Wie wir denken und sprechen

Das Denken und das Sprechen haben eine unglaubliche wichtige Funktion für den Menschen, die Menschheit und die Welt. Da jeder einzelne Gedanke eine Wesenheit ist und somit auch jedes Wort, ist es gerade jetzt, im Heraufdämmern einer neuen Zeit, wichtig, sich über seine Gedanken und Worte bewusst zu sein. Es gilt nicht mehr, einfach dahinzuplappern, irgendwelche Floskeln oder Phrasen zu übernehmen, sondern ganz bewusst nach den richtigen Worten und Begriffen zu ringen, damit wirklich das dabei herauskommt, was sich durch uns ausdrücken will. Wie oft sind belanglos geführte Gespräche nichts Anderes als ein Ping-Pong von immer wiederkehrenden Floskeln. Viele Menschen spüren das bereits und verabschieden sich von dieser Art des Sprechens und der Unterhaltung. Wie oft wäre es besser, es wäre nichts gesagt worden, anstatt nur Floskeln.

Rudolf Steiner sagt dazu:

„Man sollte sogar noch weiter gehen: Man sollte versuchen, sich immer mehr und mehr zu hüten, gangbare Redensarten und Worte zu gebrauchen. Denn in dem Augenblick, wo man gangbare Worte gebraucht, die man nicht aus dem Gedanken, sondern aus der Sprachgewohnheit heraus hat, wird man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, gedankenlos. Und das sind ganz besonders gefährliche Momente, weil man nicht darauf achtet. Man sollte darauf achten, daß man es vermeidet, solche Worte, bei denen man nicht genügend nachdenkt, zu gebrauchen.“ (Lit.:GA 254, S. 177)

Zum geistreichen Sprechen brauchen wir das durchgeistigte Denken

Damit ist nicht das sogenannte intellektuelle geistreiche Sprechen gemeint, sondern es ist das Sprechen und Denken, das vom Geistigen durchdrungen ist. Wir können uns natürlich ganz selbstverliebt in reine intellektuelle Denkwelten begeben und darin auch eine gewisse Befriedigung finden, aber wir sollten uns auch bewusst sein, dass wir dabei nichts anderes tun als NACHdenken. Wir denken nach, was ein anderer Mensch vorgedacht hat und bringen dieses dann zum Ausdruck.

Aber wenn wir die Qualität der neuen Zeit in uns aufnehmen, dann wird es nicht genug sein NACHzudenken, dann werden wir VORdenken müssen. Wir werden uns eigene Gedanken über die Erscheinungen in der Welt machen müssen. Gedanken, die nicht einfach davongaloppieren, weil uns schon wieder etwas einfällt, das ein anderer Mensch gesagt hat. Diese Art der Gedanken und später natürlich auch der Worte sind durch unseren Geist gegangen. Wir haben uns mit diesen Gedanken verbunden, indem wir Dinge oder Umstände erst einmal phänomenologisch betrachtet haben und dann darauf achteten, was in unserer Seele, in unserem Herzen, dazu aufsteigt. Und erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, haben wir VORgedacht. Dann haben wir einen neuen Gedanken ins Weltengefüge eingebracht.

Und ob dieser Gedanke dann objektiv richtig oder falsch ist, werden wir – wenn überhaupt – vielleicht erst später erkennen können. Das ist auch nicht der wichtigste Aspekt. Aber wir haben praktisch einen Gedanken geboren. Wie Goethe beim Betrachten einer Pflanze plötzlich das Prinzip der Urpflanze vor Augen hatte, so dürfen auch wir damit beginnen, alltägliche Dinge ganz neu zu denken und zu durchdringen.

Wir verändern die Art des Denkens

Wenn wir damit beginnen, Erscheinungen, Gegenstände und Naturerlebnisse in unserer Seele zu bewegen und an dem Gedanken einmal festhalten, dann bekommt unser ganzes Denken und in weiterer Folge auch unser ganzes Sprechen eine neue Qualität. Wir kauen nicht nur das nach, was tausend- oder millionenfach schon gesagt wurde, sondern wir setzen uns selbst, mit unserem ICH in die Beziehung zu den Dingen.

Wenn wir dies tun, wird es immer schwieriger, sich in Floskeln und Phrasen zu ergehen. Und so unglaublich es vielleicht klingen mag, wir verändern damit die Welt.

Dies alles verlangt danach, dass wir uns unserer schöpferischen Kräfte voll bewusst sind und damit beginnen, neue Gedanken zu schöpfen.

Ich wünsche Ihnen und Euch einen wunderschönen gedankenschöpferischen Freitag

Manou Gardner Medium

Bild von Free-Photos auf Pixabay

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