Die meisten Menschen gehen mit einer Menge Erwartungen durchs Leben. Und die gefährlichste aller Erwartungen ist, dass das Leben uns immer Limonade schenkt. Nein, meist sind es Zitronen. Aber wir können Limonade draus machen, wenn wir anerkennen, dass das Scheitern eigentlich die Norm ist. Aus den Dingen, die nicht geklappt haben, lernen wir die meisten Lektionen. Natürlich gibt es nun gerade im Internet eine Menge Menschen, die uns Glauben machen wollen, dass wir alles erreichen und das ewige Glück für uns pachten können, wenn wir dieses oder jenes machen. Meist steht am Anfang der Agenda, dass wir eine bestimmte Summe auf deren Konto überweisen sollen. Andere, die das nicht kommerziell betreiben, möchten uns einfach erzählen, dass sie immer erfolgreich, gut aussehend und glücklich sind. Das ist gut für deren Ego (zumindest, solange man es nur oberflächlich betrachtet), aber auf jeden Fall nicht gut für die anderen Menschen, die immer mehr an sich selbst zweifeln, und langsam glauben, dass nur sie immer vom Pech verfolgt sind. Dabei sind das alles Geschichten. Geschichten von Menschen, die diese erzählen möchten. Betrachten wir diese Menschen doch einfach als das, was sie sind: Moderne Märchenerzähler.

Was den meisten Menschen widerfährt

Die meisten Menschen haben in ihrem Leben Momente des Glücks und danach wieder lange Phasen, die einfach Alltag sind. Mal mehr, mal weniger erfolgreicher Alltag. Das nennt sich Leben. Und es ist jetzt vollkommen egal, um welches Thema es geht. Diese langen Übungsphasen, das Scheitern, das Abweichen von der Hoffnung…all das ist normal. Nicht umsonst ist der Heilige Abend der Tag im Jahr an dem die meisten Familiendramen stattfinden. Die Menschen setzen so hohe Erwartungen in diesen einen Abend, dass er im Prinzip schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist.

Erwartungen schaffen Enttäuschungen

Erst wenn wir gelernt haben, unsere Erwartungen nicht ausufern zu lassen, sind wir relativ sicher vor Enttäuschungen. Wenn ich in etwas, das in der Zukunft liegt, hohe Erwartungen stelle, dann ist alles, was unter meinen Erwartungen liegt eine Enttäuschung und ich kann es nicht genießen oder wertschätzen. Wenn man aber keine Erwartung hat, dann ist alles was kommt, eine Überraschung und eine Freude. Aber das ist heutzutage gar nicht mehr ganz einfach. Unsere Erwartungen sind so unglaublich hochgeputscht von all den Heilsversprechern, die das Internet füllen, dass wir den Sinn für die Realität oftmals verloren haben. Das ist wie bei Junkies. Wenn man sich Heroin spritzt ist die Welt in einen sanften Schimmer getaucht, sobald die Wirkung nachlässt wird sie wieder grau und trist. Aber wenn wir „normal“ nicht gleichsetzen mit „grau und trist“, sondern einfach als normal betrachten, dann sind wir da, wo wir in die innere Ruhe kommen können.

Was uns dabei hilft

Eines der größten und potentesten Hilfsmittel ist der Zugang zu Humor und zur Situationskomik. Wenn wir uns gedanklich ein wenig zur Seite bewegen können und die Situation betrachten als einen Filmausschnitt, oder wie wir sie später einmal erzählen können, dann kann sie plötzlich unendlich lustig sein. Dazu gehört auch, dass wir uns in diesem Moment nicht so sehr wichtig nehmen. Betrachten wir die Situation wie einen Slapstick kann sie ganz neue Qualitäten entwickeln. Das Leben ist auch sehr oft lustig. Wir können nur oft dann nicht drüber lachen, wenn wir unfreiwillig zum Protagonisten geworden sind. Das ist schade. Aber vielleicht schafft der Eine oder Andere es ja doch, in all den Situtionen, die gerade passieren, etwas Lustiges zu entdecken. Lachen befreit und macht das Leben wunderbar süß. An meinen Fehlschlägen und meinem Scheitern lasse ich Euch gerne teilhaben. 🙂

Außerdem sind hier noch ein paar Video Tipps, falls Ihr mal lachen üben wollt:

Ich liebe Miranda: Miranda BBC

Oder Kristina Kuzmic, die über ihre Erfahrungen als Mutter berichtet: Kristina Kuzmic

Und hier auf Deutsch – ein Ausschnitt aus meinem absoluten Lieblingsfilm: Ein Fisch namens Wanda

Ganz liebe Grüße in Euren Mittwoch

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

Bild von Jill Wellington auf Pixabay

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