Die Geschichte unseres Hundes Bobby

Bobby wurde in Sarajevo geboren. Über seine Eltern und Geschwister ist nichts bekannt. Denn er wanderte alleine und ohne Freunde und Familie durch die Straßen der Stadt. Da er zu schüchtern war, um sich den anderen Hunden anzuschließen hielt er sich meist bei den Katzen auf. Dies linderte seine Einsamkeit aber kaum. Er war alleine, müde und hungrig als ihn das wunderbare Team von Animal Care International fand und mit sich nahm. Diese selbstlosen Menschen päppelten ihn auf, gaben ihm die Hoffnung auf ein liebevolles Zuhause und lehrten ihn, den Menschen zu vertrauen, die ihn bisher nicht beachtet hatten.

Indessen wuchs in unserer Familie der Wunsch nach einem Hund. Wir – die Kinder und ich – mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, bis mein Mann sich damit einverstanden erklärte. Und so gab ich eines Tages lediglich das Stichwort „Hundevergabe“ bei Google ein. Was zuerst erschien war das Bild von Bobby. Wir haben uns sofort in diesen schwarz-weißen Junghund mit eindeuigen Husky-Genen verliebt und nahmen Kontakt zu Animal Care International auf. Nachdem ACI Rücksprache mit unserem Tierarzt gehalten hatte, der auch unsere – mittlerweile 20jährige Katze betreut – stand einer Übergabe nichts mehr im Wege.

Wir holten Bobby an einem kühlen Frühlingstag im Mai an der Übergabestelle ab. Was uns entgegen trat war ein neugieriger, aber überaus ängstlicher junger Kerl. Es war schon eine echte Herausforderung ihn ins Auto zu bugsieren. Zuhause angekommen, war er scheu und noch viel ängstlicher. Aber in den darauffolgenden Tagen erholte er sich immer mehr und wurde rasch Teil unserer quirligen Familie. Da er ein ehemaliger Streuner war, hatte er sich natürlich eine gewisse Autonomie bewahrt und ging ab und zu auch mal alleine spazieren, aber er kam (und kommt) immer wieder zurück.

Bobby hat sich zu einem Hund entwickelt, der uns große Freude macht. Mit seinem höchst sensitiven Wesen erfasst er sofort alle Stimmungen und nimmt auch Anteil, wenn es jemanden mal nicht so gut geht. Dann weicht er keinen Millimeter von dessen Seite. Er ist sehr ruhig und beobachtet den ganzen Tag, das Kommen und Gehen in unserem Haus. Mit seinem guten Gefühl für Menschen erkennt er auch sofort, wer hier willkommen ist und wer nicht. KlientInnen und Gäste werden bereits am Hoftor empfangen und zum Haus begleitet. Ihm entgeht einfach nichts. Und gleichzeitig ist er ruhig und bedürfnisarm. Ab und an ein paar Streicheleinheiten, davon gibt es, dank dem regen Kommen und Gehen bei uns, genug und ein paar Leckerlis genügen ihm völlig. Und natürlich liebt er ausgiebige Spaziergänge durch die Wälder. Bobby bleibt immer angeleint, da er – dank seiner Autonomie – in seinem Jagdtrieb nicht zu bändigen wäre. Daher schauen wir Rehe nur aus der Entfernung an und warten, bis sie sich von selbst aus der Sichtweite begeben.

Bobby ist eine riesige Bereicherung für unsere Familie. Es ist wunderbar von einem Hund zu lernen, was Bedingungslosigkeit bedeutet. Dieses Vertrauen in uns, die Wachheit und Aufmerksamkeit um sein Zuhause und seine Familie zu beschützen und seine feinen, sensitiven Sinne versetzen uns immer wieder erneut in Staunen und wir lieben ihn dafür umso mehr.

Und ich möchte mit dieser kleinen Geschichte dazu ermutigen, Hunden aus dem Tierschutz ein Zuhause zu geben. Wir fühlen, dass Bobby jeden Tag dankbar und glücklich ist, ein Zuhause und eine Familie zu haben. Dies erfüllt auch uns mit tiefer Freude. Wenn er am Abend – er geht ziemlich pünktlich um 22.00 Uhr zu Bett – in seinem Körbchen unter dem Flügel liegt und trotzdem mit einem Ohr immer aufpasst, dass alles in Ordnung ist, dann erkennen wir, dass es die einzig richtige Entscheidung war, diesen wunderbaren Hund in unser Haus und unsere Herzen einzuladen.

2 Kommentare zu „Die Geschichte unseres Hundes Bobby

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