Wie Karma wirkt – Auflösung alter Verstrickungen

Unsere Seele strebt nach Freiheit. Nicht nur Freiheit im Sinne, dass wir das tun, was wir für wichtig halten, sondern sie strebt auch danach, dass wir uns aus alten Verbindungen und Verstrickungen lösen. Dazu gehört auch, dass wir frei sind von den Verstrickungen mit Menschen. Denn solange wir diese Verstrickungen aufrecht halten, solange führt uns unsere Seele immer wieder in Situationen, damit wir diese beilegen können. Wenn wir wollen, dass dies aufhört, dürfen wir uns „einfach“ daraus lösen.

Was ist Karma?

Karma ist das, was uns die Möglichkeit gibt, Dinge und Situationen, die noch nicht aufgelöst sind, aufzulösen. Wir kennen nicht alle karmischen Zusammenhänge. Diese werden uns im vollen Umfang erst nachtodlich ersichtlich. Karma ist nichts, vor dem wir uns fürchten müssen, sondern es sind die Umstände, die wir uns selbst schaffen, um gewisse Dinge zu überwinden. Wenn wir im vergangenen Leben einem Menschen ein großes Unrecht angetan haben, dann schaffen wir uns selbst Situationen in einem der kommenden Leben, wo wir dieses Unrecht wieder bereinigen können. Das ist keine Strafe, sondern unser ureigenster Wunsch, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Immer ist es unser eigenes Wollen, das uns in Situationen bringt, in denen wir altes Karma auflösen können. Wir stehen nachtodlich nicht vor einem Richter, das ist nur ein Bild. Dieser Richter sind wir selbst. Wir schauen unser vergangenes Leben an – ich habe das in vielen Artikeln ja bereits beschrieben. Wir schauen es uns aber nicht so an, wie wir jetzt auf unser Leben zurückblicken, sondern wir erleben das, was wir in anderen Menschen ausgelöst haben. Das bedeutet, dass wir dann erst erkennen, was unsere Taten wirklich bewirkt haben. Und aus dieser Einsicht heraus, kreieren und wählen wir uns für das nächste Leben Situationen, in denen wir das wieder in Ordnung bringen können.

Welche Verstrickungen können wir bereits lösen?

Wir können vor allen Dingen all jene Verstrickungen lösen, denen wir uns bewusst sind. Jeder schleppt in seinem Leben Erinnerungen an Menschen mit sich herum, die wir immer wieder hervorholen, weil wir wütend auf denjenigen sind. Wir fühlen uns vielleicht von jemandem schlecht behandelt oder gedemütigt und denken immer und immer wieder an diese Situationen. Das sind fürchterliche Verstrickungen. Wenn wir diese nicht lösen, werden wir ganz sicher nachtodlich, aber vermutlich auch im nächsten Leben damit zu tun haben. Denn auch unsere Gedanken sind reale Wesenheiten, die wir erschaffen und nähren. Und es ist unglaublich hilfreich, wenn wir bereits jetzt damit beginnen, uns aus diesen Verstrickungen zu lösen. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass uns diese Emotionen auch bereits jetzt, in diesem Leben, an diese Person binden. Wenn wir jemanden in unserem Leben haben, an den wir immer wieder mit starken Emotionen denken – und Wut oder Hass sind sehr starke Emotionen – so sind wir niemals frei. Wir bleiben an diesen Menschen gebunden. Und ich weiß, es ist bei manchen Menschen schwer, sich daraus zu lösen, aber der Aufwand lohnt sich. Und je mehr dieser Verstrickungen wir lösen, desto mehr kommen uns andere ins Bewusstsein. Deshalb ist es nicht zielführend sich vorzunehmen, nun alles aufzulösen, sondern diese Lösung als einen lebenslangen Prozess zu betrachten, indem wir eines nach dem anderen bereinigen.

Und wie macht man das ganz konkret?

