Richtung seine guten Wirkungen haben müsste,
das Hervorrufen dieser Stimmung in Worten, in Empfindungen, in Ideen,
das ist die Stimmung des Ergebenheitsgebetes.

Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen: Aus reinem Vertrauen zu leben,
ohne Daseinssicherung, aus dem Vertrauen auf die immer gegenwärtige Hilfe der geistigen Welt.
Wahrhaftig anders geht es heute nicht, wenn der Mut nicht sinken soll. Nehmen wir unseren Willen gehörig in Zucht und suchen wir die Erweckung von innen jeden Morgen und jeden Abend.

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