Was bleibt von uns am Ende unserer Tage?

Durch den Tod meiner Mutter inspiriert, frage ich mich, was am Ende bleibt von unserem Leben? Was haben wir in diese Welt getragen, was nur wir so einbringen konnten? Haben wir das gelebt, wofür wir hergekommen sind? Selbst wenn man denkt, dass man sich ja ganz selbst verwirklicht, ist es nicht gesagt, dass dies auch auch so ist. Nur allzu oft sind all diese Dinge von unserem Kopf und unserem Verstand inspiriert. Wir tun Dinge, weil wir glauben, dass wir sie tun müssen und reden uns dabei ein, dass es unser tiefster, innigster Wunsch ist. Und andere Dinge bleiben im Bereich der Träume, weil sie so groß sind, dass wir uns nicht trauen, sie in Angriff zu nehmen. Doch was haben wir denn zu verlieren?

Das Unerhörte träumen

Viele Dinge in unserem Leben bleiben unerhört – sogar von uns selbst. Es läuft ja alles, wie es läuft. Aber es läuft nicht ganz rund. Aber sind das nicht Luxusprobleme? Wie oft finden wir uns mit Umständen ab, nur weil wir denken, es wäre undankbar dem Leben gegenüber, wenn wir mehr oder etwas Anderes wollen? Aber ist nicht gerade dieses Leben das beste Leben, um sich dem Unerhörten zu widmen? Kein Traum und kein Wunsch ist zu vermesssen, um nicht geträumt zu werden. Wem dienen wir, indem wir unser Leben beschneiden? Wer profitiert davon? Meist keiner!

Es braucht Mut und Lebenswille und eine Prise Verrückheit

Um die tiefsten und innigsten Wünsche zu leben, brauchen wir zunächst den Mut, diese anzuschauen. Wir müssen wieder lernen, diese leise Stimme in unserem Leben zu hören. Nicht alles, was praktisch ist, ist auch gut. Manchmal sind die tiefen Wünsche alles andere als praktisch – sie versprechen auch ganz oft nicht den so oft propagierten Erfolg über Nacht. Vielmehr sind es oft die leisen Dinge, die sich gerne Gehör verschaffen möchten. In einer Welt, in der es geradzu wimmelt von Coaches und Beratern, die uns verkaufen wollen, wie wir – am Strand sitzend – Millionen scheffeln, indem wir sie aus der Tasche anderer Menschen ziehen, ist es gerade unerhört, wenn wir von kleinen Dingen träumen. Dinge, die uns vielleicht nicht zu Millionären, aber dafür zu glücklichen Menschen machen? Wenn wir bereit sind, dafür einen Extrakilometer zu gehen, vielleicht sogar ohne zu wissen, wohin es uns führen wird, dann sind wir bereit für das Leben in seiner ganzen Tiefe und Pracht. Dies ist der unbedingte Wille zum Leben. Es ist das „Ja“ zum Leben und der Treibstoff für unseren eigenen inneren Weg. Und wenn dieser Weg vielleicht sogar ein wenig ver-rückt ist – aus der Mittelmäßigkeit herausgerückt ist, dann können wir unter Umständen sogar etwas finden, das wir gar nicht gesucht haben. Wer weiß?

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen allen einen wunderschönen Mittwoch

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker