Verschwunden aus dem Vatikan

Verschwunden aus dem Vatikan – das Drama der Familie Orlandi. Stell dir vor, du wächst im Vatikan auf. Dein Vater und dein Großvater haben auch schon im Vatikan gearbeitet, du selbst tust es auch. Und du hast eine kleine Schwester. Sie heißt Emanuela. Du fühlst dich sicher, denn du kanntest den Vatikan bisher als dein Zuhause und glaubst an die Rechtschaffenheit dieser Instituition. Doch dann verschwindet deine Schwester….

Emanuela Orlandi – verschwunden aus dem Vatikan

Es war der 22. Juni 1983. Es war ein heißer Tag und Emanuela wollte in die Musikschule in Rom, nur zwei Kilometer entfernt. Sie fragte ihren Bruder Pietro, ob er sie hinbringen würde. Doch der sagte „Nein“. Er hatte andere Pläne. An diesem Tag begann das Drama, das Pietro Orlandi bis heute nicht zur Ruhe kommen lässt. Emanuela machte sich auf den Weg. Sie rief noch einmal an und erzählte ihrer Schwester, dass sie von einem Mann einen Job angeboten bekommen hätte. Sie würde noch Flyer für eine Kosmetikfirma verteilen. Das war das letzte Lebenszeichen von Emanuela Orlandi.

Es verschwanden noch mehr Mädchen in Rom

In den 1980er Jahren verschwanden auffallend viele Mädchen in Rom. Jedoch erregte Emanuelas Fall besondere Aufmerksamkeit, da sie Bürgerin des Vatikans war. Für Pietro Orlandi begann an diesem Junitag 1983 ein nicht mehr enden wollender Albtraum. Monatelang suchte er nach seiner Schwester und bald fiel ihm auf, dass der Vatikan in diesem Fall sehr seltsam agierte. Man versuchte ihn ruhig zu stellen mit einem Job in der Vatikanbank. Widersprüchliche Aussagen wurden gemacht, alle möglichen Verdächtigungen kamen ins Spiel. Und immer wieder auch Kardinäle, deren Hang zur Pädophilie hinreichend bekannt war. Und immer mehr wuchs in Pietro Orlandi die Gewissheit, dass der Vatikan wusste, was mit Emanuela geschehen ist. Und vermutlich auch mit all den anderen Mädchen, die in dieser Zeit in Rom verschwunden sind.

Leider bis heute kein Ende – Pietro sucht heute noch

Mittlerweile ist Pietro in Frühpension. Aber er sucht immer noch nach seiner Schwester. Ein Leben voller Schuldgefühle, voller „Was wäre wenn…?“ Immer wieder konfrontiert er auch den Vatikan mit seinen Vermutungen, doch dieser hüllt sich weiterhin in Schweigen. Doch Pietro Orlandi gibt nicht auf. Er will das Schicksal seiner Schwester um jeden Preis aufklären. Er ist ein mutiger Kämpfer gegen Windmühlen und gegen das beharrliche Schweigen des Vatikans.

„Verschwunden aus dem Vatikan“ als Doku

„Emanuela Orlandi – Verschwunden aus dem Vatikan“ ist bei Netflix als dokumentarische Mini-Serie zu sehen. Dabei kommen alle Beteiligten zu Wort und ihre Theorien was mit Emanuela geschehen sein könnte. Wenn die Wahrheit ans Licht käme, würde dies das Vertrauen der Menschen in die Institution Vatikan zutiefst erschüttern – und das wäre gut. Es wird Zeit, dass all die Wahrheiten ans Licht kommen, die über Jahrhunderte vertuscht wurden.

Warum ich über so etwas schreibe

Ich schreibe über Emanuela Orlandi, weil mich ihr Schicksal und das Schicksal aller verschwundener Kinder sehr berührt und weil ich vor Jahren viele Einblicke in diese dunklen Machenschaften gewonnen habe. Dies alles geschieht vor unseren Augen und es wird Zeit, dass wir anfangen, all die Lügen und abgrundtief bösen Machenschaften zu sehen. Nur wenn sich das Dunkel einen Spalt öffnet, kann das Licht hineindringen und viele, die auch heute noch Opfer sind, können befreit werden.

Hier findest du die Miniserie auf Netflix: Emanuela Orlandi – Verschwunden im Vatikan

Ich wünsche dir einen wunderschönen Mittwoch – and open your eyes!

Ganz liebe Grüße in deinen Tag

Manou

Weil du es verdienst, dein seelengerechtes Leben zu leben!

Bild von Bernd Marx auf Pixabay

8 responses to “Verschwunden aus dem Vatikan”

  1. Es ist so furchtbar was Menschen sich gegenseitig antun……

    1. Unbedingt! Und kaum vorstellbar 🫣

  2. Es ist meiner Meinung ein Skandal wie in Österreich damit umgegangen wird. Ich war bei der Mahnwache vor Landesgericht am 1. Prozesstag des Kinderporno konsumierenden Schauspielers T. (Er meldet sich krank)
    Es waren leider nur sehr wenige Menschen da. Alle Teilnehmer wurden in den Medien pauschal in die „rechte Ecke“ „Indetären“ „C-Leugner“ Ecke gestellt.
    Statt es als Humaniste Pflicht zu sehen, endlich das Kindeswohl, den Kinderschutz und dieses unbeschreiblichen grausame Feld des Kindesmissbrauchs – inaternational zu thematisieren. Die ehemalige Opfer zu fragen, falls sie bereit sind dazu.
    Wie das Urteil ausging kann man nachlesen. Ein bisschen Therapie und gut ist es für den „Herrn“. An die missbrauchten Kinder denkt von denen niemand mehr.
    Möge bald diese Mauer des Schweigens bald aufbrechen.

    Liebe Grüße,
    Barbara Maria

    1. Du sprichst mir aus der Seele 😢

      1. Ich habe den Chefredakteur des 🦋 damit konfrontiert – weil er einen Artikel aus der Sicht des Täters – er sei ein armes Opfer seiner Neigung……bla, bla, bla…. mit der Bitte auch die Opfer aufzusuchen, falls sie überhaupt noch leben.

        Die Reaktion von seinen Anhängern 🤦‍♀️ und von ihm gar keine Antwort 🤷‍♀️

      2. Wie immer…

  3. Das werden ja immer heißere Eisen, die Du anfasst!
    Danke für Deinen Mut!

    1. Ja, Mut kann man nicht kaufen 🤣🤣🤣

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