Heute möchte ich über den getöteten Polizisten in Mannheim schreiben, der von einem Täter durch Messerstiche aus diesem Leben katapultiert wurde. Und ich schreibe darüber in tiefer Betroffenheit, denn auch meine Tochter ist Polizistin in Deutschland, es hätte auch sie treffen können.
Ein Mensch wird aus dem Leben gerissen, weil er anderen zu Hilfe geeilt ist
Dieser junge Mann, ich glaube, er war erst 29 Jahre alt, hat Bürger vor einem wild um sich stechenden Täter beschützt und wurde dabei so schwer verletzt, dass er an seinen Verletzungen starb. Ein Feuerwehrmann in Baden-Württemberg starb in Ausübung seines Dienstes – auch er wollte Menschen helfen, sich vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen. Mein Schwiegersohn ist Berufsfeuerwehrmann, meine Tochter und er sind auch noch bei der freiwilligen Feuerwehr. Auch hier hätte es jemand von meinen Liebsten sein können, daher denke ich natürlich an die Familien und Eltern dieser Menschen.
Wenn Gefahr droht
Wenn Gefahr droht, laufen die meisten Menschen davon – und das ist auch richtig so. Aber dann gibt es die Menschen, die eilen dahin, um anderen zu helfen. Seien es Feuerwehrleute, Polizisten oder Rettungskräfte. Und oftmals nehmen wir das als selbstverständlich hin. Diese Helfer riskieren immer wieder ihr Leben, um das Leben anderer Menschen zu schützen. Daher stellt sich die berechtigte Frage, warum diese Menschen bei ihren selbstlosen Einsätzen ihre Leben lassen müssen. Gibt es da keine Gerechtigkeit? Kann Gott, das Universum, der Schutzengel oder der Geistführer diese tapferen Leute nicht beschützen? Für viele Menschen endet hier das Vertrauen in die geistige Welt und das ist auch verständlich. Und das ist der Grund, warum ich dieses Thema heute ansprechen möchte.
Welche Schicksale verbergen sich hinter diesen Vorkommnissen
Wenn Menschen Berufe wählen, die über die Maßen belastend sind, und alle Berufe aus dem Blaulichtspektrum sind dies, dann gibt es da schon etwas im Seelenplan, das sich ausdrücken will. Es sind mutige Seelen, die sich da inkarniert haben und sie sind auf diese Erde gekommen, um eine Mission zu erfüllen. Sie haben sich vorgenommen, dieses Leben der Aufrechterhaltung der Sicherheit und Versorgung anderer Menschen zu verschreiben. Das ist nicht selbstverständlich, denn bei jedem Einsatz stehen diese Helfer unter Stress, müssen tausend Dinge berücksichtigen, geistesgegenwärtig sein. Denn jeder Fehler, den sie machen, kann nicht nur für sie selbst, sondern auch für andere Menschen tödlich sein.
Der frühe Tod solcher Menschen
Es ist nicht ganz leicht, die richtigen Worte hierfür zu finden, denn es soll sich nicht wie eine Beschwichtigung lesen oder anhören. Es ist eine Tragödie, wenn diese Menschen bei der Ausübung ihrer Pflicht ums Leben kommen. Und für die Angehörigen ist es nahezu unerträglich. Daher ist es sehr schwer, hier den richtigen Ton zu treffen.
Was Rudolf Steiner dazu sagt
Rudolf Steiner wies häufig darauf hin, dass junge Menschen in der geistigen Welt ganz andere Aufgaben haben, als Menschen, die in einem hohen Alter verstorben sind. Junge Menschen nehmen auf ihrem Weg in die geistige Welt ihre unverbrauchten Ätherkräfte mit, die sie dort einsetzen können – eben auch oft zum Wohl anderer Menschen. Diese Menschen wirken in der geistigen Welt sowohl für die Menschen, die noch inkarniert sind, als auch für diejenigen, die ankommen und erst eine Phase der Orientierung brauchen. Außerdem unterrichten sie häufig in der geistigen Welt.
Im Hinblick auf mehrere Erdenleben betrachten
Das Ganze ergibt überhaupt nur dann Sinn, wenn wir es im Hinblick auf die wiederholten Inkarnationen betrachten. Denn wer vielleicht vorher dachte: „Wie können junge Menschen in der geistigen Welt unterrichten?“, hat eventuell die Tatsache außer Acht gelassen, dass diese Menschen nur in dieser einen Inkarnation jung waren, als sie starben. Im Gegenteil, gerade diese Menschen sind oft sehr alte Seelen, die genau diesen Weg auf sich genommen haben, auch wenn das aus unserer Welt heraus betrachtet keinen echten Sinn macht.
Wir können das Leben nur dann verstehen, wenn wir alles berücksichtigen
Wir neigen oft dazu, solange wir inkarniert sind, die Dinge zu eingeschränkt zu betrachten. Ja, für dieses eine Leben stellt dieser frühe und für die meisten Menschen als sinnlos betrachtete Tod eine Katastrophe dar und das ist auch verständlich. Aber aus Sicht vieler Erdenleben kann es sein, dass diese Seele genau diese Erfahrung für sich gewählt hat. Das darf natürlich niemals als Entschuldigung für den oder die Täter gelten. Denn auch diese haben einen freien Willen und könnten sich auch für das Lichtvolle entscheiden.
Die Erdenreise ist oft schwierig, weil wir die Tatsachen nicht kennen
Solange wir selbst in einem Körper sind, sind wir oftmals abgeschnitten von unserer Quelle. Es ist nun allerdings an der Zeit, dass wir unser Bewusstsein erweitern und immer mehr versuchen, hinter das Augenscheinliche zu blicken. Dies ist ein schwacher Trost für die Familien, die einen jungen Menschen viel zu früh verabschieden müssen. Aber es ist eben ein Teil unserer Lebensrealität.
Ich wünsche den beiden Helfern eine gute Reise und natürlich auch all den Menschen, die in Kriegsgebieten und bei Unfällen versterben. Wir alle sind hierher gekommen, um für eine Zeit hier auf der Erde zu wirken. Und nicht immer wirken wir besser, wenn wir 90 Jahre hier sind. Manch ein Mensch hat in ganz jungen Jahren schon viel mehr bewirkt.
Den Familien, FreundInnen und KollegInnen und allen trauernden Menschen wünsche ich ganz viel Kraft.
Liebe Grüße
Manou









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