Es ist heiß – sehr heiß. Noch heißer im Zelt. Nachts kalt. Stechmückenpopulation am Abend sehr hoch. Ein Kind mit Magen-Darm. Apotheken im Umfeld verfügen nicht über genügend Vorrat Nux Vomica in passender Potenz. Ein Kind im Party-Fieber. Erinnerung des besten aller Ehemänner, die Sonnenschirme aus dem Italien-Urlaub mitzunehmen sichert das Überleben. Flexibilitätsmuskel bereits jetzt überreizt. Hören von „Blackout Teil 1 und 2“ als Hörbuch nur mäßig geeignet eine entspannte Stimmung zu erzeugen. Tag damit verbracht, zu überlegen, wie und wo man Kotzkübel hygienisch vertretbar reinigt. Kompromiss gefunden. Trotzdem schlechtes Gewissen.

Fragestellung nach dem „Warum?“ schleicht sich ins Gehirn. Ausruhen macht müde. Falle von Mittagsschlaf in Nachmittagsschlaf – weder produktives Nachdenken noch versonnenes Nachspüren bisher möglich. Oftmals belächtelte Geiseln der verwöhnten Jammerlappen wie Aircondition, private Bäder und Betten mir orthopädischen Matratzen scheinen plötzlich keine dekadenten Auswüchse einer degenerierten Zivilisation mehr, sondern lebensnotwendige Basics.

Survival Camp bisher wirklich erfolgreich. Überleben seit 2,5 Tagen geschafft. Noch 4 Tage in Aussicht.

Wünsche Euch allen einen wunderschönen Abend 🙂

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

12 Kommentare zu „Lagebericht aus dem Survival Camp – Tag 3

  1. Soooo herrlich herzerfrischend ehrlich, liebe Manou!
    Etwa genau so laufen Zelturlaube mit Kindern ab….. oder ählich…
    Sei herzlich gegrüsst, mit viel Verstehen und nachfühlen!!
    Marietta

  2. Oje, du Arme!
    Beim Foto wusste ich schon, worauf der heutige Text hinausgeht 😉
    Danke, dass du auch dies mit uns teilst.
    Weiterhin euch Dreien viel Kraft und vor allem Humor – es kann es nur mehr besser werden!

    Ganz liebe Grüße, Antonia

  3. Liebe Manou,
    ich kann das gut nachfühlen, das erinnert mich an die Wochenenden die ich früher am Neusiedlersee am Segelboot verbrachte. Hitze, Gelsen usw…. und ich wusste nicht wohin ich mich verkriechen sollte 😅.
    Da bin ich oft gesessen und habe mir gewünscht am Schneeberg zu sein.

    Wollte diese Tage auch ein bisschen abschalten und herunterkommen… nix davon eingetroffen!
    Jetzt sitze ich zwar im – noch kühlen- Haus, habe aber nach fast 10 Stunden Schlaf heute auch meine Nux Vomica hervorgekramt. Speiübel, Kopfweh und hundemüde usw.
    Von Relaxen keine Spur!

    Wünsche euch das Allerbeste!!
    Ganz liebe Grüße
    Monika

  4. Auch mein Mitleid ist Dir sicher…….und immer wieder die Frage: Warum macht man das? Vielleicht eben damit man das Leben „im Luxus“ wie ein Bad mit warmem Wasser oder solche Dinge wie Sagrotan wieder schätzt…..

  5. Hoffe, inzwischen geht es besser!?
    Für mich ist das Vorbereiten des wegfahrens inzwischen so ein Horror, dass ich jetzt den 2. Urlaub für August abgesagt habe.
    Haben jetzt komfortable Zimmer, trotzdem Heimweh…
    Wir wohnen daheim einfach zu schön!

  6. Zuerst Waldviertel, jetzt Attersee. Eigentlich sehr schön, aber mit desinteressiertem Teenager im Schlepptau – puuh

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