Heute in der Früh sind wir bereits kurz nach fünf Uhr losgefahren. Die Fahrt war recht kurz, nur drei Stunden und die Ankunft auf unserem altbekannten Platz sehr unspektakulär. Und dann kommt jedes Mal wieder die Frage nach dem „Warum?“. Warum verlassen wir jedes Jahr aufs Neue unser recht komfortables und weitläufiges Zuhause um eine Woche mit Gasgrill und Zelt zu wohnen. Die ersten Stunden waren daher für mich etwas schwierig. Das erleichterte Ankommen wollte sich einfach nicht einstellen. Zuhause ist alles im Übermaß da und hier reduzieren wir uns auf das Allernötigste.

Aber nach ein paar Stunden stellte sich die Erkenntnis wieder ein

Wir sind hier um unsere Komfortzone zu verlassen. Es geht nicht darum, jetzt alle häuslichen Annehmlichkeiten zu haben, sondern es geht darum zu schauen, wie wir mit der Einfachheit klarkommen. Wobei wir ja nicht soo ganz spartanisch campen, wie es auch sein könnte. Aber für uns ist es eine Dehnung unseres Flexibilitätsmuskels. Zu erforschen, wo steht wann die Sonne, damit sie nicht in der Früh aufs Zelt scheint, einfache Gerichte für den Gasgrill zu überlegen, mit ein paar Büchern auszukommen… Ja, das sind die Erfahrungen, die wir jedes Jahr wieder machen.

Und wir rücken dabei ein wenig näher zusammen

Während zuhause alles seinen gewohnten Gang geht, sowohl die Kinder als auch ich bestimmte Zeiten und Rituale haben, so haben wir hier Zeit – die berühmte lange Weile – wir haben heute in den ersten Stunden mehr miteinander gesprochen, als oftmals an mehreren Tagen. Wir leben auf beschränktem Raum und begegnen uns dabei mehr als zuhause. Während ich das schreibe, sitzt mir meine Tochter gegenüber und liest ein Buch, mein Sohn ist gerade mit Freunden nach Klagenfurt zu MacDoof gefahren. Der Hund war schon vier Mal auf dem Hundespielplatz und liegt ermattet unter dem Tisch. Es ist einerseits einfach und andererseits geprägt durch das derzeit allerkostbarste Gut: Zeit!

Und das für mich erstaunlichste ist: Wir sind gerade mal drei Stunden von zuhause entfernt. Früher liebte ich Fernreisen über alles. Und jetzt bemerke ich wieder einmal: Die spannendste Reise ist die zu sich selbst und zu den Menschen, die man liebt. Weg von all den alltäglichen Ritualen, alles neu denken, und dies gepaart mit der Einfachheit ist jedes Jahr eine wirklich spannende Erfahrung.

Morgen lesen wir uns wieder in der Früh!

Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend

Manou Gardner Medium aka Manuela Pusker

4 Kommentare zu „Heute mal eher ein Abendimpuls – Das Survival Training kann beginnen

  1. Schön,wunderschöne Gedanken. Für mich ist Zeit auch im Moment neben Gesundheit das Wichtigste.
    Zeit mit Familie und eigentlich wenigen Freunden (es reduzierte sich in den letzten 2 Jahren). Es trennte sich die Spreu vom Weizen…und es ist gut so wie es ist.
    Wunderschöne Tage liebe Manou wünsche ich dir mit deiner Familie von ganzem Herzen ❤
    Maria🐞

  2. Dehnung des Flexibilitätsmuskels….Spitze!!!!
    Ich wünsche dir und euch eine wundervolle laaaaaaaaaaaaaaangweilige Dehnung und Zeit. Ganz liebe Grüße Renate

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