Machen Sie Ihre eigenen Regeln!

Der Grund, warum wir oft das Gefühl haben, nicht im richtigen Leben, oder zumindest nicht am richtigen Platz zu sein, ist, dass wir eingesperrt sind, in eine Vielzahl von Regeln, die wir selbst oder wer anderer einmal erstellt hat. Diese Regeln werden unhinterfragt immer und immer wieder angewandt. Dabei haben sie meist überhaupt keinen Sinn (mehr). Wir leben in diesen Regeln wie in einem Korsett. Dazu gehören Gedanken wie: „Was wird XY denken wenn ich dieses oder jenes tue?“ Und dabei schweifen unsere Gedanken oftmals zu Menschen, die wir nicht einmal besonders mögen, aber wir haben Angst vor ihrer Kritik.

Oder wir sind der festen Meinung, dass bestimmte Dinge nur auf eine ganz besondere Art und Weise erledigt werden können und ziehen nicht einmal in Betracht, dass man es auch auf eine andere Art tun kann. Das Einzige, was diese Regeln für uns tun ist, dass wir darin unfrei sind. Wir verlieren jede Kreativität und auch oft jede Freude am Leben und funktionieren stattdessen.

Wäre es nicht schön, wieder HerrIn über sein eigenens Leben zu werden?

Wir sind alle wunderbare, unsterbliche, geistige Wesen in einem physischen Körper. Und jeder von uns ist auf die Erde gekommen um etwas in seiner/ihrer eigenen, ganz persönlichen Art und Weise zu erledigen. Wir haben wunderbare Gaben und Talente und anstatt diese in ihrem vollen Ausmaß zur Geltung zu bringen, verschwenden wir unsere Energie oftmals in dieses schreckliche Regelwerk, von dem wir glauben, dass es für unser Leben Gültigkeit hat. Aber was wäre, wenn wir damit beginnen würden, all diese unausgesprochenen und ausgesprochenen Regeln einmal zu hinterfragen?

Ich habe dazu einen wunderschönen Text im Internet gefunden, dessen VerfasserIn ich allerdings nicht kenne. Aber er ist sehr inspirierend. Den möchte ich gerne mit Euch/Ihnen teilen.

Den Geschirrspüler zweimal laufen lassen

Als ich an einem meiner tiefsten (mentalen) Punkte im Leben war, konnte ich an manchen Tagen nicht aus dem Bett aufstehen. Ich hatte weder Energie noch Motivation und kam kaum zurecht.

Ich hatte einmal pro Woche eine Therapie, und in dieser Woche hatte ich einfach nichts zu sagen. Mein Therapeut fragte, wie meine Woche war und ich wusste nicht, was ich antworten sollte.

„Womit kämpfen Sie?“, fragte er. Ich gestikulierte herum und sagte: „Ich weiß nicht. Mit dem Leben.“

Mit meiner Antwort nicht zufrieden, sagte er: „Nein, worüber machen sie sich gerade Sorgen? Was fühlt sich überwältigend an? Wenn Sie nach dieser Sitzung nach Hause gehen, welches Problem wird Sie dann anstarren?“

Ich kannte die Antwort, aber sie war so lächerlich, dass ich sie nicht sagen wollte. Ich wollte etwas Substanzielleres haben. Etwas Tiefgründigeres.

Aber ich hatte nichts. Also sagte ich ihm: „Ehrlich? Das Geschirr. Es ist blöd, ich weiß, aber je mehr ich es mir ansehe, desto mehr KANN ich es NICHT machen, weil ich es schrubben muss, bevor ich es in die Spülmaschine stecke, weil die Spülmaschine nicht gut ist und es ansonsten nicht sauber wird. Und ich kann das einfach nicht machen!

Ich fühlte mich wie ein Idiot als ich das sagte. Welche erwachsene Frau wird fürchtet sich vor einem Stapel Geschirr? Es gibt Leute da draußen mit „echten“ Problemen, und ich jammere bei meinem Therapeuten wegen Geschirr?

Aber mein Therapeut nickte verständnisvoll und sagte dann: „Lassen sie den Geschirrspüler zweimal laufen.“

Ich begann ihm zu erklären, dass man das nicht tut. „Warum zum Teufel tut man das nicht?“ fragte er.

„Wenn Sie das Geschirr nicht schrubben möchten und Ihre Spülmaschine nicht gut wäscht, lassen sie sie zweimal laufen. Lassen sie sie dreimal laufen, wen interessiert das?! Regeln gibt es nicht, also hören sie auf, sich selbst Regeln zu machen.“

Diese Ansage hat mich erst einmal sprachlos gemacht. An diesem Tag ging ich nach Hause und warf mein stinkendes Geschirr wahllos in die Spülmaschine und ließ sie dreimal laufen. Ich fühlte mich, als hätte ich einen Drachen besiegt.

Am nächsten Tag duschte ich liegend. Ein paar Tage später faltete ich meine Wäsche zusammen und legte sie dort hin, wo sie gerade passte. Es gab keine willkürlichen Regeln mehr, denen ich folgen musste, und es gab mir die Freiheit, wieder Leistungen zu erbringen.

Jetzt, wo ich gesünder bin, spüle ich mein Geschirr ab und stelle es richtig in die Spülmaschine. Ich dusche im Stehen. Ich sortiere meine Wäsche. Aber zu einer Zeit, in der das Leben ein Kampf statt ein Segen war, habe ich eine unglaublich wichtige Lektion gelernt:

Es gibt keine Regeln! Lassen Sie den Geschirrspüler zweimal laufen!

Ich wünsche Ihnen/Euch viel Freude beim Hinterfragen der Regeln

Manou Gardner

2 Kommentare zu „Machen Sie Ihre eigenen Regeln!

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