Hach, gestern habe ich sogar meine allabendliche Affirmation vergessen, vor lauter Aufregung. Gestern Abend reisten nämlich meine Tochter und ihr Mann mit ihren beiden Kinderlein an. Und es ist immer aufregend, da ich diese beiden Enkelkinder meist nur einmal im Jahr sehe – bislang zumindest. Wenn sie älter sind, werden sie vielleicht ab und zu auch mal alleine in die Ferien zur Oma in Österreich kommen, aber bis jetzt ist es eben so, dass wir uns zunächst immer wieder fremd sind. Daher war ich auch ein wenig aufgeregt. Die ganze Familie machte gestern noch das Grundstück kompatibel für kleine Kinder und irgendwie waren wir alle aus dem Häuschen.

Es ist ja verrückt, wenn ich über mich selbst als Oma schreibe. Denn innerlich fühle ich mich sicherlich keinen Tag älter als fünfundzwanzig. Naja, manchmal schon, aber ich denke immer noch gleich wie früher – glaube ich zumindest. Ich habe ja früher immer gedacht, wenn Frauen mal so über fünfzig sind, dann sind sie so richtig erwachsen. Was in meiner Welt bedeutete, dass sie alles im und ums Haus im Griff haben. So habe ich mir das mal vorgestellt. Bis ich selbst zu diesen Frauen zählten. Und ich bin meilenweit davon entfernt auch nur irgendwas im Griff zu haben. Die Wäsche türmt sich regelmäßig zu Bergen, die Ecken im Haus, wo sich der Kram türmt, werden auch nicht weniger und die Bücher, die sich überall stapeln sind nur theoretisch nach Fachgebieten sortiert.

Das körperliche Altern

Das körperliche Altern ist auch so ein Ding. Das passiert einfach und interessanterweise stört mich das deutlich weniger, als ich mir in jungen Jahren gedacht hatte. Irgendwie hat sich dieser Fokus verschoben. Klamotten dürfen gerne hübsch, müssen aber in erster Linie bequem sein, da ich ja zu den Menschen zähle, die keine Naht auf der Haut ertragen und kein eingenähtes Schildchen in den Klamotten, das juckt und kratzt. Aber ansonsten ist mir das gar nicht so wichtig. Doch wenn die Kleinen „Oma“ zu mir sagen, dann fühlt sich das noch nicht ganz stimmig an. Eine Oma ist für mich eine betagte Frau mit grauen Haaren, die stets geduldig ist und vor allen Dingen wahnsinnig viel Zeit hat. Davon bin ich noch viel weiter entfernt als vom blitzblanken Haus. Zwischen meinen vielen Projekten und Interessen versuche ich redlich, mich um meine Familie zu kümmern, aber die Decke ist immer zu kurz. Und seit sich mein jüngster Sohn angewöhnt hat, mich Helikopter-Mum zu nennen, ziehe ich mich aus der Care-Arbeit auch immer mehr zurück. Irgendwann ist ja auch mal gut. Doch meine sizilianische Abstammung sorgt sowieso dafür, dass die „Big Mama“ immer parat ist. Mama sein kann ich ganz gut, mache ich auch seit achtunddreißig Jahren und es ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Aber um das richtig zu stellen, ich habe sicher nicht alles gut und richtig gemacht. Aber ich habe mich bemüht.

Magische Welten entdecken

Auf jeden Fall freue ich mich riesig darauf, auch mit meinen Enkelkindern alles über die wunderbaren magischen Welten zu lesen. Ich hoffe, dass ich ihnen Harry Potter vorlesen kann und allerlei andere wunderbare Geschichten. Denn egal wie alt ich werde, nichts fesselt mich mehr als die Magie der Welt. Das ist der Grund, warum ich so glücklich bin, dass ich dieser Aufgabe mein Leben widmen darf.

Familie und Seelenplan

Ich weiß heute, dass Familie nicht unbedingt der Teil meines Seelenplanes war, der wichtig war für meine Entwicklung. Doch die Familie, die ich selbst hatte, und habe war wichtig, damit ich meine eigene Stabilität entwickeln konnte. Als Kind hatte ich keine Familie und daher war es mir ein großes Anliegen, selbst möglichst bald eine eigene Familie zu haben und es hat mir gut getan. Aber mein Seelenplan ist, dass ich die Botschaften der geistigen Welt so aufbereite, dass sie so viele Menschen wie möglich erreichen können. Dieses Ziel hatte ich immer vor Augen, wusste aber lange nicht, wie ich es umsetzen sollte. Doch es ist mir gelungen und deshalb ist es auch schön, dass die Arbeit für die Familie weniger wird, sodass ich mich dieser Aufgabe immer mehr widmen kann. Doch bin ich dankbar für vier wunderbare Kinder und meinen Mann. Da ich selbst mich wahrscheinlich in meinen Dingen immer wieder verlieren könnte, sind sie der Anker, der mich auf dem Boden hält. Und nun sind eben auch noch Enkelkinderlein da, die zumindest zeitweise ihre Aufmerksamkeit einfordern und das ist auch gut. Heute Nachmittag werden alle Kinder hier sein – vier Kinder, zwei Schwiegerkinder und drei Enkelkinder insgesamt. Und ich bin mächtig stolz darauf, welch tolle Menschen da um den Terrassentisch versammelt sein werden.

Ich freue mich darauf und wünsche Euch allen ebenso einen wunderschönen Montag

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Bild von Willgard Krause auf Pixabay

6 Kommentare zu „Die Freuden einer Oma – und das Ding mit dem Altern

  1. Ja, das mit dem altwerden im Kopf ….:)
    Ich fühle mich auch noch oft wie ein Teenie und bin dadurch auch dementsprechend leicht von anderen zu beeindrucken .
    Aber ich übe immer mehr ,das innere Kind schützend hinter mich zu schieben und mal richtig Erwachsen zu sein 😉
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag mit deiner Familie, das Wetter dazu,wird auf jeden Fall schon mal traumhaft

  2. Guten Morgen Ich habe echt lachen müssen jetzt als ich alles gelesen habe, denn in vielen Dingen sehe ich mich wieder und bin genauso…meine ältere Tochter ist auch 38 hat 3 eigene (17, 15, 8) und 2 angeheiratete (17, 15) und die jüngere 27. Die bekommt ihr 1.Baby um Oktober. Ich bin jetzt 60 und wenn ich das wem erzähle sagen die immer: „Was ? Soviel…..Du hast ja nix vom Leben“.
    Finde ich gar nicht. Erstens waren die immer wie zwei Einzelkinder für mich, das heißt es war nie Full House und zweitens sage ich dann meistens „ich bin nicht so alt, nur die Kinder sind so extrem alt geworden…“😂
    Und mittlerweile haben sich auch meine Prioritäten verschoben was aufgeräumtes Haus und schicke Kleidung betrifft, ich muss mich wohlfühlen und gesund sein….zufrieden und erfüllt und ich finde es schön wenn alle Oma sagen.
    Wünsche dir heute einen wunderschönen Tag im Kreis deiner Familie♥️

  3. Ich fühle mit Dir…auch den Stolz auf die Kinder und Enkelkinder……und auch die Erleichterung, wenn alle wieder abreisen und man sich auf das nächste mal feuen kann. Und die Freude darüber, dass die Verantwortung nun in den Händen anderer liegt. Aber auch die Einsicht, dass man Dinge/Entscheidungen der Kinder akzeptieren muss.

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