Wenn der Berg brennt…

Seit gestern Mittag brennt bei uns ein Berg. Unwahrscheinlich viele Feuerwehrleute und andere HelferInnen sind dabei, den Brand in Schach zu halten. Vermutlich kämpfen sie bis zur totalen Erschöpfung mit den Flammen, die sich aber – zumindest bis gestern Abend – immer weiter den Berghang entlang gefressen haben. Feuer ist eine Wesenheit, die sich immer wieder an sich selbst entfacht und große Freude an dem Brennen, dem Tosen der Flammen und an der aufgeheizten Stimmung hat. Viele Menschen schauen mit Entsetzen immer wieder zur Brandstelle. Und auch ich war gestern in der Nähe, um ein Foto zu machen. Zu unvorstellbar war dies bisher. Brennende Wälder kennen wir aus den Nachrichten von Griechenland und Australien und auf jeden Fall von Gegenden weit weg. Nun ist es näher gerückt. Heute Morgen auf meiner Terrasse konnte ich den Rauch riechen, das Feuer sehe ich von hier nicht, weiß aber, dass es nur rund 2,8 km weit weg ist.

Was nun aber mein großes Erstaunen und auch ein großes Unbehagen in mir hervorruft ist, dass sich in den sozialen Medien bereits die Schuldzuweisungen überschlagen. Jeder nimmt denjenigen oder dasjenige dabei zur Hand, das sowieso auf der inneren Liste der potentiellen Gefährder steht. Für die einen könnte es Brandstiftung gewesen sein, für andere der Klimawandel, für wieder andere die Touristen, die immer so unvorsichtig sind, für die nächsten ist ein Raucher schuld… Ich weiß es ja nicht, aber ich vermute einmal, dass die wirkliche Ursache des Brandes noch nicht feststeht und dass es doch derzeit nur eine Möglichkeit der Unterstützung gibt:

Beten wir für die Menschen, die vor Ort arbeiten, unterstützen wir diese Menschen mental und durch unsere Gedanken.

Aber heizen wir nicht noch mehr ein, indem wir jetzt schon Vorverurteilungen verbreiten und Unmut wecken. Spirituell gesehen heizen wir damit nur das Feuer noch mehr an. Die Wesenheiten des Feuers lieben nämlich nicht nur die physischen Flammen, sondern sie lieben auch die aufgeheizten Stimmungen. Da wo Menschen streiten, wo Menschen aufeinander losgehen, wo hitzige Debatten geführt werden, sind auch immer Feuerwesen mit dabei. Dabei sind Feuerwesen nicht böse. Sie erfreuen sich lediglich an sich selbst.

Wie können wir die Feuerwesen besänftigen?

Wir können durch ruhiges, inneres Begleiten der Situation wesentlich mehr Hilfreiches beitragen, als uns vielleicht bewusst ist. Wir können meditieren, die Wesen des Feuers bitten, sich wieder zurückzuziehen. Wir können darum bitten, dass all die wunderbaren Menschen vor Ort unbeschadet bleiben. Wenn wir nicht zu den Organisationen gehören, die jetzt vor Ort Hilfe leisten, so sollten wir uns bemühen, auf keinen Fall noch weiter anzuheizen.

Hören wir auf zu verurteilen

Nicht nur in diesem Fall, auch in so vielen anderen Fällen derzeit wird geurteilt und verurteilt was das Zeug hält. Lassen wir das doch sein! Bleiben wir bei uns und richten wir unseren Blick auf das Gute. Verfallen wir nicht in Panik und Aufregung. Und vor allen Dingen: Nehmen wir nicht jede Gelegenheit wahr, um unsere Argumente gegen oder für dieses oder jenes ins Feld zu führen.

Der Missbrauch der Phänomene

Es passiert nämlich allzu leicht, dass im Außen irgendetwas passiert, und ohne genaue Prüfung nehmen wir dies zum Anlass, um ein weiteres Mal gegen das zu wettern, was uns sowieso schon lange ein Dorn im Auge ist. Und in dieser aufgeheizten Stimmung wird dann nicht mehr differenziert oder abgewogen, sondern es werden schlimme Vermutungen geäußert , ohne den Wahrheitsgehalt zuvor geprüft zu haben. Wir missbrauchen ein Phänomen für unsere Argumentation. Wir missbrauchen die Angst der Menschen, um noch mehr zu schüren, um endlich das loszuwerden, was zuvor vielleicht kein Gehör gefunden hat.

Bleiben wir in der Wahrhaftigkeit und machen wir eine Situation nicht noch schlimmer

Wenn wir – um das konkrete aktuelle Beispiel heranzuziehen – jetzt einfach dabei bleiben, die Feuerwehren, die Polizei, das Bundesheer und all die HelferInnen vor Ort, mit unseren Gedanken zu unterstützen, wenn wir das Feuer durch Gedanken und Gebete besänftigen, können wir am meisten bewirken. Wir sind alle SchöpferInnen.

Wir sind nur aufgerufen, den Menschen vor Ort, den Tieren, dem Wald, dem Berg mit unserer positiven Gedankenkraft beizustehen, anstatt das Feuer durch Sensationsgier, Egoismus und Verbreitung von Mutmaßungen noch weiter anzuheizen.

Und dies gilt für alle Krisen in der momentanen bewegten Zeit.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen einen schönen Sonntag und wünsche all den HelferInnen vor Ort, dass sie bald nach Hause zu ihren Familien gehen können und vor allen Dingen unbeschadet bleiben.

Danke für diesen Einsatz!

Manou Gardner Medium

Foto: Manuela Pusker herself

6 Kommentare zu „Wenn der Berg brennt…

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