Wenn wir Menschen, die uns etwas angetan haben, nicht auch noch nachtodlich oder gar im nächsten Leben in unserem Umfeld wissen wollen, dann ist es gut, wenn wir uns von ihnen frei machen. Und das bedeutet, dass wir anerkennen, dass die Situation war, wie sie war. Es kann ja sein, dass es gut war, dass sie so war. Es kann sogar sein, dass wir uns vorgeburtlich genau diese Situation kreiert haben. Und nun gilt es, damit abzuschließen. Dazu brauchen wir ein wenig Zeit. Wir versetzen uns gefühlsmäßig noch einmal in diese alte Situation. Betrachten aber möglichst ruhig und mit so wenig Emotion wie möglich, die Situationen, die uns so gekränkt haben, erneut. Wir erinnern uns an all die Gefühle, die die Situation hervorgebracht hat – möglichst ohne wiederum in einem See von Emotionen zu ertrinken. Sondern wir betrachten unsere Gefühle zum Beispiel so:

XY hat mich gedemütigt. Das tat mir unglaublich weh. Ich habe mich dadurch herabgesetzt und bloßgestellt gefühlt. Ich hatte sehr lange zu kämpfen, bis ich darüber hinweg war. Es war aus meiner Sicht unfair, was XY getan hat. Ich war traurig, wütend und verletzt. Aber ich weiß nicht, warum diese Situation unter Umständen notwendig gewesen ist. Ich weiß, dass nichts zufällig geschieht und dass meine Seele nach Freiheit strebt. Daher lasse ich diese Situation jetzt los. Ich weiß, dass ich stark und klug bin und verzichte ab sofort darauf, mir diese Erinnerung immer wieder vor mein geistiges Auge zu holen. Ich bin bereit, die Situation neu zu denken. XY hat sich unter Umständen nur zur Verfügung gestellt, damit ich eine Erfahrung machen darf. Ich bin dem Schicksal und XY für diese Erfahrung dankbar und schließe sie hiermit ab. Ich habe meine Lektion gelernt.

So, oder so ähnlich können wir eine Situation nach der anderen auflösen und somit unser seelisches Gepäck immer mehr erleichtern. Damit lösen wir nicht unser ganzes Karma, aber wir können einen großen Teil schon jetzt auflösen.

Verzeihen heißt nicht, von einem Podest aus, salbungsvoll zu verzeihen. Sondern verzeihen heißt, die Situation ganz neu zu denken!

Wir müssen nicht mehr Opfer sein

Wenn wir auf diese Art und Weise unser Leben immer mehr und immer weiter aufräumen, ermächtigen wir uns selbst, zu bestimmen, was in unserem Gedankenraum und in unseren Gefühlen existieren darf. Das heißt, wir werden immer freier. Und es erlöst uns aus dieser unsäglichen Opfer-Rolle. Solange wir uns als Opfer fühlen, sind wir nicht im Besitz unserer Kraft, denn wir haben unsere Kraft abgegeben, an jemanden, der vermeintlich stärker ist. Doch wir brauchen unsere Kraft und die Macht über unser Leben selbst. Wir können sie nicht abgeben, sonst sind wir immer wieder Opfer. Das brauchen wir nicht.

Wie innen so außen

Sobald wir wieder das Ruder über das Schiff unseres Lebens übernommen haben, werden uns bestimmte Situationen auch einfach gar nicht mehr passieren. Denn wir haben unsere Lektion ja gelernt. Wir müssen uns nicht andauernd neue Situationen kreieren, die alle den gleichen Lerninhalt haben. Wenn wir bestimmte Situationen überwunden haben, werden wir frei für ganz neue Erfahrungen. Wir bauen damit praktisch das Fundament für ein neues, glücklicheres Leben. Denn unsere Seele schickt uns immer wieder in Situationen bis wir die Lektion gelernt haben. Aber keine Sorge, Sie werden dann nicht vor Langeweile sterben, es werden neue Situationen kommen, mit denen Sie sich beschäftigen dürfen. Aber dann befinden Sie sich auch schon auf der nächsten Stufe.

Und je mehr wir erledigen, umso mehr steigt unsere Schöpferkraft, weil wir uns nicht mehr selbst sabotieren. Wir werden immer mehr dazu übergehen können, das Leben zu erschaffen, das wir uns wünschen. Und wir werden frei sein. Solange wir andere Menschen mit vielen Emotionen bedenken, solange sind wir mit ihnen verbunden. Das muss ja nicht sein. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen allen einen wunderschönen Samstag und vielleicht finden Sie am Wochenende ja schon Zeit, die eine oder andere Verstrickung zu lösen. Fangen Sie nicht gleich mit den Schwierigsten an…

Liebe Grüße

Manou Gardner aka Manuela Pusker

Bild von Oberholster Venita auf Pixabay