Die Sonne scheint auch hinter den Wolken

Wer schon geflogen ist, kennt es: Auch wenn von der Erde aus die Wolkendecke noch so dicht erscheinen mag, sobald das Flugzeug diese durchstoßen hat, scheint die Sonne. Das ist jedes Mal ein wunderbares Schauspiel, wenn man die Wolkendecke von oben im gleisenden Licht der Sonne betrachten kann. Alleine die wunderbaren Formen, die die Wolken bilden sind faszinierend. Und so ist es auch in unserem Leben, wir haben oft den Eindruck, dass alles dunkel und hoffnungslos ist, aber wenn wir uns etwas aus unserer üblichen Perspektive herausbewegen, dann erfahren wir, dass es immer darauf ankommt, von wo aus wir die Dinge betrachten.

Reinhard Mey mit seinem Lied „Über den Wolken“

Der Refrain von Reinhard Meys Lied „Über den Wolken“ hat viele Menschen in seinen Bann gezogen, weil es soviel Wahrheit aufgezeigt hat. Auch Mey sprach – unausgesprochen – von der Wahl der Perspektive. Hier nochmal der Refrain, falls er nicht mehr bekannt ist:

Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen
Sagt man
Blieben darunter verborgen
Und dann
Würde was uns groß und wichtig erscheint

Plötzlich nichtig und klein

Und nicht nichtig und klein muss uns unser Leben erscheinen, aber was für uns wichtig ist, ist die Tatsache, dass man alles aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann.

Die Wahl der Perspektive

Wir sind allzu oft gefangen in der Sicht der physischen Welt und der Dreidimensionalität. Wir fühlen uns in dieser Betrachtungsweise oftmals klein und hilflos, ein Spielball des Schicksals, eine kleine Existenz von der Wiege bis zur Bahre, die der Willkür anderer Existenzen ausgeliefert ist. Alles Bullshit! Das ist nicht unser Leben. Wir sind nicht diese armen kleinen Hascherl, aber für manch einen Menschen mag das eine ganz bequeme Position sein. Unbehaglich aber bequem.

Macht und Verantwortung kann man nicht trennen

Wenn man sich der Wahl der Perspektive bewusst ist, fließt natürlich auch gleich noch mit ein, dass wir somit niemandem anderen mehr die Verantwortung für unser Wohl und Wehe übertragen können. Wir haben dann sowohl für Erfolg aber auch für Misserfolg die Verantwortung zu tragen. Das tut manchmal weh. Sind wir Menschen doch allzuleicht bereit, die Verantwortung für die Erfolge sehr wohl zu übernehmen, die Misserfolge und Missgeschicke aber gerne den anderen Menschen in die Schuhe zu schieben, oder Gott, oder dem Schicksal…what ever.

Aber um wieviel bunter, lebendiger, wilder, freier, abenteuerlicher…etc. ist unser Leben, wenn wir die Dinge selbst in die Hand nehmen. Wir können unsere Perspektive frei wählen und aus dieser neuen und erweiterten Perspektive heraus können wir damit beginnen, genau das Leben zu führen, das wir gerne führen möchten.

Pfeifen wir auf Konventionen

Wenn ich den Satz höre: „Aber das haben wir immer schon so gemacht“ oder „Das machen aber alle so“ oder „Es geht gar nicht anders“ überkommt mich der unbändige Drang, es einfach mal auszuprobieren. WER sagt das denn? Es geht immer um dieses ominöse „man“. „Das tut man nicht“ ist auch so ein Lieblingssatz. Wer ist „man“? Wer sagt, aus welcher Perspektive wir unser Leben betrachten können? Wer sagt, was wir tun dürfen und was nicht? Natürlich gibt es Gesetze, die durchaus aus sinnvoll sind. Wenn mich meine Nachbarin nervt, darf ich sie nicht einfach aus dem Weg räumen. Das ist ja klar. Aber selten geht es bei unseren Angelegenheiten um Leben und Tod und genau so selten um das Brechen von Gesetzen. Es geht in mehr als 99 Prozent der Veränderungen um uns ganz persönlich. Eigene Grenzen auszuweiten, die wir uns selbst, Eltern, Schule, LehrerInnen, Nachbarn, Freunde, LebensgefährtInnen usw. gesteckt haben. Darum geht es. Die alten Glaubenssätze über Bord werfen und wissen, dass die Sonne über den Wolken scheint. Wir müssen nur den Standort unserer Beobachtung ändern.

Es gibt diesen wunderbaren Spruch, dessen Verfasser ich nicht kenne:

„Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat`s gemacht.“

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen einen wunderschönen Sonntag – probieren Sie doch heute mal etwas aus, das Sie noch nie gemacht haben – seien Sie ein Rebell! 🙂

Liebe Grüße in Euren Tag

Manou Gardner aka Manuela Pusker

Bild von Willgard Krause auf Pixabay